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Johan Eliasch will sich als Präsident des Weltwintersportverbands bestätigen lassen. © APA / EXPA/JOHANN GRODER

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Johan Eliasch will sich als Präsident des Weltwintersportverbands bestätigen lassen. © APA / EXPA/JOHANN GRODER

Plötzlich als Georgier: So will der FIS-Boss im Amt bleiben

Im Kampf um die Macht beim Ski-Weltverband FIS macht Präsident Johan Eliasch kein großes Geheimnis aus seinem taktischen Winkelzug. Am Donnerstag will er sich wiederwählen lassen – als Georgier.

Der schwedisch-britische Funktionär tritt beim Fis-Kongress in Belgrad an diesem Donnerstag weder für Schweden noch für Großbritannien zur Wiederwahl an – sondern für Georgien, nachdem ihn seine Heimatverbände nicht nominiert hatten.


Auf die Frage, was ihn mit dem Staat im Südkaukasus verbindet, sagte Eliasch der Deutschen Presse-Agentur: „Ich war schon dort. Es ist ein Land, das mir sehr gut gefällt. Das Land liebt den Sport und hat großartige Berge zu bieten.“ Georgien ist für Eliasch ein „Statement für das, was wir erreichen müssen“. Die Verbände großer Wintersportnationen folgen dem Präsidenten auf diesem Weg längst nicht mehr.

Eliasch über Georgien: „Ich war schon dort“

Doch nicht nur mächtige Nationen arbeiten sich an dem 64 Jahre alten Boss der FIS ab, sondern auch Sportlerinnen und Sportler. „Viele von uns Athleten haben das Gefühl, dass die FIS und die derzeitige Führung einen erheblichen Mangel an Transparenz an den Tag gelegt haben“, sagte US-Skistar Mikaela Shiffrin dem Schweizer Blick. Andere große Namen äußerten sich ähnlich über Eliasch.

Johan Eliash und Mikaela Shiffrin sind sich längst nicht mehr grün. © APA/afp / CHARLY TRIBALLEAU

Johan Eliash und Mikaela Shiffrin sind sich längst nicht mehr grün. © APA/afp / CHARLY TRIBALLEAU


Doch wer könnte ihn beerben? Ironischerweise hat Victoria Gosling, die anstelle von Eliasch vom britischen Verband nominiert wurde, gute Chancen. Auch Alexander Ospelt aus Liechtenstein darf sich Hoffnungen machen.

Zwei Gegenkandidaten

Amtsinhaber Eliasch möchte sich mit Hilfe der kleineren Verbände als Präsident halten. „Nicht jeder ist glücklich. 10 von 80 Verbänden haben bereits gesagt, dass sie unbedingt einen Wechsel wollen. Sie wollen die Kontrolle übernehmen. Doch es gibt noch 70 weitere“, sagte Eliasch, der unmittelbar vor der Wahl zu einer Medien- und Interview-Offensive ansetzte.

Während Verbände und Stars die Transparenz und das verlorene Vertrauen als Kritikpunkte anführen, nennt Eliasch als Ziele für die nächste Amtszeit neue Projekte.
„Dann bekomme ich mein Leben zurück.“ Johan Eliasch über eine mögliche Abwahl

„Ein Ziel sind Fis-Games, bei denen wir alle Weltmeisterschaften bündeln. Das wäre nicht weit weg von Olympischen Winterspielen. Das wäre eine riesige Gelegenheit“, sagte der Präsident. Geplant wären diese alle vier Jahre, beispielsweise ab 2032. Zudem will er den Skisport unterhaltsamer machen und das TV-Erscheinungsbild im Sinne einer Zukunftsausrichtung verbessern.

Eliasch macht sich keine großen Sorgen vor dem Wahltag. Was passiert, wenn er als Fis-Präsident abgewählt wird? „Dann bekomme ich mein Leben zurück. Ich habe überhaupt nichts zu verlieren. Weil das Amt als Fis-Präsident ist ein 24/7-Job“, sagte der Funktionär. In den Augen vieler Stars und Verbände soll diesen 24/7-Job künftig lieber jemand anders machen.

Schlagwörter: Wintersport FIS Johan Eliasch

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