N Skispringen

Die Nationalmannschaft beim Training in Predazzo Elena Runggaldier Manuela Malsiner Lara Malsiner

Skispringerinnen versuchen Neustart

Skispringerin in Italien zu sein, ist wirklich nicht einfach. Im Gegensatz zu anderen Ländern ist diese Sportart hier nicht sehr populär, was es schwierig macht, Sponsoren zu finden. Und es gibt wenige Schanzen. Trotzdem schafften es in den vergangenen Jahren einige Ausnahmespringerinnen mit der absoluten Weltelite mitzuhalten. So stieg z.B. Elena Runggaldier aufs Podest bei der ersten Frauen-Weltmeisterschaft 2011 in Oslo, wo sie Silber hinter der Österreicherin Daniela Iraschko holte. Ihre Teamkollegin Evelyn Insam schrammte drei Jahre später bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi knapp an einer Medaille vorbei und wurde Fünfte.

Im Vorjahr blieben dann aber plötzlich die Ergebnisse aus. Die Harmonie in der Mannschaft stimmte nicht mehr, es wurde nur mehr gestritten und so beschloss der Verband, drastische Maßnahmen zu ergreifen und löste im Mai dieses Jahres die Damen-Nationalmannschaft einfach auf. Der Vertrag mit Cheftrainer Julien Eybert-Guillon wurde gekündigt.

Für die beiden Topspringerinnen Elena Runggaldier und Evelyn Insam bedeutete dies, dass sie sich nur mehr mit den Trainern ihrer Sportgruppe (Finanzwache) auf den Winter vorbereiten hätten können. „Das war eine harte Entscheidung. Ich glaube, so etwas hat es noch nie gegeben“, blickt Runggaldier zurück.


Evelyn Insam trainiert privat in Frankreich

Evelyn Insam akzeptierte diese Entscheidung nicht, kündigte ihren Arbeitsplatz bei der Finanzwache und zog nach Frankreich zu Julien Eybert-Guillon. Der Franzose wurde ihr Privattrainer.

Mit der Auflösung der Nationalmannschaft riskierte das Damenskispringen in Italien zu verschwinden. Das bemerkte auch Romed Moroder, der eigentliche Vater der Erfolge der Grödner Skispringerinnen. Nach zähen Verhandlungen mit dem Verband, überzeugte er im September FISI-Präsident Flavio Roda und Sportdirektor Sandro Pertile, doch wieder eine Nationalmannschaft aufzubieten. Und er holte gleich den besten Trainer, den Österreicher Janko Zwitter, der auch die stärkste Skispringerin der Welt, die Japanerin Sara Takanashi betreut. Die 19-Jährige ist fünffache Junioren-Weltmeisterin, hat zweimal den Gesamtweltcup gewonnen, vier Mal den Sommer Grand Prix und feierte bisher insgesamt 30 Weltcup-Einzelsiege. “Ich habe schon die letzten zwei, drei Jahre versucht, ihn zu überzeugen, nach Italien zu kommen. Leider scheiterte es aber immer am Verband. Jetzt hat es doch noch geklappt und ich bin überzeugt, dass wir in Zukunft noch viel erreichen können“, sagt Moroder.


Fünf Athletinnen im Nationalteam

Moroder und Zwitter holten für den heurigen Winter fünf Skispringerinnen ins italienische Nationalteam. Elena Runggaldier, mit 25 Jahren die älteste im Aufgebot, die Schwestern Manuela und Lara Malsiner sowie die einzige Nicht-Grödnerin Veronica Gianmoena aus dem Trentino trainieren bereits seit einem Monat mit dem neuen Trainergespann. Dazu kommt noch Evelyn Insam, die zwar weiter mit Julien Eybert-Guillon trainiert, bei den Weltcupveranstaltungen aber zur Nationalmannschaft stoßen wird. Zwitter und Moroder sind überzeugt, dass dies der richtige Weg ist. „Für Evelyn bleibt die Tür immer offen. Sie will ihren eigenen Weg gehen und wir haben das akzeptiert. Es gibt keinen Streit, wir brauchen jetzt nur ein wenig Zeit, um dann wieder zu einem einheitlichen Team zusammenzuwachsen“ ist Moroder überzeugt. Zwitter sieht es pragmatisch: „Mit Sara (Takanashi) und dem japanischen Verband hatten wir bereits eine ähnliche Situation und auch diese konnten wir klären. Ich freue mich auf Evelyn, sie wird uns sicher weiter helfen.“


Janko Zwitter glaubt an Überraschung

Der Weltcup beginnt heuer am 4. Dezember in Lillehammer. Insgesamt stehen 19 Termine auf dem Programm, so viele wie noch nie zuvor. Janko Zwitter geht sehr zuversichtlich in die neue Saison. „Ich lehne mich weit aus dem Fenster hinaus. Zwar wackeln unserer Ergebnisse zwischen gut und nicht gut, in dieser Mannschaft steckt aber großes Potential. Wir haben einige technische Änderungen vorgenommen, die müssen unsere Springerinnen erst verarbeiten. Trotzdem glaube ich, dass wir bereits heuer für dicke Überraschungen sorgen können.“

Etwas vorsichtiger ist Elena Runggaldier, mit insgesamt 51 Weltcup-Einsätzen die erfahrenste Springerin im Team. „Noch passt nicht alles, aber die Formkurve zeigt nach oben. Jetzt ist der Kopf frei, ich hoffe, dass bald auch die Ergebnisse kommen.“


Die Junioren-WM ist das große Ziel der Malsiner-Schwestern

Die 17-jährige Manuela Malsiner will heuer, nach längerer Wettkampfpause (Sturz in Planica und Kreuzbandriss) versuchen, wieder den internationalen Anschluss zu finden. Ihr großes Saisonziel ist die Junioren-WM Ende Februar im rumänischen Rasnov. Hier und bei den Olympischen Jugendspielen möchte auch ihre zwei Jahre jüngere Schwester Lara vorne mitspringen. Lara Malsiner trainiert heuer erstmals mit der Nationalmannschaft, nachdem sie sich im Vorjahr mit guten Ergebnissen im Alpencup empfehlen konnte. Und sie ist selbstbewusst: „Bei diesen beiden Großereignissen möchte ich schon
unter die besten Fünf springen.“


https://www.youtube.com/embed/WRxncifwdDM

Autor: sportnews

Empfehlungen

Kommentare (0)

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen..

© 2020 Sportnews - IT00853870210