
Ski-Heldin Breezy Johnson hat ausgeteilt. © AFP / ANDREAS SOLARO
Wütende Ski-Olympiasiegerin poltert gegen Hirscher
Die neue Ski-Saison steht vor der Tür – doch die Wogen gehen schon jetzt hoch. Eine Olympiasiegerin hat heftig gegen die FIS und Marcel Hirscher geschossen.
21. Oktober 2026

Von:
Thomas Debelyak
Breezy Johnson ist eine Ausnahmeerscheinung im Ski-Zirkus. Die US-Amerikanerin kürte sich 2025 zur Weltmeisterin und im Jahr darauf zur Olympiasiegerin, beide Male in der Königsdisziplin, der Abfahrt. Und das alles, obwohl die 30-Jährige noch nie ein Weltcuprennen gewonnen hat. Auch deshalb werden heuer wieder viele Augen auf Johnson gerichtet sein.
Allerdings hat sich bei der Skifahrerin aus Wyoming bereits vor Saisonstart einiges an Wut angestaut. Der Grund: Eine neue Regel der FIS. Ab dieser Saison dürfen die Rennskier ein gewisses Gewicht nicht überschreiten. Der Ski-Weltverband erhofft sich dadurch, den Alpinsport sicherer zu machen.
Breezy Johnson kürte sich zur Abfahrts-Olympiasiegerin. © ANSA / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Betroffen sind vor allem Atomic-Skier, und somit auch das Material von Breezy Johnson. Im Interview mit sport.ch lässt sie ihrem Ärger freien Lauf. „Wenn die FIS Beweise dafür hätte, dass leichtere Ski sicherer sind, wäre ich die Erste, die sagt: Das sollten wir so machen. Aber ich glaube nicht, dass irgendwelche Studien durchgeführt wurden.“
Sie lässt dem Ärger freien Lauf
Johnson redet sich in Rage: „Aus Sicht der FIS gäbe es viele Dinge, die wir tun könnten, um die Sicherheit zu verbessern. Ich habe mir vergangene Saison am Ende in Soldeu das Knie verletzt, ohne überhaupt zu stürzen. Wenn sich Athletinnen verletzen, obwohl sie nicht einmal stürzen, muss man innehalten und sich fragen, warum das passiert. Vor allem sollte man sich anschauen, wie bei den Frauen das Gelände gebaut wird und wie flach teilweise die Landungen sind.“„Die FIS verbiegt sich förmlich, damit Marcel Hirscher in den Sport zurückkehren kann.“ Breezy Johnson
Dann gibt es auch einen Seitenhieb gegen Marcel Hirscher. „Gleichzeitig verbiegt sich die FIS förmlich, damit Marcel Hirscher in den Sport zurückkehren kann (er bekommt eine Wildcard, Anm. d. Red.). Einige seiner Material-Setups bewegen sich aus meiner Sicht an der Grenze dessen, was sicher ist. Die FIS würde aber niemals darüber nachdenken, gegen sein Material vorzugehen, während sie offenbar überhaupt kein Problem damit hat, meines ins Visier zu nehmen.“
Mit Wut im Bauch in die neue Saison
Johnson poltert weiter: „Bei den Airbags dauerte es fast zehn Jahre, bis eine Regel eingeführt wurde. Bei schnittfester Unterwäsche haben wir mehrere Jahre gewartet. Beim Skigewicht dagegen wird aufgrund einer Analogie darüber, dass die 'Ski den Fahrer steuern', innerhalb weniger Wochen eine Regel beschlossen – und das ohne Studien.“Mit dieser Wut im Bauch will Johnson in der kommenden Saison angreifen. „Mein Skitechniker war sogar noch wütender als ich. Er fühlt sich persönlich angegriffen und ist deshalb unglaublich motiviert, es ihnen zu zeigen. Wir haben verschiedene Setups getestet. Ich möchte fast nicht sagen, welche, weil ich inzwischen Angst habe, dass die FIS dann auch noch gegen diese vorgeht!“
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