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Olympisches Gold für Gustav Thöni (Mitte) im Riesenslalom von Sapporo 1972. © Archiv Skispuren

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Olympisches Gold für Gustav Thöni (Mitte) im Riesenslalom von Sapporo 1972. © Archiv Skispuren

Südtirol und die Olympischen Winterspiele

Mit dem Start der olympischen Biathlon-Bewerbe in Antholz richtet sich der Blick auch auf die lange olympische Tradition Südtirols. Bereits vor 90 Jahren feierte das Land seine ersten Erfolge bei Winterspielen – der Beginn einer bis heute andauernden Erfolgsgeschichte.

Wenn bald die olympischen Bewerbe im Biathlon in Antholz beginnen, darf daran erinnert werden, dass die Geschichte von Südtiroler Erfolgen bei Winterspielen vor 90 Jahren in eben dieser Sportart begonnen hat. Der erste Olympiasieger entstammte dem Militär, das dem Wintersport im Ersten Weltkrieg und in den Jahrzehnten danach wichtige Impulse gegeben hatte. Der aus Kiens stammende Offizier Alois Prenn (1913-1943) gewann, unter dem während der faschistischen Ära italienisierten Namen Luigi Perenni, gemeinsam mit drei Kollegen der Militärpatrouille bei den im nationalsozialistischen Deutschland in Garmisch-Partenkirchen 1936 veranstalteten Winterspiele die Goldmedaille.


Die Sportlerinnen und Sportler Südtirols kamen nach dem Ersten Weltkrieg unter das Dach des 1914 gegründeten Nationalen Olympischen Komitees Italiens. Bei der Internationalen Wintersportwoche in Chamonix 1924, später als die ersten Olympischen Winterspiele anerkannt, bestand die Mannschaft Italien I im Bobrennen aus fünf Südtirolern: Ludwig Obexer, Max Fink, Paul Herbert, Josef Steiner und Luis Trenker – letzterer ein klingender Name. Der sportliche Erfolg hielt sich freilich in Grenzen, das Fünferteam erreichte nur den sechsten und damit letzten Platz des Klassements.

Erfolge ab 1956

Große sportliche Erfolge bei Winterspielen stellten sich für Südtirol ab den Bewerben in Cortina d´Ampezzo 1956 ein. Der erste Medaillengewinner einer langen Reihe, war der aus Vahrn stammende Renato Mocellini, der mit seinen Kollegen hinter dem Schweizer Bobteam die Silbermedaille erreichte. Bis zu den Olympischen Winterspielen in Peking 2022 konnten Sportlerinnen und Sportler aus Südtirol 47 Medaillen in verschiedenen Wintersportarten gewinnen.

In der Liste der Erfolge finden sich zahlreiche klingende Namen. Einer von ihnen ist Gustav Thöni, der erfolgreichste Südtiroler Olympionike im Wintersport. Der aus Trafoi stammende Skirennläufer, der kurz nach Beendigung der Spiele von Milano und Cortina Ende Februar seinen 75. Geburtstag feiern wird, kehrte als gerade 20-Jähriger 1972 mit zwei Medaillen aus Sapporo zurück. Im Riesenslalom konnte er seiner Favoritenrolle gerecht werden und gewann die Goldmedaille, während er sich im Slalom nur dem Spanier Francisco Fernandéz Ochoa geschlagen geben musste.

Thöni als Fahnenträger. © Archiv Skispuren

Thöni als Fahnenträger. © Archiv Skispuren


In seiner Heimat Südtirol verfolgten viele Menschen mitten in der Nacht an den Fernsehgeräten die Rennen und die Erfolge ihres Landsmannes. Seine Sammlung an olympischen Medaillen komplettierte Thöni vier Jahre später in Innsbruck mit Silber im Slalom. Später durfte er sich als persönlicher Trainer Alberto Tombas und als solcher der italienischen Nationalmannschaft über Erfolge bei Olympischen Winterspielen freuen.

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