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FISI-Chef Flavio Roda ist mit dem Abschneiden seiner Sportler in China nicht zufrieden. © Pentaphoto

FISI-Chef Roda übt Kritik: „Von Biathleten und Skifahrern mehr erwartet“

Flavio Roda, der Chef des italienischen Wintersportverbands FISI, hat kurz vor dem Ende der Olympischen Spiele in Peking eine nicht allzu positive Zwischenbilanz gezogen. Vor allem von Skifahrern und den Biathleten hätte man sich mehr erwartet, so der Tenor.

16 Medaillen hat Italien bei den Olympischen Spielen in Peking bis zum Samstag eingefahren. Neun davon gehen auf das Konto von Sportarten, die der FISI obliegen (Ski alpin, Ski nordisch, Rodeln, Biathlon, Bob, Skeleton). Diese Bilanz sei okay, doch eigentlich habe man sich eine doppelstellige Medaillen-Ausbeute erwartet, wird Flavio Roda in einer FISI-Mitteilung zitiert: „Neun Medaillen sind nicht schlecht, aber ich habe mir mehr erwartet. Ich habe von Anfang an gesagt, dass eine doppelstellige Anzahl im Bereich des Möglichen wäre.“


Enttäuscht zeigte sich Roda von den Skimännern, die zum zweiten Mal in Folge bei Olympischen Spielen leer ausgingen. „Von Paris, Innerhofer, De Aliprandini oder den Slalom-Spezialisten hätte ich mir schon das eine oder andere bessere Resultat erwartet“, so der Wintersport-Boss. Auch mit dem Abschneiden der Biathleten ist Roda nicht zufrieden: „Die Bedingungen waren wirklich hart und wir wissen, dass Dorothea (Wierer; Anm. d. Red.) damit Schwierigkeiten hat. Sie hat trotzdem eine Medaille geholt. Alles in allem war aber mehr zu erwarten.“

„Wir hatten Medaillenkandidaten, konnten aber keine Resultate erzielen. Ich habe mir mehr erwartet.“ Flavio Roda über die alpinen Skimänner

Große Sorgen bereitet dem 71-Jährigen der Langlauf-Nachwuchs. „Pellegrino hat bestätigt, dass er ein Champion ist. Dahinter kommt wenig nach, ich bezweifle, dass unsere Jungen auf Topniveau kommen. Das gibt mir zu denken“, so Roda, der in diesen Gedankengang auch die Nordischen Kombinierer miteinschließt: „Die Ära Pittin ist zu Ende, jetzt haben wir leider nur noch wenige Athleten.“

Lobend erwähnte Roda die Entwicklungen beim Freestyle und den Boardercrossern, wenngleich er auf eine Goldmedaille von Michela Moioli gehofft hatte. Für die kommenden Olympischen Spiele habe man wichtige Konzepte ausgearbeitet, damit man in Mailand und Cortina konkurrenzfähig sein soll. Vor allem in Bereichen Bob und Skeleton sei man schon auf einem guten Weg, so Roda.

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Kommentare (1)

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Hermann Zanier [melden]

Herr Präsident Roda hat zum Teil Recht, einige Urteile sind aber falsch. Welche guten Ansätze er im Bobsport ausmacht, wird nur er sagen können. In Bob aus Italien kämpft gerade um den letzten Platz mit jenem aus Jamaika. Die Zeiten von Eugenio Monti sind vorbei, vor allem weil man nicht imstande ist, eine taugliche Bahn bereitzustellen. Die selbe Misere gilt für die Rodler. Bei den Springern und Kombinierern (Damen und Herren) happert es anscheinend gewaltig bei den Trainern. Es waren alle anständige bis ausgezeichnete Sportler, je länger sie von den letzten Trainern betreut werden, desto schlechter werden sie. Bei den Langläufern genügt es nicht, zwei Spitzen zu den Russen zu schicken, um eine ganze Mannschaft aufzubauen. Alpine und Biathleten haben eigentlich das gebracht, was sie können. Da spielt auch sehr der Zufall mit. Man kann sich auch beim Schi vergreifen.

19.02.2022 16:25

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