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Dominik Paris, vierfacher Kitzbühel-Sieger aus Ulten. © APA / EXPA/JOHANN GRODER

„Wie ein Henker“: Paris in der Liga der Superstars

Alle zwei Jahre holt sich Dominik Paris seine goldene Kitzbühel-Gams. Das ist mittlerweile so sicher, wie das Amen in der Kirche. Der Ultner ist in die Liga der Ski-Superstars aufgestiegen.

Wurde 2013, als Paris zum ersten Mal das prestigeträchtigste Skirennen der Welt gewann, noch vom „Kuhhirten“ geschrieben, ist mittlerweile vom „Rockstar“ die Rede. Beides mag ein bisschen übertrieben sein, und zeigt eines doch ganz gut: Die Wandlung in einen Ski-Superstar. Als der Ultner die Streif am frühen Freitagnachmittag, zu ungewohnter Abfahrts-Zeit am Hahnenkamm, zum dritten Mal am schnellsten bezwang, war es keine Überraschung mehr. Weder für ihn selbst, noch für die Skiwelt.

„Do muasch die Eier aussertia“

Bereits im Vorfeld hatte der 29-jährige Kraftprotz zum engsten Favoritenkreis gehört. Und zumindest für Beat Feuz, dem zum zweiten Mal hintereinander der Sieg vor der Nase weggeschnappt wurde, war der Südtiroler sogar der Topfavorit. Ob hoch gepokert oder ehrliche Worte, am Ende sollte der Schweizer recht behalten.

Und so geht die Serie der Kitzbühel-Siege an ungeraden Jahren für Paris weiter: 2013 zum Ersten, 2015 im Super-G, 2017 wieder die Abfahrt und jetzt, 2019, die vierte goldene Gams. „Do muasch die Eier aussertian und’s lei tuschen lossen“, hatte Paris nach dem Abschlusstraining zu einem österreichischen Journalisten gesagt. Dieser musste sich die Aussage erstmal übersetzen lassen, dem unverkennbaren Ultner Dialekt war der Wiener nicht gewachsen.

Assinger über Paris: „Wie ein Henker“

Nach dem Rennen war Paris bemüht, in den TV-Interviews ein „gepflegteres“ Deutsch zu sprechen. Doch gerade weil er seinen Dialekt nicht ganz abstreift, mögen ihn die Leute und Medien so gerne. Paris gilt als freundlicher, bodenständiger Typ – auch wenn er in einem Porträt im Wochenmagazin „ff“ zugab, dass es Tage gibt, an denen man ihm besser nicht über den Weg läuft. Da passt die Aussage von ORF-Experte Armin Assinger, der meinte, Paris sei wie ein Henker über die Steif gerast, gut in das Bild.

Volles Risiko: Dominik Paris hat kein Problem mit eisigen Verhältnissen.

Dem Risiko, das die gefährlichste Abfahrtsstrecke der Welt mitbringt, begegnet Paris ebenfalls mit einem Lächeln im Gesicht. Als sich am Montag viele Athleten über die brutal-eisigen Verhältnisse aufregten, meinte der Ultner nur: „Das Wetter ist schön, die Piste eisig. Was willst du mehr?“ Eine Frage, die sich mittlerweile auch im Bezug auf die Hahnenkamm-Karriere von Paris stellt. Vielleicht den Rekord von Didier Cuche, der in Kitzbühel insgesamt sechsmal gewonnen hat: fünf Mal die Abfahrt, einmal den Super-G.

Ein großes Ziel von Paris ist aber ein anderes. Er möchte die Abfahrts-Kristallkugel gewinnen, die der beste Abfahrer einer jeden Weltcup-Saison verliehen bekommt. Noch sei er dafür zu unkonstant, meinte Paris vor wenigen Wochen im SportNews -Interview. Und ein Blick auf die Statistik gibt ihm recht. Während er in der Ski-Weltcupsaison 2018/19 schon dreimal außerhalb der Top-10 klassiert war, ist die schlechteste Platzierung vom Abfahrtsführenden Feuz ein 6. Rang. Noch drei Abfahrten, in Garmisch-Partenkirchen, Kvitfjell und Soldeu, stehen heuer auf dem Programm. Aktuell hat Paris genau 100 Punkte, also einen Sieg, Rückstand auf Feuz.

Autor: christian.staffler

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