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Alex Frei reist am Donnerstag mit dem Blue Team nach Budapest

Alex Frei: „Ich bin stolz dabei zu sein. Der HCB wäre ein Traum“

Vor einem Jahr stand der 21-jährige Stürmer noch vor seinem Karriereende. Nun ist er, entgegen vieler Prophezeiungen, Teil der itailenischen Eisockeynationalmannschaft. SportNews.bz hat mit ihm ein Gespräch geführt.

Die Leidenszeit des Alex Frei begann vor zwei Jahren. Zunächst schien seine Karriere mit dem Wechsel zu Ritten richtig durchzustarten, doch eine schwere Gehirnerschütterung warf in völlig aus der Bahn. Ein Comebackversuch wenige Monate scheiterte, sodass er vergangene Saison komplett aussetzen musste. Bei seinem Heimatklub Kaltern wollte er es in dieser Spielzeit nochmal versuchen. Und das Konzept scheint aufzugehen, denn mit neun Toren und sechs Vorlagen ist er plötzlich die treibende Kraft im Spiel der Hechte. Das blieb auch den Verantwortlichen des Nationalteams nicht verborgen. Sie nominierten ihn für die bevorstehende Euro Ice Hockey Challenge.


Alex Frei, wie erklären Sie sich diese erfolgreiche Rückkehr?

„Ich fühle mich im Kopf einfach frei. Vor meiner schweren Verletzung stand ich konstant unter Druck. Ich hatte große Angst, gravierende Fehler zu machen. Seitdem ich aber wieder spielen kann, denke ich einfach daran Spaß zu haben und locker zu bleiben. Dieses befreite Auftreten bringt mich enorm weiter.“


In zwei Jahren haben Sie für Ritten und Kaltern gerade einmal 37 Spiele bestritten. Haben sie jemals ans Aufhören gedacht?

„Ja, das habe ich. Ich hatte Angst, nie mehr zu alter Stärke zurückzufinden. Doch dann habe ich mir gesagt: Du bist 21 Jahre alt und liebst es Eishockey zu spielen, mach etwas daraus! Jetzt versuche ich, die verlorene Zeit aufzuholen.“


Steckt die schwere Verletzung noch im Hinterkopf?

„Anfangs war es wirklich schwierig, sich dem Körperkontakt an der Bande zu stellen. Viele haben gleich geurteilt, ich würde nie mehr der Alte werden. Ich habe mich jedoch weiterentwickelt. Mittlerweile ist mir das völlig egal, ich habe wieder Spaß am Eis und finde allmählich wieder zu meiner Bestform. Dieser Verlauf hat selbst mich etwas überrascht, aber ich bin froh drum.“


Bereuen Sie den Wechsel damals zu Ritten?

„Im Nachhinein war es wohl der falsch Schritt. Das lag in erster Linie aber an mir, denn ich kam mit der gestiegenen Erwartungshaltung nicht zurecht. In Kaltern habe ich jetzt wieder das vertraute Umfeld, in dem ich mich voll entfalten kann.“


Dabei läuft es für die Hechte sportlich noch nicht nach Plan.

„Das ist richtig. Der Verein lässt sich von den erhöhten Anforderungen der Serie A jedoch nicht aus der Ruhe bringen und geht den eingeschlagenen Weg, weiter auf eigene Nachwuchsspieler zu setzen, ungehindert weiter. Wir verspüren keinerlei Erfolgsdruck. Vielmehr wollen wir es schaffen, mit wenig Geld, dafür aber mit viel Leidenschaft und Einsatz den großen Klubs ein Bein zu stellen.“


Bei der Wahl der Transferkartenspieler griff die Vereinsführung daneben.

„Jene Spieler die uns verlassen haben, konnten nicht den Unterschied machen, das ist richtig. Die Neueinkäufe (Janik und Ranta, Anm.d.Red.) sind unterdessen echte Verstärkungen.”


Wie beurteilen Sie die Reduzierung des Ausländerkontingents in der Serie A?

„Es war die beste Entscheidung seit langem, glauben Sie mir. Die jungen Spieler brauchen die Einsatzzeit und Verantwortung, nur so können sie sich weiterentwickeln. Klar hat das Niveau darunter gelitten, doch langfristig wird sich dieser Schritt bezahlt machen.“


Wie bewerten Sie die Arbeit von Hechte-Coach Don MacAdam?

„Er ist eine herausragende Persönlichkeit, die unheimlich wertvolle Arbeit leistet. Er versucht uns täglich, seine Erfahrung weiterzugeben.“


Gibt es Parallelen zum italienischen Auswahltrainer Lou Vairo?

„Auch er besitzt einen unheimlich großen Erfahrungsschatz. Er lebt regelrecht für das Eishockey. Ich bin unheimlich glücklich und stolz, bei der Nationalmannschaft dabei zu sein.”


Mit wem werden Sie bei der Euro Ice Hockey Challenge eine Linie bilden?

„Voraussichtlich werde ich neben Michael Sullmann und meinem Kalterer Sturmpartner Raphael Andergassen auflaufen.“


Sie haben in Ihrer Karriere schon so einiges erlebt. Welches Ziel schwebt Ihnen aber noch vor Augen?

„Ich möchte Eishockey irgendwann zu meinem Beruf machen. Momentan gehe ich zur Arbeit und widme mich am Abend dem Training. Eishockey bestimmt aber mein Leben. Es wäre toll, wenn ich mich voll und ganz darauf konzentrieren könnte, am besten in einer ausländischen Liga oder beim HC Bozen in der EBEL. Es wäre ein kleiner Traum, für die Foxes in der höchsten Österreichischen Liga aufzulaufen. Jetzt will ich aber zunächst weiter hart an mir arbeiten und den eingeschlagenen Weg fortsetzen. Immerhin warten in der nächsten Zeit noch viele schöne Momente auf dem Eis.“


Autor: sportnews