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Nicht nur Profis sollen italienweit ihre Schwünge fahren dürfen, auch Hobby-Sportler. © Pentaphoto

„Wintersport muss für alle möglich sein“

Das Skifahren ist in Südtirol zwar (vorerst) weiter möglich, doch im restlichen Staatsgebiet müssen sämtliche Liftanlagen laut neuem Ministerialdekret schließen. Die Reaktionen darauf reichen von Zustimmung bis zu blanker Empörung. Flavio Roda, der Präsident des nationalen Wintersportverbands, haut jedenfalls mit klaren Worten auf den Tisch.

Die neuen Corona-Maßnahmen, die diesen Montag in Kraft getreten sind, schränken den Sport stark ein. Erstmals trifft es nun auch die Wintersportler knüppeldick: Die Skigebiete sind für Hobby- und Amateurfahrer nicht mehr zugänglich. Der Großteil der Anlagen muss zusperren beziehungsweise seine Saisoneröffnung absagen.

Südtirol bildet hier, dank Übergangsregelung des Landes samt Sicherheitsprotokollen, vorerst eine Ausnahme. Es besteht zudem die Hoffnung, dass bei der demnächst anstehenden Staat-Regionen-Konferenz eine Regelung gefunden wird, die doch noch in ganz Italien das Skifahren erlaubt. In Südtirol kann zurzeit in den Gletscher-Skigebieten im Schnalstal und in Sulden skigefahren werden.

„Auf der Piste kann man sich förmlich nicht anstecken“
Flavio Roda, Präsident des italienischen Wintersportverbands
Nichtsdestotrotz schlagen die neuen Maßnahmen in der Wintersportwelt hohe Wellen. „Beim Skifahren auf der Piste kann man sich förmlich nicht anstecken, allein schon wegen der Winterausrüstung, die jeder trägt“, sagt FISI-Präsident Flavio Roda, der zugleich einräumt: „Natürlich gibt es an den Aufstiegsanlagen und den Hütten Probleme, doch die sind Vergleichbar mit jenen an einem Supermarkt-Eingang oder in einer Bar. Hier gibt es klare Regeln, die zu befolgen sind.“

FISI-Chef Flavio Roda will sich für den Breitensport einsetzen. © d/os

Die Tatsache, dass die Skipass in Modena, Italiens größte Wintersportmesse und der traditionelle Saisonstartschuss für viele Athleten, abgesagt wurde, kann Roda noch nachvollziehen, bei der Schließung der Skigebiete hört bei ihm das Verständnis jedoch auf: „Wintersport muss für alle möglich sein, egal ob für Touristen oder Breitensportler. Es ist ein großer Wirtschaftsfaktor, der tausenden Menschen Arbeit bietet“, so Roda. Ihm bereitet besonders der Nachwuchs Sorgen: „Denken wir mal an die vielen Skischulen, Lehrer und Kinder. Letztere sind die Spitzenathleten von morgen. Sie üben ihre Tätigkeit in aller Sicherheit, im freien und gesunden Umfeld aus.“

Italiens Wintersportverband wolle nun darauf drängen, klare Richtlinie zu erstellen, um Wintersportanlagen schnell wieder öffnen zu können. Dafür arbeite man an einem „weitreichenden Hygienekonzept“, das bereits in Kürze den zuständigen Fachbehörden unterbreitet werden soll.

Autor: fop

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