
Emanuel Perathoner startet in die Paralympischen Spiele. © FISI
Südtirol und die Paralympics: Eine spezielle Geschichte
Nach dem Ende der Olympischen Winterspiele beginnen am Freitag die Paralympischen Winterspiele, die deutlich weniger im medialen Fokus stehen. Dennoch handelt es sich um ein globales Großereignis. Ein Blick zurück – mit Südtiroler Fokus.
05. März 2026
Von: christof.thöny
Seit 1992 ist es üblich, die Paralympischen Winterspiele jeweils am selben Ort wie die Olympischen Winterspiele zu veranstalten. Grundsätzlich fanden die ersten Bewerbe dieser Art 1976 im schwedischen Örnsköldsvik statt. Damit können die Paralympischen Winterspiele heuer auf 50 Jahre Bestand zurückblicken.
Die Idee der Paralympischen Spiele entstand nach dem Zweiten Weltkrieg – angelehnt an die Olympische Idee der Neuzeit. Es ging darum, eine Plattform für sportliche Wettkampfveranstaltungen für Menschen mit körperlicher – und in eingeschränktem Ausmaß auch geistiger – Behinderung zu schaffen. Letztere haben mit den Special Olympics eine eigene Plattform, die 1968 von Eunice Kennedy Shriver, einer Schwester des vormaligen US-Präsidenten John F. Kennedy, ins Leben gerufen wurde. Eine Vorform der Paralympischen Sommerspiele waren die Stoke Mandeville Games, die der Arzt Ludwig Guttmann anlässlich der Olympischen Spiele von London 1948 zum sportlichen Wettkampf kriegsversehrter Rollstuhlfahrer ins Leben gerufen hatte.
Ein Bild von den ersten Paralympics im fernen Jahr 1976.
Die ersten offiziellen Paralympischen Winterspiele wurden im Februar 1976, etwa einen Monat nach den Olympischen Winterspielen von Innsbruck, eröffnet. Der Austragungsort war die schwedische Kleinstadt Örnsköldsvik in der Region Norrland. Das Teilnehmerfeld bestand aus etwa 250 Athletinnen und Athleten, die 16 verschiedene Nationen vertraten. Die sportlichen Bewerbe beschränkten sich vor 50 Jahren noch auf Ski Alpin und Skilanglauf. Im Gegensatz dazu finden in den kommenden neun Tagen Bewerbe in sechs Sportarten statt, wobei Teilnehmende aus 56 Nationen in Mailand und Cortina erwartet werden.
Perathoner auf Medaillenjagd
Aus Südtirol wurden für die nun startenden Bewerbe sieben Athleten für Italiens 40-köpfiges Aufgebot nominiert: Die sechs Parahockey-Spieler Julian Kasslatter (43 Jahre, St. Christina), Alex Enderle (27, Eppan), Christoph Depaoli (28, Kaltern), Stephan Kafmann (39, Kaltern), Nils Larch (28, Sterzing) und Matteo Remotti Marnini (26, Bozen), sowie Snowboarder Emanuel Perathoner.Sie könnten eine lange Reihe von Erfolgen fortsetzen, die 1984 in Innsbruck mit einer Bronzemedaille für Bruno Oberhammer in der alpinen Kombination begann und sich 1988 ebenfalls in Innsbruck mit Goldmedaillen für Bruno Oberhammer (Abfahrt und Riesenslalom) und Paolo Lorenzini (Para-Langlauf, 30 Kilometer) sowie Bronze für Josef Erlacher in der Abfahrt fortsetzte. Seitdem haben Südtiroler Sportlerinnen und Sportler 37 Medaillen bei diesen Bewerben in verschiedenen Sportarten gewonnen.
Aus der Nachbar-Region ist dagegen Para-Alpin-Skirennläufer Giacomo Bertagnolli am Start. Er gilt als einer der großen Stars der Gastgebernation Italien, die ab Freitag Schauplatz dieses globalen Großevents sein wird.
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