
Vivien Insam konnte das olympische Feuer in ihren Händen halten. © Harald Wisthaler
Krönender Abschluss eines besonderen Olympia-Abenteuers
Die olympische Flamme gastierte dieser Tage in Südtirol. Von Cortina aus durchquerte sie das Pustertal und das Eisacktal, ehe sie über Bozen Vivien Insams Heimat Gröden erreichte. Die ehemalige Skirennläuferin hat aufregende Wochen hinter sich, die nun in einem echten Höhepunkt gipfelten.
29. Januar 2026
Von: leo
Von Anfang Dezember bis zur Eröffnungsfeier am 6. Februar tourte das olympische Feuer durch ganz Italien. 60 Städte und Ortschaften wurden dabei erreicht. An den letzten Tagen stand Südtirol im Epizentrum der Aufmerksamkeit. Die Fackel, die von Sportgrößen wie Carolina Kostner und Tania Cagnotto getragen wurde, machte unter anderem im Biathlon-Zentrum in Antholz und in der Intercable Arena in Bruneck Halt. Mittendrin: Vivien Insam, die an der Seite der 10.001 Fackelträger sicherstellen musste, dass alles reibungslos verläuft.
Mit SportNews sprach die 28-Jährige über kräftezehrende Tage, einmalige Zusammentreffen, große Emotionen und auch über die Nebengeräusche rund um den Fackellauf.
Wie sind Sie zu diesem Job gekommen?
Die Polizei musste für den Fackellauf durch ganz Italien 24 Personen – zwölf Frauen und zwölf Männer – entsenden, um die Sicherheit zu gewährleisten. Als Teil der Sportgruppe wurden Federico Liberatore (ebenfalls ein Ex-Skifahrer, Anm. d. Red.) und ich ausgewählt. Zu Beginn war ich noch etwas skeptisch, weil ich ein Testevent im Oktober als sehr mühsam empfunden habe. Der Tag begann um 7 Uhr und endete um Mitternacht. Jetzt bin ich aber sehr zufrieden, dass ich die Chance dazu bekommen habe.“
Vivien Insam mit Giorgio Chiellini.
Worin bestand Ihre Aufgabe und kam es zu heiklen Situationen?
Der Auftrag dauerte insgesamt 30 Tage. Wir mussten auf jeder Etappe gewährleisten, dass die Flamme nicht erlischt, den Fackelträger beschützen und ihm den Weg freihalten. Der Sicherheit wegen wurde jeder Lauf auch von Autos und Motorrädern begleitet. Es gab schon die eine oder andere Protestaktion, die uns auch zu Abänderungen der Route zwang, im Großen und Ganzen verlief aber alles ohne Zwischenfälle.“
Was hat diese Erfahrung für Sie so besonders gemacht?
„Einerseits waren wir eine wirklich schöne Gruppe, was nicht selbstverständlich ist. Die Stimmung war so positiv, dass ich die Müdigkeit vergaß. Darüber hinaus habe ich viele Sportler und Persönlichkeiten getroffen, mit denen ich auch die Chance hatte, mich kurz auszutauschen. So etwa mit Giorgio Chiellini. Als bekennender Juventus-Fan war das schon sehr besonders. Zudem war es wunderbar, die Emotionen in den Gesichtern der Fackelträger zu sehen – egal ob von Bekanntheiten, Normalos oder Personen mit Beeinträchtigung. Als ich vor wenigen Tagen nach Hause gekommen bin, war ich etwas traurig, obwohl es sehr anstrengend war.“
Vivien Insam begleitete die Fackel auf der Sellaronda. © Harald Wisthaler
Ganz zu Ende war Ihr Olympia-Abenteuer damit aber noch nicht.
„Nein. Ich hatte das Glück, am Montag in Cortina beim Fackelzug auf den Skiern dabei sein zu können. Weiters durfte ich am Mittwoch die Flamme bei der Sellaronda begleiten. Der große Abschluss erfolgt dann am 6. Februar bei der Eröffnungsfeier, wenn sich unsere Gruppe in Mailand wiederfindet. Darauf freue ich mich schon sehr.“
Letzte Frage: Wie haben Sie die Kritik empfunden, die dem CONI wegen der Auswahl der Fackelläufer gemacht wurde?
Ich habe das zwar in den sozialen Medien mitbekommen, auf das Klima bei den Fackelläufen, die ja jeweils nur 250 Meter lang waren, hat sich das aber nicht niedergeschlagen.“
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