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Adolf Insam geht in seine 28. Saison als Cheftrainer (hockeymilano.it)

Adolf Insam: „Ich kann kaum erwarten, dass es losgeht”

Der Grödner Coach wird Milano Rossoblu auch in der kommenden Saison durch die Meisterschaft der höchsten italienischen Liga führen. Im Interview mit SportNews gibt Adolf Insam einen Ausblick auf die neue Saison, spricht außerdem über das EBEL-Abenteuer des HC Bozen und erläutert seine eigenen Zukunftspläne.

Auch im Sommer ist Adolf Insam ständig in Bewegung. Es gilt Telefonate zu führen oder E-Mails von Agenten mit unzähligen Angeboten von Spielern zu lesen, bzw. zu beantworten. Laut Insam sind es schon so viele, dass Insam damit aufgehört hat, sie zu zählen. Der Sommer ist aber auch dazu da, auszuspannen. Kraft und Energie zu tanken. Jeden zweiten Tag schwingt sich der Südtiroler deshalb in den Sattel seines Fahrrads („Ich fahre Fahrrad um in Form zu bleiben und weil es mir Spaß macht“). Trotzdem ist der Übungsleiter aus Wolkenstein mit seinen Gedanken bereits bei der bevorstehenden Saison. Er kann es kaum erwarten, dass die Meisterschaft beginnt. Das neue Sportjahr wird er mit demselben Ehrgeiz wie immer in Angriff nehmen, denn der Eishockeysport ist für nicht bloß Arbeit, sondern auch seine ganz große Leidenschaft.


Adolf Insam, der Sommer neigt sich dem Ende zu.Sind Sie froh darüber?

„Im Sommer erholt man sich zwar, aber trotzdem hat man jede Menge Arbeit: Telefonate mit dem Präsidenten (Ico Migliore), E-Mails mit Angeboten von Spielern, die Planung für die kommende Saison…Ich will ehrlich sein: Es gehört dazu, aber ich kann es kaum erwarten, dass die Saison endlich losgeht“.


Was ist Ihrer Meinung nach in diesem Sommer mit dem italienischen Eishockey passiert?

„Die Krise ist allgegenwärtig und ein globales Problem. Einige Vereine gibt es nicht mehr, aber auch in der Vergangenheit ist es passiert, dass Klubs wie Gröden oder Varese zusperren mussten. Es ist schade für Alleghe, aber man soll kein Drama daraus machen, man muss nach vorne blicken und mit einer positiven Einstellung weiterarbeiten.


Sind Sie in Hinblick auf die kommende Saison positiv gestimmt?

„Immer. Der Verein hat hart gearbeitet und Schritt für Schritt das Budget definiert. Der Transfermarkt ist noch nicht geschlossen, deswegen haben wir noch genügend Zeit, um etwas zu bewegen. Wir werden unsere Augen offen halten“.


Mailand wird mit einer vollkommen erneuerten Mannschaft in die Elite.A-Meisterschaft starten. Sie haben einen Topspieler geholt und viele verheißungsvolle Spieler.Sind Sie einverstanden mit dieser Einschätzung?

„Nicola Fontanive ist einer der besten italienischen Spieler. Er hat Charakter und gehörte definitiv zu meinen Wunschspielern. Die Transferkartenspieler haben wir achtsam ausgewählt und ich wünsche mir, dass auch sie sich von ihrer besten Seite zeigen werden. Ich erwarte mir motivierte Spieler, Disziplin, Wachsamkeit und Enthusiasmus. Die italienischen Spieler zeichnet unterdessen ihre Erfahrung aus.“


Heuer werden Sie nicht mehr der einzige italienische Trainer in der Serie A sein…

(lacht) „Das stimmt, ich freue mich für meinen Freund Erwin Kostner. Er hat sich diese Chance mit Fassa verdient. Er hatte es in den vergangenen Jahren nicht immer leicht auf der Trainerbank. Ich wünsche ihm alles Gute“.


Einer ihrer Trainerkollegen ist hingegen in der DEL im Einsatz. Was halten sie von Stefan Mair?

„Wir hören uns sehr oft. Ich glaube er macht sich gut, da er immer vorbereitet ist und einen starken Charakter hat. Die DEL ist eine schwierige Meisterschaft, aber ich glaube Schwenningen ist dort einem geringeren Druck ausgesetzt als in der Bundesliga. Aber nichtsdestotrotz zählen auch dort die Resultate und das Niveau ist mit Sicherheit höher.“


Bozen in der EBEL: Ein Wagnis oder eine gut getroffene Wahl?

„Schauen Sie, ich kenne Dieter Knoll und mit seiner langjährigen Erfahrung, weiß er, was er zu tun hat. Der HC Bozen wird sich meiner Meinung nach gut schlagen. Es gibt vier bis fünf Top-Mannschaften, aber den restlichen Mannschaften können die Weiß-Roten mit Sicherheit Paroli bieten. Sie werden schon noch sehen.“


Was erwarten Sie sich von der neuen Saison?

„Die Serie A ist in meinen Augen bis jetzt zweigeteilt: Vier Mannschaften werden vorne spielen, die restlichen dahinter. Die Saison ist aber lang und Überraschungen warten hinter jeder Ecke. Im Vorjahr hat es mir Spaß gemacht, dass wir Pustertal in den Playoffs zum Schwitzen gebracht haben. Auch dieses Jahr wird hart, aber ich bin wie immer topmotiviert. Ich möchte mit meiner Mannschaft so lang als möglich im Rennen bleiben. Wir werden unser Bestes geben.“


Sie gehen in ihre 28. Saison als Cheftrainer. Sind Sie nicht müde?

„Mir macht es Spaß und meine Arbeit gefällt mir. Solang das so bleibt, werde ich weitermachen”.


Mal ehrlich: Könnten Sie sich vorstellen, eines Tages als sportlicher Leiter einer Mannschaft zu arbeiten?

„Natürlich, aber dazu bleibt noch genug Zeit. Bis dahin will ich noch auf dem Eis arbeiten. Hinter den Schreibtisch kann ich mich auch später noch setzen“.

Autor: sportnews

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