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Alessio Niccolai und der HC Meran sind die Auf- und Absteiger der Woche. © De Romeo/BK Photo

Overtime | Gelegenheitsbomber und verpasste Chancen

Teams und Spieler wollten sich in der Eishockey-Woche vor Weihnachten mit einem Sieg oder einem Treffer selbst beschenken. Gelungen ist das jedoch nicht jedem, wie die SportNews-Overtime zeigt.


Der Aufsteiger
Alessio Niccolai (AlpsHL)

Habe Gnade, wird sich Meran-Goalie Frederic Cloutier am letzten Mittwoch wohl gedacht haben, als ein 20-jähriger Verteidiger der Wipptal Broncos beim Stand von 3:1 zum Schießen ausholte. Sein Name: Alessio Niccolai. Seine Position: Verteidiger. Sein Beruf: Tore schießen.

Denn zu diesem Zeitpunkt hatte der Jungspund dem Italo-Kanadier schon drei Mal das Nachsehen gegeben. Zuerst mit einem platzierten Handgelenkschuss aus dem Slot, später mit einem Knaller aus spitzem Winkel und schließlich mit einem abgefälschten Schlagschuss. Als ob das nicht genügen würde, erzielte Niccolai auch den Empty-net-Treffer zum 4:1-Endstand. Dabei ist der technisch versierte Sterzinger in der AlpsHL bisher nicht unbedingt wegen seiner Torgefahr aufgefallen.
Wie Gander
Wie auch? Weil Niccolai heuer erst seine dritte komplette Saison in der Kampfmannschaft bestreitet, lag dessen Fokus zunächst auf anderen Eigenschaften: Das Stellungsspiel, der Spielaufbau, die Disziplin sind jene Bereiche, auf die ein Rookie, also ein Neuling, achtet. Erst danach kommt der nächste Schritt, sprich die Kreativität und das Toreschießen. Und so hat sich Niccolai, der schon in der Jugend über einen hervorragenden Torriecher verfügte, langsam herangetastet, in den ersten 89 AlpsHL-Partien nur drei Tore erzielt, um in der laufenden Saison förmlich zu explodieren. Nach 22 Spielen stehen dem Verteidiger bereits sieben Treffer zu Buche – und damit genauso viele wie Broncos-Torjäger Markus Gander.
Der Absteiger
HC Meran

Waren die Erwartungen beim HC Meran zum Ligabeginn noch gedämpft, so hat sich das mit den Verpflichtungen von Gennadi Stolyarov und Nikolai Zherdev schlagartig geändert. Mit den beiden Russen wollen die Adler direkt in die AlpsHL-Playoffs, wozu sie zweifellos in der Lage sind. Noch bevor es in der länderübergreifenden Meisterschaft ans Eingemachte geht, haben sich Christian Borgatello & Co. aber im oben genannten Spiel eine große Chance entgehen lassen.

Nach dem 3:2-Überraschungserfolg gegen Asiago hätte den Adlern in der neu errichteten Weihenstephan-Arena nämlich ein Punkt gereicht, um in das Halbfinale der erie A einzuziehen. Das schien angesichts schwerwiegender Absenzen bei den Broncos möglich. Stattdessen bot Meran ausgerechnet im bisher wichtigsten Spiel der Saison eine enttäuschende Vorstellung, die zur Niccolai-Show, der 1:4-Niederlage und vor allem zum Ausscheiden aus der Serie A führte. Klar: Hätte die Vereinsführung im Sommer gesagt bekommen, dass die Adler bis zum letzten Spieltag um den Aufstieg kämpfen würden, hätte sie dafür wohl unterschrieben. In Anbetracht der Umstände, wie das Aus zustande kam, dürften sich Luca Ansoldi & Co. nun aber maßlos ärgern.

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