N Skispringen

Sara Marita Kramer hatte einen schweren Rückschlag hinnehmen müssen. © AFP / JENS SCHLUETER

„Es war ein Albtraum“ – Kramer im mentalen Tief

Sie wurde als eine der großen Favoritinnen auf Gold gehandelt, sah ihren Traum aber kurz vor Olympia zerplatzen. Daraufhin zog sich Sara Marita Kramer zurück und schottete sich ab. Nun gibt sie einen Einblick in ihre Welt der vergangenen drei Wochen.

„Es waren grausige Tage, schlaflose Nächte. Ich habe das Ganze nicht wahrhaben wollen“, erläuterte die 20-Jährige auf einer Pressekonferenz. Ende Januar wurde Kramer beim Weltcup von Willingen positiv auf das Coronavirus getestet. Ein Nackenschlag für die Dominatorin des diesjährigen Skisprung-Weltcups. Die Olympischen Spiele, bei welchen sie natürlich um die Goldmedaille mitkämpfen sollte, rückten plötzlich in weite Ferne.


Ein Umstand, der sehr an der Salzburgerin nagte. „Ich war echt ein bisserl in einem Loch. Das Gefühl ist grausig, weil man steht jeden Tag auf, im Hintergedanken dort zu performen. Und auf einmal ist es weg.“ Zwar gebe es in Zukunft noch einige Winterspiele, bei denen sie sich in Szene setzen könne, aber als selbstverständlich betrachte sie das nicht. „Vier Jahre sind lang und man sieht, es passieren immer Sachen, die man nicht am Schirm hat.“

„Vier Jahre sind lang und man sieht, es passieren immer Sachen, die man nicht am Schirm hat.“ Sara Marita Kramer

Nachdem die Olympischen Spiele für die Skispringer bereits beendet sind, rückt der Fokus wieder auf den Weltcup. Dort will Kramer möglichst wieder ganz vorne angreifen. „Mental ist es natürlich schwierig, mit der Motivation war es anfangs nicht so leicht, aber es geht bergauf“, gab sie vor ihrem Comeback im oberösterreichischen Hinzenbach (24. bis 27. Februar) zu verstehen.
Der Wettkampf als Motivation
Sie brauche den unmittelbaren Wettkampf mit ihren Konkurrentinnen zur Motivation. Seit ihrem positiven Test sind die Sprungski nämlich nahezu verstaubt. Das stete Warten auf eine mögliche Umkehr der Ereignisse hatte Kramer vereinnahmt. Trotzdem hat sie ihren Teamkolleginnen die Daumen gedrückt und die olympischen Springen verfolgt. „Ich wollte es mir nicht entgehen lassen.“

In Hinzenbach will Kramer wieder hoch hinaus. © ANSA / MARTIN DIVISEK

Nun greift sie selbst aber wieder ins Geschehen ein und peilt den Gewinn des Gesamtweltcups an. „Natürlich ist der Gesamtweltcup noch mein Ziel und der Fokus für die Saison. Ich weiß, dass ich gut Skispringen kann und viel erreichen kann. Alles was möglich ist, probiere ich“, unterstrich sie ihre Ambitionen.

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