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Die Anti-Doping-Ermittler haben währen Olympia alle Hände voll zu tun. © APA/ots / STRINGER

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Die Anti-Doping-Ermittler haben währen Olympia alle Hände voll zu tun. © APA/ots / STRINGER

Olympia als Stress-Test für Anti-Doping-System

Doping im Spitzensport – dieses leidige Thema ist kein neues, gewinnt aber bei Olympia 2026 wieder rasant Aktualität. Schon jetzt werden die Athleten fleißig getestet.

„Olympische Spiele sind der absolute Stress-Test für das Anti-Doping-System“, sagt Michael Cepic, der Geschäftsführer der NADA Austria. Für das Highlight im Spitzensport beginnt das intensive Testprogramm lange vor der Veranstaltung, getestet wird im Training, im Wettkampf und nach Testempfehlung der ITA. Die Internationale Test-Agentur ist während der Winterspiele in Mailand/Cortina in der Verantwortung, genommene Proben kommen zur Auswertung nach Rom.


Die ITA ist eine Non-Profit-Organisation mit Sitz in Lausanne und anerkannt als unabhängige Kontrollinstanz. Wie Generalsekretär Benjamin Cohen der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ sagte, war eine Vereinbarung mit dem italienischen Zoll und dem Justizministerium geplant, damit Koffer von Delegationen geöffnet werden dürfen. Auch meinte er, dass man trotz der vielen Cluster und sechs olympischen Dörfer bereit sein müsse, „um zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Athleten auf die richtigen Substanzen zu testen“.

Neue Verbotsliste seit 1. Jänner

Nach dem Dopingskandal in Turin, der Österreich weltweit in die Schlagzeilen brachte und lange nachwirkte, nahm am 1. August 2008 die NADA Austria ihre Arbeit auf und das Anti-Doping-Bundesgesetz wurde auf den Weg gebracht. „Das hätten wir sonst nicht in der Form, da bin ich mir ziemlich sicher. Speziell die Zusammenarbeit mit staatlichen Behörden. Da sind wir ja immer noch fast 20 Jahre später international Vorbild. In Österreich müssen die Ermittlungsbehörden mit der NADA Informationen austauschen“, sagte Cepic.

Der Schweizer Freestyle-Star Andri Ragettli setzt sich aktiv gegen Doping ein. © APA / JAMIE SQUIRE

Der Schweizer Freestyle-Star Andri Ragettli setzt sich aktiv gegen Doping ein. © APA / JAMIE SQUIRE


In Kraft ist seit 1. Jänner 2026 die neue Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Eine zentrale Neuerung ist das Verbot der nicht-diagnostischen Verwendung von Kohlenmonoxid. „Das ist das Spektakulärste. Das war wichtig, ich bin kein Mediziner, aber das ist hochgefährlich“, erklärte Cepic. Es vermittle dem Körper das Gefühl, dass er zu wenig Sauerstoff kriegt. „Und immer, wenn er zu wenig Sauerstoff kriegt, produziert er mehr rote Blutkörperchen.“ Überdosiert droht der Erstickungstod.

Der neue Code tritt 2027 in Kraft. Code und Standards zu verstehen, ist allerdings eine große Herausforderung. Die NADA Austria macht deshalb intensiv Schulungen für Athletinnen, Athleten und Fachverbände. „Und du musst es auf das Essenzielle zusammendampfen und in verständliche Worte bringen“, sagte Cepic. Es ist das Aufgabengebiet von David Müller, dem Leiter Information und Prävention. Der neue Code will auch diesbezüglich noch mehr Aktion, künftig müssen Listen mit den Schulungsteilnehmern geführt werden.

„Mein sauberer Weg“ für Milano Cortina

In Hinblick auf die Olympischen und Paralympischen Winterspiele starteten die NADA Austria, die deutsche NADA und Swiss Sport Integrity gemeinsam die internationale Anti-Doping-Kampagne „Mein sauberer Weg“ für Milano Cortina. Die österreichischen Para-Skifahrerinnen Veronika und Elisabeth Aigner, der deutsche Eisschnellläufer Finn Sonnekalb sowie der Schweizer Freestyle-Skier Andri Ragettli wurden im Vorfeld der Italien-Spiele begleitet. „Die Kampagne macht deutlich, dass die Teilnahme an den Winterspielen das Ergebnis jahrelanger harter Arbeit, unermüdlicher Hingabe und des unerschütterlichen Glaubens an den eigenen Traum ist“, heißt es von der NADA.

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