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Allen Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz: Edwin Coratti hat sich mit dem Coronavirus infiziert. © Pentaphoto

Coratti hat Corona: Snowboarder ziehen sich komplett zurück

Ausgerechnet jetzt: Unmittelbar vor den zwei entscheidenden Rennen um die Oympia-Teilnahme hat sich Edwin Coratti mit dem Coronavirus infiziert. Italiens Wintersportverband reagiert drastisch.

Von:
Alexander Foppa

Am frühen Dienstagabend ging in Bad Gastein unter Flutlicht ein spektakulärer Weltcup-Parallelslalom über die Bühne. Die Siege holten sich Daniela Ulbing und Arvid Auner. Im Anschluss wurde im Zielraum jedoch nicht nur über die Erfolge der beiden österreichischen Lokalmatadore gesprochen, vielmehr stellte man sich die Frage: Wo sind Italiens Spitzen-Snowboarder?


Offiziell haben die Azzurri als Sicherheitsmaßnahme in Hinblick auf die Olympia-Generalprobe am Freitag auf der Simonhöhe (Kärnten) kurzfristig auf einen Start verzichtet. Wie SportNews in Erfahrung brachte, handelt es sich jedoch nicht nur um eine vorbeugende Maßnahme, stattdessen ist es in erster Linie eine Reaktion auf drei Coronafälle im eigenen Lager. Neben zwei Betreuern ist mit Edwin Coratti auch ein Weltcup-Athlet betroffen.

„Ja, das stimmt. Am Sonntag fiel mein Test nach dem Training positiv aus“, so der 30-jährige Langtauferer, den es mit seiner Coronainfektion zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt trifft. Hatte er sich mit seinem dritten Platz in Carezza bis dato in eine ausgezeichnete Position um ein Olympia-Ticket manövriert, so droht die Konkurrenz ihn nun aus dem Aufgebot zu drängen. Roland Fischnaller gilt nämlich als Fixstarter, auch Aaron March und der beständige Mirko Felicetti scheinen in der Gunst der Trainer ganz oben zu stehen.

Somit verbleibt wohl nur noch ein Peking-Ticket, um das neben Coratti auch der Grödner Daniele Bagozza kämpft. Letzterer hat zwar kein Podestplatz zu Buche stehen, fuhr bislang aber mehr Weltcuppunkte ein und könnte mit einem guten Ergebnis auf der Simonhöhe das Ticket lösen.

„Am Ende wird der bessere nach Peking reisen.“ Edwin Coratti

Fix ist bisweilen nur, dass Coratti die beiden letzten Rennen (ein Riesentorlauf, ein Teamevent) vor Olympia am Fernseher verfolgen muss. „Natürlich schmerzt das, auch weil ich wirklich vorsichtig war und komplett durchgeimpft bin“, erklärt symptomfreie Coratti im Telefongespräch mit SportNews. Darin gibt er sich durchaus als fairer Sportsmann: „Jetzt liegt es nicht mehr in meiner Hand. Ich wünsche meinen Teamkollegen aber trotzdem viel Glück, am Ende wird der bessere nach Peking reisen.“
Bagozza reduziert „Kontakt zur Außenwelt“
Italiens Wintersportverband hat auf die drei Coronafälle jedenfalls äußerst hart reagiert und auch den negativ getesteten Athleten die Reise zum Nachtrennen in Bad Gastein verweigert. Allerdings wurde dort auch nur ein nicht-olympischer Parallelslalom gefahren. Vor dem Riesentorlauf am Freitag dürfte die Vorgabe bei den Sportlern mehr denn je gelten: Hauptsache kein Corona. „In der Tat. Ich werde die nächsten Tage versuchen, den Kontakt zur Außenwelt auf ein Minimum zu reduzieren“, sagt etwa Bagozza, „Ich will die nächsten Rennen unbedingt bestreiten. Dann wird man sehen, wer zu den Olympischen Spielen reisen darf.“

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