1 Wintersport Mix

Gegnerinnen und ein glückliches Paar: Kim Meylemans (links) und Nicole Silveira. © Social Media

Olympia-Romanze: Wenn die Gegnerin die große Liebe ist

Liebespaare gibt es bei den Olympischen Spielen einige, das wohl berühmteste bilden die Ski-Asse Mikaela Shiffrin und Aleksander Aamodt Kilde. Nun sorgt eine andere Romanze jedoch für Aufsehen.

Wer den Skeleton-Sport ausübt, der muss eine gesunde Mischung aus Mut und Verrücktheit mitbringen. Kopfüber mit Geschwindigkeiten von bis zu 145 km/h einen vereisten Kanal hinunterzubrausen, das ist nun mal nichts für Angsthasen. Am Samstag ist das olympische Frauen-Rennen über die Bühne gegangen, am schnellsten war dabei die Deutsche Hannah Neise, die jetzt eine Goldmedaille um den Hals hängen hat. Doch es ist eine andere Geschichte, die in den letzten Tagen dafür gesorgt hat, dass der Skeleton-Sport in die Schlagzeilen geraten ist.


Grund dafür sind Nicole Silveira (27) und Kim Meylemans (25), zwei Skeleton-Pilotinnen, die am Samstag auf den Plätzen 13 und 18 gelandet sind – und die außerhalb des Eiskanals ein Paar abgeben. Silveira, die für Brasilien startet, liebt also ihre Konkurrentin Meylemans, die die belgischen Farben trägt. Eine hochinteressante Konstellation.

Keine Feinde im Eiskanal
Allerdings sei es nicht so, dass sich die beiden außerhalb des Eiskanals lieben und im Rennen verteufeln. „Die Leute denken immer, dass wir gegeneinander antreten. Aber Skeleton ist ein Sport, in dem du gegen die Zeit fährst. Es ist also nicht so, dass wir uns wie in einem Boxring bekämpfen. Wir sind keine Feinde“, versichert Meylemans gegenüber today.com.

Glücklich verliebt: Kim Meylemans (links) und Nicole Silveira.


Überhaupt sei es so, dass man sich gegenseitig hilft. „Wir sind sozusagen die einzigen Athletinnen unserer Nationen, haben also kein großes Team hinter uns. Deshalb helfen wir uns gegenseitig“, meint Silveira.
Bodybuilderin, Bob-Pilotin und Krankenschwester
Beide Sportlerinnen haben eine besondere Geschichte zu erzählen. Meylemans wurde in Deutschland geboren, startet aber für Belgien und sorgte schon zu Beginn der Olympischen Spiele für Aufsehen, als sie sich mit einem tränenreichen Video aus der Corona-Quarantäne meldete. Silveira hingegen war einst Bodybuilderin, versuchte sich anschließend im Bob-Sport als Anschieberin, wechselte zur Saison 2018/19 zum Skeleton und ist während des Sommers immer als Krankenschwester engagiert.

Nicole Silveira ist eine brasilianische Skeleton-Pilotin. © AFP / DANIEL MIHAILESCU


Die beiden kennen sich schon länger, ihre Liebe haben sie jedoch erst vergangenes Weihnachten auf Social Media öffentlich gemacht. Vor allem Silveira zögerte mit ihrem Outing lange. „Ich war nicht zu 100 Prozent sicher, ob ich das will. Deshalb habe ich lange überlegt und bin schließlich zur Entscheidung gekommen, dass ich es tue. Als ich das Posting in den sozialen Netzwerken gemacht habe, ist mir eine große Last von den Schultern gefallen“, sagt die Brasilianerin.

Nach den Olympischen Spielen steht für die beiden jedenfalls ein gemeinsamer Urlaub an. „Wir haben einige Trips zusammen geplant“, sagt das verliebte Paar.

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