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Von Piché bis Yogan: So füttert der HCB die Liga mit Stars

Ryan Glenn wird nächste Saison als Villacher in Bozen auflaufen

Ryan Glenn wird nächste Saison als Villacher in Bozen auflaufen

19. Mai 2017, 16:10 Eishockey

Wechselt auch Nick Palmieri (l.) innerhalb der EBEL, wie es Sébastien Piché (r.) 2014 tat?

Wechselt auch Nick Palmieri (l.) innerhalb der EBEL, wie es Sébastien Piché (r.) 2014 tat?

Taylor Vause gastierte als Gegner in Bozen

Taylor Vause gastierte als Gegner in Bozen

Für den Verein ist es die einzige Möglichkeit des wirtschaftlichen Handelns, für die Fans eine ewige Leier: Jahr für Jahr verlassen den HC Bozen pünktlich zum Saisonende seine besten Spieler. Sie landen fast ausnahmslos bei der direkten Konkurrenz in der Erste Bank Eishockey Liga.

Ist der HC Bozen das vielzitierte Sprungbrett in den gutbezahlten Eishockeysport oder der von der Konkurrenz liebgewonnene Ausbildungsverein? Fakt ist, dass der 19-fache italienische Meister und EBEL-Champion 2014 von unzähligen ausländischen Cracks als Durchgangsstation genutzt wird. Sie kommen zumeist ohne große Referenzen von Nordamerika über den großen Teich und passen sich im weiß-roten Dress an das europäische Eishockey an. Gelingt ihnen die Umstellung, so verabschieden sie sich nur Monate später mit einem „auf Wiedersehen“ vom Bozner Publikum. Zum Wiedersehen kommt es in der Regel in der Tat, denn viele der ausländischen Kufenkünstler präsentieren sich kurz darauf wieder in der Eiswelle – als Gegner.


13 Spieler zog es zur Konkurrenz

In den vier Jahren der Ligazugehörigkeit fischten die EBEL-Vereine gleich 13 Spieler aus dem Bozner Teich. Hinzu kommen noch MacGregor Sharp und Tomas Duba, die über den Umweg DEL zur österreichischen Konkurrenz gefunden haben. Die meisten von ihnen kamen als namenlose Spieler zum HCB, beförderten sich dort auf den Präsentierteller und sind mittlerweile in Villach, Linz oder Wien unangefochtene Leistungsträger. Die Beispiele reichen von den Meisterspielern Sébastien Piché, Ziga Pance, Rick Schofield und Mark Santorelli über Taylor Vause, Jerry Pollastrone und Joel Broda bis hin zu den jüngsten Abgängen Andrew Yogan und Ryan Glenn. Diese beiden werden nicht die letzten dieser Serie sein, denn noch weitere Spieler des letztjährigen Kaders haben bei den Mitstreiten Begehrlichkeiten geweckt.

Im Gegenzug hat es Seltenheitswert, dass der HCB einen überzeugenden ausländischen Spieler, wie etwa zuletzt Nick Palmieri, am Talferufer hält oder sogar bei der Suche nach Verstärkung bei den Mitstreitern fündig wird. Den 13 ligainternen Abgängen der vergangenen Jahre stehen mit Mark Cullen (von Salzburg), Justin Keller (Wien), Kim Strömberg (Znojmo) und Ziga Pance (Laibach) gerade einmal 4 Neuzugänge aus der EBEL gegenüber.


Es geht ums Geld

Ein Grund für diese Transferaktivitäten ist die Tatsache, dass der HC Bozen keinem seiner Spieler Steine in den Weg legen oder deren Karriereentwicklung bremsen will. Primär geht es aber ganz simpel ums Bare, sprich die Finanzen. Ein Sharp oder ein Piché verdienen in Wien oder Linz das doppelte wie noch zu Bozner Zeiten. Die finanzstarken Klubs wissen um das bescheidene Budget des HCB und locken Spieler mit höheren Gehältern. Sie sparen sich aufwändiges Scouting oder teure Spielervermittler und gehen gleichzeitig ein sehr geringes Risiko, da sich diese Spieler bereits in der EBEL bewährt haben.


Eine Wende in Sicht?

Doch wie lange kann der HC Bozen noch an diesem Rad drehen, ohne die sportliche Entwicklung zu gefährden und die Fans zu vergraulen? Klubboss Dieter Knoll wird nicht müde zu wiederholen: „Solange wir nicht schuldenfrei sind, können wir auf dem Markt nicht mit den Großen der Liga mitmischen. Bis dahin ist das der einzige Weg.“ Läuft alles nach Plan, dürfte der HCB in zwei Jahren eine ausgeglichene Bilanz präsentieren. Bleibt also zu hoffen, dass Alexander Egger und Co. weiter sportliche Erfolge liefern, die Fans ungebrochen in Massen in die Eiswelle pilgern und die lokale Wirtschaft finanzkräftig zu Seite steht. Nur dann wird es namhafte EBEL-Cracks über den Brenner ziehen.



Die EBEL-internen Abgänge beim HC Bozen:

2017
Andrew Yogan (USA) → HC Innsbruck
Ryan Glenn (CAN) → Villacher SV

2016
Joel Broda (CAN) → EHC Linz
Sean McMonagle (ITA) → HC Orli Znojmo
Taylor Vause (CAN) → EC Vienna Capitals
Jerry Pollastrone (USA) → EC Vienna Capitals

2015
Ziga Pance (SLO) → Villacher SV
Rick Schofield (CAN) → Villacher SV
Phil DeSimone (USA) → Graz 99ers

2014
Kim Strömberg (FIN) → Klagenfurter AC
Sébastien Piché (CAN) → EHC Linz
Mark Santorelli (CAN) → Villacher SV
Tom Zanoski (CRO) → Olimpija Ljubljana
 


SN/Alexander Foppa


Alter: 92 Tag(e)