N Skispringen

Sara Takanashi, der Superstar im Frauen-Skispringen, war mit Japan beim Teamevent mit dabei. © APA/afp / JOE KLAMAR

Historisches Teamevent der Frauen: Ein Sprung in die richtige Richtung?

Der 26. Februar 2019 wird in die Geschichtsbücher des nordischen Skisports eingehen. Zum ersten Mal bei einer Nordischen Ski-WM stand nämlich ein Frauen-Teamspringen auf dem Programm. Die italienische Mannschaft hat sich dabei achtbar geschlagen.

Von Christian Staffler, Seefeld in Tirol

Was bei den Männern längst zum fixen Inventar gehört, blieb den Skispringerinnen bisher vorenthalten. Und so hat sich die FIS erst vor einem Monat (und auf Druck des Internationalen Olympischen Komitees) darauf geeinigt, dass es bei der WM in Seefeld einen Frauen-Teamwettbewerb gibt.

Auf die Aufnahme des Frauen-Teamspringens in das WM-Programm reagierte auch der italienische Wintersportverband. Eigentlich hätten nur die beiden Südtirolerinnen Lara Malsiner und Elena Runggaldier nach Seefeld reisen sollen. Doch um am Teamwettbewerb teilnehmen zu können, braucht es vier Springerinnen. Und so wurden Veronica Gianmoena und die 16-jährige Debütantin Giada Tomaselli, die noch nie im Weltcup im Einsatz war, für den Teamwettbewerb nach Seefeld geschickt.

Riesige Unterschiede beim Preisgeld

Auch wenn es erstmals ein Teamspringen gab: Dass das Frauen-Skispringen noch in den Kinderschuhen steckt, sieht man an vielen Beispielen. So waren beim WM-Debüt auf der Toni-Seelos-Schanze insgesamt elf Nationen am Start, das kann sich sehen lassen. Bei den Männern waren es am Sonntag in Innsbruck am Bergisel zwölf. Eine der größten Skisprung-Nationen der Welt fehlte allerdings, denn Polen stellte kein Frauen-Team. Die Osteuropäer, bei den Männern längst eine Großmacht, haben die Entwicklung schlicht und einfach verpennt.

© APA/afp / JOE KLAMAR

Endlich auch im Fokus: Die DSV-Skispringerinnen holten ein historisches WM-Gold.

Dabei feierten die Skispringerinnen bereits vor zehn Jahren, 2009 im tschechischen Liberec, ihr WM-Debüt. Seit 2012 gibt es einen Weltcup, zwei Jahre später folgte in Sotschi die Premiere bei Olympischen Winterspielen. Doch spätestens wenn man das Preisgeld vergleicht, dann ist der Unterschied gewaltig. Während die deutschen Männer für die WM-Team-Goldmedaille 30.812 Euro kassierten, wurden ihre weiblichen Pendants mit 4400 Euro abgespeist. Ein Skisprung-Einzelweltmeister kassiert in Seefeld 28.750 Euro. Bei den Frauen gibt es für WM-Goldmedaille 7043 Euro.

Italien erreicht das angepeilte Ziel

Das italienische Frauenquartett konnte sich für den zweiten Durchgang, bei dem nur die besten acht Teams teilnehmen dürfen, qualifiziert. Und genau das war das Ziel, wie Runggaldier am Montag im SportNews -Interview erzählte. Angeführt von der starken und auch erst 19-jährigen Malsiner (sie knackte die 100-Meter-Marke), belegten die „Azzurre“ die achte Endposition.

© APA/afp / JOE KLAMAR

Elena Runggaldier freut sich mit ihren Teamkolleginnen über Rang acht.

Die Goldmedaille ging an Deutschland, das jetzt die Chance auf den Team-Gold-Viererpack bei der Nordischen Ski-WM 2019 hat. Dazu fehlt „nur“ noch der WM-Titel der Männer von der Normalschanze und die Goldene im Mixed-Teamspringen, wo Deutschland am Samstag der große Favorit ist. Den Vize-WM-Titel schnappten sich die Lokalmatadorinnen aus Österreich, die sich gegen Norwegen durchsetzten.
WM in Seefeld: Teamspringen der Damen
Pos.LandPunkte
1.Deutschland898,9 Punkte
2.Österreich880,3
3.Norwegen876,9
4.Slowenien828,1
5.Russland820,3
6.Japan806,1
7.Frankreich718,1
8.Italien690,5

Autor: cst

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