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Strahlt Dorothea Wierer heuer vom Olympia-Podest? © NordicFocus / NordicFocus

Wir wagen die Prognose: Südtirol holt diese 4 Medaillen!

28 Südtiroler sind für die Olympischen Spiele in Peking einberufen – darunter auch einige ganz heiße Medaillenkandidaten. SportNews wagt die Prognose und sagt: Die heimischen Athleten werden mit vier Edelmetallen die Rückreise antreten.

Endlich hat das Warten ein Ende! Am Freitag werden die Olympischen Spiele in Peking feierlich eröffnet. Bereits am ersten Wochenende gehen etliche Schlager-Entscheidungen über die Bühne, etwa die Abfahrt der Herren, die in der Nacht auf Sonntag steigt. Wer aber wird als glorreicher Olympia-Held in die Heimat zurückkehren? SportNews wagt die Prognose!

Dorothea Wierer
Gesamtweltcup, Weltmeistertitel, Heimrennen in Antholz – Dorothea Wierer hat so ziemlich alles gewonnen, was eine Biathletin nur gewinnen kann. Was fehlt, ist eine Einzel-Medaille bei den Olympischen Spielen. Die richtige Form dafür hat die 31-Jährige zuletzt gefunden. Nach schwierigem Saisonstart ging es in den letzten Wochen rapide aufwärts, wobei der erste Saisonsieg im Antholz-Massenstart die Krönung war. Auch wenn hier einige Top-Athletinnen fehlten, wurde klar, dass die Rasnerin wieder voll mitspielt im Konzert der Großen.

Dorothea Wierer hat in jeder Disziplin Medaillenchancen.


Wierer hat in Peking in jeder Disziplin Medaillenchancen. Im Massenstart aber ganz besonders, denn der liegt ihr heuer sehr. In den beiden Weltcuprennen wurde sie Erste und Vierte und führt die Wertung an, zudem holte sie in diesem spektakulären Frau-gegen-Frau-Format 2019 ihren ersten Weltmeistertitel. Was ihr zudem in die Karten spielt: Dieser Wettkampf ist das letzte Biathlon-Rennen in Peking. Wierer wird sich also zumindest etwas an die klirrende Kälte (die Rede ist von Temperaturen unter 20 Grad Minus) gewöhnt haben.

Der SportNews-Tipp: Die Top-Favoriten sind andere, wie beispielsweise die Öberg-Schwestern oder Marte Olsbu Røiseland. Aber Wierer wird ihren wohl letzten Olympischen Spielen den Stempel aufdrücken und im Massenstart (19. Februar) die Silbermedaille holen!
Dominik Paris
Beim Ultner Ski-Star verhält es sich ähnlich wie bei Wierer. Abgeräumt hat Paris schon überall, nur Olympia war bisher wie verhext. 2010 in Vancouver war der heute 32-Jährige noch ein Greenhorn, 2014 in Sotchi machte ihm im Vorfeld eine Muskelverletzung zu schaffen, 2018 hatte er in Pyeongchang als Vierter in der Abfahrt großes Pech. Klappt es nun mit der ersten Medaille beim wichtigsten Wintersport-Großevent der Welt? Wir wagen zu sagen: Ja!

Ski-Star Dominik Paris will es in Peking wissen. © APA / EXPA/JOHANN GRODER


Die Bedingungen kommen „Domme“ entgegen, denn die Piste in Peking ist – im Gegensatz zu Pyeongchang – eine jener Sorte, auf der man sich richtig überwinden muss. Mit ihren Charakteristiken ähnelt sie der Birds of Prey in Beaver Creek, zudem ist der Schnee sehr kalt und eisig – das liegt Paris. Aber: Der Wind kann auf der Piste in Yanqing, die zum ersten Mal überhaupt Schauplatz eines Rennens ist, für eine Lotterie sorgen, das wurde in den Trainings deutlich.

Der SportNews-Tipp: Paris ist in Form, hat in der Abfahrtswertung heuer zwischenzeitlich geführt. Auch wenn er in Kitzbühel zuletzt zwei unglückliche Auftritte erwischte, zählt er in Peking zu den ganz heißen Eisen. Wir sagen: Paris holt Bronze in der Abfahrt, die in der Nacht auf Sonntag über die Bühne geht.
Roland Fischnaller
Der 41-jährige Parallelsnowboarder ist der absolute Routinier im Team der Azzurri. Zum bereits 6. Mal wird der Villnößer an den Spielen mit den fünf Ringen teilnehmen. Eine Olympia-Medaille blieb ihm bislang verwehrt. Es ist das einzige Schmuckstück, das ihm in seiner Trophäen-Sammlung noch fehlt. Das will „Rolli“ nun ändern.

Reif für eine Medaille: Roland Fischnaller.


Fischnaller hat jedenfalls alle Voraussetzungen, um seinen Olympia-Bann endlich zu brechen. Mit seinen 41 Jahren hat er einen riesigen Erfahrungsschatz angesammelt, der in brenzligen Situationen Gold wert ist – und den man auch braucht, um die insgesamt 6 Läufe clever runterzuspulen. Fischnaller ist aber auch sportlich noch immer eine Ausnahmeerscheinung: Heuer gelang ihm zwei Mal der Sprung aufs Podest.

Der SportNews-Tipp: Siegesfavoriten sind andere, allen voran der heuer überragende Deutsche Stefan Baumeister. Roland Fischnaller wird sich heuer aber seinen Traum von der Medaille erfüllen und Bronze holen! Sein Parallel-Riesentorlauf steigt am 8. Februar.
Omar Visintin
Einen, den man vielleicht nicht so auf dem Radar hat, der aber trotzdem ein ganz heißer Medaillenkandidat ist, ist Omar Visintin. Seit Jahren schon zählt er zu den besten Snowboardcrossern, konnte hier auch schon den Gesamtweltcup gewinnen. Die Vorbereitung auf Olympia verlief holprig, denn eine Ellbogenverletzung inklusive Operation bremste ihn aus. Aber: Bei seinem Comeback in Cortina d’Ampezzo mischte er prompt wieder vorne mit.

Geheimtipp: Omar Visintin.


Visintins großer Vorteil: Er fühlt sich auf der Strecke in Peking pudelwohl. Bei der Generalprobe im November vergangenen Jahres flitzte er als Zweiter aufs Podest. Der Algunder ist als Alles-oder-nichts-Athlet bekannt, er ist also immer wieder mal ausfallgefährdet. Weil die Strecke im Secret Garden Resort relativ breit ist, ist das Risiko zumindest ein bisschen minimiert.

Und: Visintin hat gleich 2 aussichtsreiche Medaillenchancen. Neben dem Einzelbewerb (10. Februar) könnte er auch im Mixed-Team-Event (12. Februar) zum Einsatz kommen – an der Seite von Michela Moioli, der seit Jahren besten Snowboardcrosserin.

Der SportNews-Tipp: Visintin ist mit Sicherheit der risikoreichste Medaillentipp. Trotzdem sind wir überzeugt: Der Algunder wird in Peking eine Heldengeschichte schreiben und entweder eine Silber- oder Bronzemedaille mit nach Hause nehmen!
Wer sonst noch gefährlich ist
Auch neben diesen vier genannten Athleten gibt es zahlreiche Südtiroler Sportler, die im Kampf um Edelmetall ein kräftiges Wort mitreden können. Einer davon ist Dominik Fischnaller, der zurzeit der beste Kunstbahnrodler des Landes ist. 2018 verpasste er in Pyeongchang eine Olympiamedaille um läppische 2 Tausendstelsekunden, heuer wagt er einen neuen Angriff – sofern ihm Corona nicht noch einen Strich durch die Rechnung macht. Der Einsitzer-Bewerb geht am Samstag und Sonntag über die Bühne und wird extrem spannend – auch, weil es keinen klaren Favoriten gibt. Auch die Teamstaffel der Südtiroler hat am 10. Februar Chancen auf Edelmetall.

Dominik Fischnaller, Kunstbahnrodler und Medaillenkandidat.


Im Ski Alpin ist sicherlich mit Alex Vinatzer zu rechnen. Der Grödner hat in dieser Saison schon oft bewiesen, dass er im Slalom zu den schnellsten Läufern der Welt gehört. Ein Manko offenbarte „Vinnie“ aber immer wieder, nämlich: Zwei Läufe konstant runterzubringen. Trotzdem muss man ihn am 16. Februar auf der Rechnung haben. Genauso wie die Mixed-Staffel im Biathlon, die zwar nicht ein Top-Anwärter auf die Medaillenplätze ist. Wenn Dorothea Wierer, Lukas Hofer, Thomas Bormolini und Lisa Vittozzi aber einen Sahnetag erwischen, dann ist auch hier Edelmetall drin. Ausgetragen wird dieses Rennen am Samstag.

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