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Leo Zublasing träumt von einer großen Karriere als Schiedsrichter.

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Leo Zublasing träumt von einer großen Karriere als Schiedsrichter.

Vom Spieler zum Schiri: Dieser 19-Jährige will hoch hinaus

Letztes Jahr verteidigte er noch für den HC Eppan, künftig wird er als Head-Schiedsrichter die Spiele in der Alps Hockey League (AlpsHL) leiten – und das mit nur 19 Jahren. Leo Zublasings Werdegang ist schon jetzt in vieler Hinsicht beeindruckend, ans Ende seiner Träume ist er jedoch noch lange nicht angelangt.

Eishockey-Schiedsrichter haben den wohl schwersten Job aller Unparteiischen dieser Welt. Sie müssen mit dem horrenden Tempo der Spieler Schritt halten, binnen Sekundenbruchteilen Entscheidungen treffen, die Gemüter beruhigen und als Streitschlichter agieren. Um diesen Job ausführen zu können, ist jahrelange Erfahrung vonnöten. So beträgt das Durchschnittsalter aller NHL-Referees stolze 42 Jahre. Umso beeindruckender ist der Aufstieg von Leo Zublasing, der in der neuen Saison mit seinen 19 Lenzen der mit Abstand jüngste Unparteiische der AlpsHL sein wird.


Zublasing verliebte sich schon als kleines Kind in den Eishockey-Sport und durchlief beim HC Eppan alle Jugendkategorien, bis er 2023, im Alter von 16 Jahren, in der Kampfmannschaft debütierte. Gleichzeitig begann bei ihm die Faszination für das Schiedsrichterwesen. „In Eppan fand der sogenannte Piraten Cup statt. Ich war da, um Geschirr abzuwaschen und Essen zu servieren. Irgendwann hieß es, dass Schiedsrichter gebraucht werden. Kurz darauf habe ich meine ersten Spiele geleitet. Und ab da liebte ich diesen Job“, erklärt der Überetscher.

In drei Jahren von der U14 in die AlpsHL

Im Anschluss an jene Saison meldete sich Zublasing beim Gruppo Arbitri Hockey Ghiaccio (GAHG) an. Er wurde tesseriert, zu Seminaren eingeladen, absolvierte seine Grundausbildung und wurde schon im nächsten Winter bei Meisterschaftspartien in der U14 und U16 eingesetzt. „In diesen Kategorien gibt es ein sogenanntes Zwei-Mann-System. Heißt: Man muss sowohl Strafen als auch Abseitsstellungen oder Icings pfeifen. Für meine ersten Auftritte habe ich Komplimente bekommen, weswegen ich fortan gefördert wurde und auch in den Playoffs ran durfte. In diesen gab es das Drei-Mann-System, also mit zwei Linien- und einem Hauptschiedsrichter.“

Leo Zublasing lief in der letzten Saison noch für den HC Eppan auf. © Jan Marc Zublasing

Leo Zublasing lief in der letzten Saison noch für den HC Eppan auf. © Jan Marc Zublasing


Ein Stück seiner Ausbildung genoss der Südtiroler in den Vereinigten Staaten, wo Zublasing heuer als einer von nur vier jungen, aufstrebenden Unparteiischen aus Europa an einem Camp teilnehmen durfte. „Es war Junioren-Eishockey auf einem guten Niveau, weshalb ich viele neue Sachen gelernt habe“, erzählt er.
„Im Schiedsrichterwesen stehen mir viele Türen offen.“ Leo Zublasing

In diesem Sommer wurde Zublasing vor eine schwere Entscheidung gestellt, als er seine aktive Laufbahn beendete. Der Verteidiger zählte bei den Piraten zum Stammpersonal und wurde von der Vereinsführung gebeten, noch ein Jahr dranzuhängen. Schlussendlich fasste er jedoch diesen schweren Entschluss. „Er ist schleichend in mir gereift. Ich stand im Winter immer auf dem Eis – an Wochenenden oft zweimal pro Tag. Am Samstagmorgen leitete ich ein Spiel der U16 und spielte am Abend in der Italian Hockey League (IHL). Sonntag stand ich zunächst als Schiedsrichter in der U14 und dann als Spieler in der U19 im Einsatz. Ich musste mich für das eine oder das andere entscheiden. Jetzt ist mir klar, dass ich den richtigen Weg genommen habe. Denn im Schiedsrichterwesen stehen mir viele Türen offen.“

Ein gelungenes Debüt

Dass er einen solch kometenhaften Aufstieg hingelegt hat, sei auch auf ein wenig Glück zurückzuführen, erklärt er. „Vor mir gab es eine kleine Lücke, die ich genutzt habe. Unser Präsident Karel Metelka und die Supervisors, die die Spiele besuchten, waren sich einig, dass ich das Potenzial habe, um auch in der AlpsHL zu pfeifen. Und so ist es dazu gekommen.“

Leo Zublasing hat die Seiten gewechselt. © Privat

Leo Zublasing hat die Seiten gewechselt. © Privat


Seine Feuertaufe hatte Zublasing im August, als er im Testspiel zwischen dem HC Gherdëina und den Fassa Falcons sein erstes Erwachsenen-Match leitete. „Ich war vor dem Spiel schon nervös, weil ich nie zuvor ein Senior-Spiel gepfiffen hatte – nicht mal als Linesman. Aber ich muss sagen, dass mir meine Schiedsrichterkollegen mit Tipps viel weitergeholfen haben. Auf dem Eis war die Nervosität dann schnell dahin. Und es hat mich auch gefreut, dass ich danach ein positives Feedback bekommen habe“, spricht er über diese Erfahrung.
„Es ist mein Ziel, als Unparteiischer so weit wie möglich zu kommen.“ Leo Zublasing

Zwei Strafen sprach er in diesem Spiel lediglich aus. Denn Zublasing setzt auf eine großzügige Linie und ist darauf bedacht, wenig Einfluss aufs Spiel zu nehmen. „Als Spieler mochte ich es, wenn der Schiedsrichter nur dann eingreift, wenn es tatsächlich notwendig ist. Mit guter Kommunikation und verbalen Warnungen versuche ich, auf die Spieler einzuwirken, bevor ich eine Strafe pfeife“, beschreibt er seinen Stil.

Die AlpsHL soll für Zublasing, der ab dem kommenden Jahr Elektro- und Informationstechnik in Bozen studieren wird, nicht das Ende der Reise sein. „Neben der Universität ist es der perfekte Nebenjob. Ich probiere, so viele Ressourcen und Energie in das Schiedsrichterwesen zu stecken. Die Arbeit hauptberuflich auszuführen, ist erst in der ICEHL ein Thema. Obwohl ich noch jung bin, viel Zeit habe und nichts überstürzen will, ist es schon mein Ziel, als Unparteiischer so weit wie möglich zu kommen“, meint er abschließend.

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