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Holte Bronze: Omar Visintin. © APA/afp / MARCO BERTORELLO

Wahnsinn: Omar Visintin holt OLYMPIA-BRONZE!

Was für ein spektakuläres Rennen, was für ein grandioser Auftritt von Omar Visintin: Der Algunder Snowboardcrosser hat sich am Donnerstag einen Traum erfüllt und Olympia-Bronze gewonnen.

Von:
Thomas Debelyak

Solche Geschichten schreibt nur der Sport! Am 10. Dezember, also vor genau zwei Monaten, war Omar Visintin beim Snowboardcross-Weltcup in Montafon (Österreich) schwer gestürzt. Er zog sich eine Gehirnerschütterung zu und verletzte sich am Ellbogen derart heftig, dass er operiert werden musste. Den Traum von den Olympischen Spielen gab der 32-Jährige aber nie auf. Er schuftete wie wild für sein großes Ziel und konnte nach einer Blitzheilung doch mit nach Peking reisen. Dort schlug nun seine große Stunde: In einem an Dramatik und Spannung nicht zu überbietenden Snowboardcross-Bewerb holte sich der Algunder die Bronze-Medaille.


Damit ist das zweite Südtiroler Edelmetall bei den Olympischen Spielen unter Dach und Fach. Am Sonntag hatte sich bekanntlich Dominik Fischnaller im Einsitzer-Bewerb der Kunstbahnrodler seinen Medaillentraum – ebenfalls mit Bronze – erfüllt. Visintin holte das erste olympische Herren-Edelmetall überhaupt für Italiens Snowboardcrosser. Für Südtirol ist es die zweite Snowboard-Medaille der Geschichte: 1998 gewann Thomas Prugger Silber, allerdings im Parallel-Slalom.

Das Podest: Eliot Grondin (links), Alessandro Hämmerle (Mitte) und Omar Visintin. © ANSA / MAXIM SHIPENKOV


Visintin brach am Donnerstag auch mit einem langjährigen Tabu: Bei Großereignissen war der Algunder, der zu den Besten seiner Zunft gehört, in der Einzeldisziplin bisher medaillenlos geblieben. Nur im Mixed-Team-Event holte er bei der WM 2019 Silber. Jetzt folgt die Olympische Krönung.

Wie ein Panther auf der Jagd

Geschlagen geben musste sich Omar am Donnerstag nur seinem Dauerrivalen Alessandro Hämmerle aus Österreich sowie dem Kanadier Eliot Grondin. Wie sich Visintin seine Medaille holte, ist bemerkenswert. In seinen Läufen, sprich vom Achtelfinale bis in den End-Heat, erwischte der 32-Jährige nie einen optimalen Start und fuhr seinen jeweils drei Konkurrenten meistens hinterher. Doch wie ein Panther auf der Jagd pirschte er sich stets heran, nutzte in den Schlüsselpassagen die kleinen Lücken im Stile eines alten Hasen aus und arbeitete sich so bis ins Finale vor. Besonders spannend war das Viertelfinale, in dem ein Fotofinish über das Weiterkommen entscheiden musste.


Im Finale der besten Vier sah es für Visintin zunächst nicht gut aus. Hämmerle und Grondin zogen prompt davon, dahinter schien der Österreicher Julian Lüftner dem Südtiroler zu entwischen. Doch Visintin holte – auch dank seines extrem schnellen Materials – immer weiter auf und setzte schließlich kurz vor Schluss das entscheidende Überholmanöver, das ihm die Bronze-Medaille brachte. Der Jubel im Ziel war groß. Der Burggräfler hat also gezeigt, dass ihm die Strecke im Secret Garden in Peking besonders liegt: Hier war er schon bei der Generalprobe im November auf Platz 2 gerast. Jetzt hängt um seinen Hals olympisches Edelmetall.

Noch eine Medaillenchance

Die Winterspiele sind für Visintin noch nicht zu Ende: Dank dieser grandiosen Leistung wird er wohl auch den Mixed-Bewerb mit Superstar Michela Moioli bestreiten. Dort gelten die beiden Azzurri als ganz heiße Kandidaten für eine Medaille. Dieses Rennen geht in der Nacht auf Samstag über die Bühne.

Olympia, Snowboardcross Männer

Pos.NameLand
GOLDAlessandro HämmerleAUT
SILBEREliot GrondinCAN
BRONZEOmar VisintinITA/Algund
4.Julian LüftnerAUT
5.Merlin SurgetFRA
6.Jake VedderUSA
7.Lucas EguibarESP
8.Tommaso LeoniITA
9.Martin NörlGER
10.Nick BaumgartnerUSA
26.Lorenzo SommarivaITA
31.Filippo FerrariITA



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