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Der Kastelruther Florian Schieder will auch in Garmisch angreifen. © APA / HELMUT FOHRINGER

Zwischen Posaune und Skiern: Das ist Florian Schieder

Mit seiner Fahrt in Kitzbühel hat Florian Schieder alle überrascht. Für den Kastelruther ist das aber schon Schnee von gestern: In Garmisch will der 25-Jährige wieder attackieren. Vor der Kandahar-Abfahrt hat SportNews den Abfahrer unter die Lupe genommen.

„Als ich in Kitzbühel im Ziel die 14 aufleuchten sah, war ich in erster Linie erleichtert, dass ich mal eine gute Abfahrt runtergebracht habe“, sagt Florian Schieder über sein sensationelles Ergebnis, das er auf der Streif mit der Startnummer 50 eingeheimst hat. In den ersten 4 Zwischenzeiten war er sogar schneller unterwegs gewesen als Sieger Beat Feuz. „Es war ein cooles Erlebnis und ein gutes Resultat. Und wenn dir Mal Dominik Paris oder Beat Feuz sagen, dass du gut gefahren bist, will das was heißen. Aber eigentlich ist es fast schon vergessen, denn das nächste Rennen steht vor der Tür.“


Am Freitag wird Schieder in der Abfahrt von Garmisch an den Start gehen (um 11.30 Uhr / Liveticker auf SportNews), tags darauf steht der Super-G an. Für den 25-Jährigen geht es noch um einiges: Das Aufgebot der Herren für die Weltmeisterschaft in Cortina steht noch nicht, da die letzten Plätze in den Speed-Disziplinen noch vergeben werden müssen. „Ich denke eigentlich nicht so viel dran“, macht sich Schieder keinen Druck. „Durch dem, dass ich eigentlich noch in der B-Mannschaft bin, war die WM heuer nie wirklich mein Ziel. Jetzt ist die Chance aber da und ich will kämpfen.“

Kampf um die letzten Tickets
Dominik Paris und Christof Innerhofer sind bei der WM in Cortina sowohl im Super-G als auch in der Abfahrt gesetzt. Es bleiben also noch 2 Startplätze übrig, um die mit Emanuele Buzzi, Matteo Marsaglia und eben Florian Schieder 3 Athleten kämpfen. Von diesen 3 Ski-Profis hat Schieder mit dem 14. Platz in Kitzbühel das beste Abfahrtsergebnis eingeheimst. Allerdings ist das keine Garantie, da die Kriterien der Trainer oft komplexer sind. Klar ist: Der Kampf um die letzten Tickets wird spannend.

Schieder hat in Kitzbühel voll überrascht. © AFP / JOE KLAMAR


Selbstvertrauen hat Schieder mit seinem besten Karriereergebnis jedenfalls ordentlich getankt. Gleichzeitig weiß er auch: „Als Abfahrer brauchst du viel Geduld.“ Geduld, die er auch in Zukunft aufbringen muss. „Ich habe mich im Weltcup bisher schwer getan, die FIS-Punkte runterzubekommen und so niedrigere Startnummern zu ergattern. Ich habe einfach gemerkt, dass es im Abfahrtsweltcup viel Erfahrung braucht. Und diese Erfahrung eignet man sich nur bei den Rennen an“, so Schieder, der heuer zwischen Weltcup und Europacup umhergependelt ist.
„Früher war ich nie wirklich gut.“
Florian Schieder
Schieder war immer schon ein begeisterter Skifahrer – „auch wenn ich als kleiner Bub nie wirklich gut war“, schmunzelt der Kastelruther. Seine Hartnäckigkeit machte sich aber bezahlt: Über den Landeskader ist er in eine Jugendgruppe der Carabinieri gekommen und von dort aus in die Nationalmannschaft aufgestiegen. „Das war etwas kurios, denn ich bin eigentlich durch meine guten Leistungen im Riesentorlauf ins Nationalteam gekommen. Dort habe ich mich dann aber voll und ganz auf die Speed-Disziplinen konzentriert.“

Über sich selbst sagt Schieder, dass er ein sehr geselliger Mensch sei. „Ich gehe gerne unter die Leute und treffe mich mit Kollegen. Jeden Morgen gehe ich vor dem Training in die gleiche Bar in Kastelruth meinen Kaffee trinken, das passt mir. Leider ist das zurzeit wegen Corona nicht möglich.“ Und: „Ich bin auch bei der Musikkapelle und spiele dort Posaune. Wenn es die Zeit zulässt, bin ich immer dabei.“ Man ist also geneigt zu sagen: Schieder posaunt zum Angriff.

Autor: det

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