
Alessandro Hämmerle hat einen kuriosen Weg hinter sich. © Alessandro Hämmerle / Soziale Medien
Mit Hilfe der KI: Wie ein Olympiasieger neu gehen lernen musste
Vor vier Jahren hat sich Alessandro Hämmerle bei den Winterspielen 2022 in Peking zum Olympiasieger gekrönt. Dass der Vorarlberger auch in Livigno vorne mitmischen kann, war jedoch alles andere als in Stein gemeißelt – immerhin musste er neu gehen lernen.
08. Februar 2026
Von: apa
Der Rücken zwickte und Spitzenmediziner waren überfragt. Was also tun? „Die KI ist geduldiger als ein Arzt, man kann sie alles fragen und lange diskutieren“, erzählte Alessandro „Izzi“ Hämmerle, Olympiasieger von 2022 im Snowboard-Cross. „Ich bin verschiedene Bewegungsmuster durchgegangen, habe mir die Anatomie des Körpers angeschaut und einige Probleme habe ich wirklich mit ChatGPT gelöst.“ Das eine falsche „kleine Glied in der Kette“ wurde letztlich doch gefunden.
„Die Rückenprobleme sind hauptsächlich von meinem Fuß ausgegangen, das Gangbild war schief“, erklärte Hämmerle der APA. Hämmerle, 1,90 Meter groß, 100 Kilo Kampfgewicht, stand zu viel am Außenfuß und auf der Ferse, wodurch sich sein Knie und die Hüfte ausdrehte und das Becken in Tiefstellung war. Irgendwann war das zu viel für den Rücken des Vorarlbergers, der zudem einen angeborenen Gleitwirbel spazieren trägt. „Ich habe mit über 30 Jahren praktisch neu gehen gelernt.“
Hämmerle: „Es war ganz komisch“
Seitdem also versucht der 32-Jährige, den großen Zehenballen rechts mehr zu belasten, speziell auch im Alltag. „Es war ganz komisch, das ganze Gestell ist auf das alte Muster eingestellt. Es ist immer noch Arbeit, aber aus dem Schmerzmuster sind wir draußen.“„Profisport macht seit dem Frühjahr wieder Spaß. Ich kann wieder voll trainieren, das konnte ich die letzten drei, vier Jahre nicht.“ Alessandro Hämmerle
Für einen, dessen Körper sein größtes Kapital darstellt, ist das eine echte Befreiung – vor allem, da die Leidenszeit schon früher begonnen hatte. Monatelang plagten ihn Kopfschmerzen nach einer schweren Gehirnerschütterung. „Profisport macht seit dem Frühjahr wieder Spaß. Ich kann wieder voll trainieren, das konnte ich die letzten drei, vier Jahre nicht. Der Körper ist wieder besser in Schuss als vor ein paar Jahren“, berichtete Hämmerle freudestrahlend.
„Will das Ding wiederholen“
Den Winterspielen in Italien blickt er deshalb voller Zuversicht entgegen. „Ich bin so zufrieden mit meinem Snowboarden aktuell. Wenn ich einen guten Tag habe, muss ich mich vor niemandem verstecken“, sagte der dreifache Snowboard-Cross-Gesamtweltcupsieger. Die vor vier Jahren bei den Corona-Spielen in China eingefahrene Goldmedaille habe ihm Bekanntheit verschafft und so manche Tür geöffnet. „Es war ein immenser Schub, was die Personenmarke – die Sichtbarkeit speziell in der Breite – angeht. Bei uns in Vorarlberg merkt man schon, man hat da was Spezielles erreicht.“Alessandro Hämmerle hat vor vier Jahren in Peking Gold gewonnen. © ANSA / MAXIM SHIPENKOV
Für das anstehende Großereignis, bei dem Hämmerle im Einzel (12. Februar) und möglicherweise im Mixed Team (15.) antritt, habe er sich vorgenommen, „das Ganze mit mehr Genuss zu nehmen“. Eigentlich. „Jetzt bin ich aber wieder angespannt – und will das Ding im besten Fall wiederholen. Ich habe alles wieder so angelegt wie beim letzten Mal, ich bin sehr gut vorbereitet.“ Wohlwissend, dass im Snowboard Cross, im Kampf Mann gegen Mann, nicht alles immer von der eigenen Leistung abhängt.
Profil bearbeiten
Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.


Kommentare (0)