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Für Nadia Delago herrscht weiterhin Ungewissheit. © APA/afp / STEFANO RELLANDINI

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Für Nadia Delago herrscht weiterhin Ungewissheit. © APA/afp / STEFANO RELLANDINI

Zwischen Delagos Ungewissheit und Vonns Tapferkeit

Schwierige Bedingungen, Verzögerungen und viele offene Fragen prägten das erste olympische Abfahrtstraining der Damen in Cortina. Weicher Neuschnee, Nebel und ein umgebauter Zielsprung ließen nur eingeschränkte Rückschlüsse zu – sportlich wie personell bleibt vor dem Rennen vieles offen.

Das erste olympische Abfahrtstraining der Damen in Cortina war von schwierigen äußeren Bedingungen geprägt. Große Neuschneemengen stellten die Veranstalter vor erhebliche Probleme, die „Olimpia delle Tofane“ rechtzeitig rennbereit zu machen. Neben den weichen Pistenverhältnissen sorgte vor allem der Zielsprung für Sicherheitsbedenken, da dessen Absprungwinkel als zu steil eingestuft wurde und kurzfristig angepasst werden musste.


Die Athletinnen reagierten entsprechend vorsichtig. Viele Läuferinnen gingen nicht ans Limit, tasteten sich an die Strecke heran und nahmen insbesondere vor den Sprüngen deutlich Tempo heraus. Mehrere Unterbrechungen – unter anderem durch Nebel im mittleren Streckenteil – erschwerten zusätzlich einen flüssigen Trainingsablauf.

Auch Sofia Goggia musste sich gedulden. © APA/afp / MARCO BERTORELLO

Auch Sofia Goggia musste sich gedulden. © APA/afp / MARCO BERTORELLO


Nach einer beinahe zweistündigen Verzögerung konnte der erste Übungstag schließlich abgeschlossen werden. Den Trainingssieg holte sich Jacqueline Wiles in 1.38,94 Minuten vor der Norwegerin Kajsa Vickhoff Lie (+0,66) und der Deutschen Kira Weidle-Winkelmann (+0,97).

Aus Sicht der Azzurre belegte Sofia Goggia Rang acht (+1,17), Laura Pirovano wurde Neunte (+1,24), Federica Brignone Zwölfte (+1,72), Nicol Delago landete auf Platz 19 (+2,25), Elena Curtoni wurde 24. (+2,56), Nadia Delago belegte Rang 28 (+3,10).

Delago's Teilnahme abhängig von Brignone

Bei den Azzurre herrscht indes weiterhin Ungewissheit. Brignone, die sich nach einer langen Reha kürzlich wieder im Ski-Alpin-Zirkus eingefunden hatte, ist sich selbst noch nicht sicher, ob sie die Abfahrt bestreiten wird: „Ich weiß noch nicht, ob ich die Abfahrt fahren werde. Das wird sich in Kürze entscheiden. Ich muss sehen, ob es körperlich schon reicht oder ob ich mich auf die anderen Disziplinen konzentriere.“ Ihre Entscheidung hat auch Auswirkungen auf Nadia Delago: Sollte Brignone starten, wäre für die Grödnerin kein Startplatz verfügbar, andernfalls wird dieser zwischen ihr und Elena Curtoni vergeben (ein Qualifikationslauf im zweiten Training könnte dort die Entscheidung bringen).

Ein weiteres großes Thema war der Auftritt von Lindsey Vonn. Die US-Amerikanerin war vor einer Woche in Crans-Montana schwer gestürzt und hatte sich dabei einen Kreuzbandriss zugezogen. Trotz großer Zweifel an ihrer Fitness ging die 41-Jährige mit Startnummer 10 ins Training, ausgerüstet mit einer Schiene, und beendete den Lauf auf Rang elf. Während der Unterbrechungen zeigte sich Vonn jedenfalls gut gelaunt und ließ sich gemeinsam mit Teamkolleginnen am Start während einer Tanzeinlage filmen.

Mit Kreuzbandriss auf der Olympia-Strecke: Lindsey Vonn. © APA/afp / FRANCOIS-XAVIER MARIT

Mit Kreuzbandriss auf der Olympia-Strecke: Lindsey Vonn. © APA/afp / FRANCOIS-XAVIER MARIT


Insgesamt standen 47 Läuferinnen am Start. Die Bedingungen – weich, langsam, unruhig und durch Nebel beeinträchtigt – ließen nur eingeschränkt Rückschlüsse auf die tatsächlichen Kräfteverhältnisse zu. Vielleicht bringt das zweite Training am Samstag genauere Informationen.

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