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Christian Walcher spielte 15 Jahre für den HC Bozen (Fotos: Max Pattis) Spind- und Reisenachbarn: Stefan Zisser und Christian Walcher

Christian Walcher: „Ich hätte gerne in der EBEL gespielt“

Christian Walcher wird nicht Teil jener weiß-roten Mannschaft sein, die zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte an der EBEL teilnimmt. Nach 15 Jahren hat der Verein dem Spieler mitgeteilt, dass der Klub den Vertrag mit dem Talferstädter nicht mehr verlängern will. So wie Enrico Dorigatti wird dem Bozner Angreifer die Punkteregelung zum Verhängnis – „Dori“ und „Walker“ zählen gemeinsam fünf Punkte. Zu viel, wie Dieter Knoll und sein Vorstand befanden. „Ich habe bis zum Schluss gehofft. Ob ich bei einem anderen Klub weiterspiele hängt davon ab, ob ich mich motivieren kann.“

Es ist das Ende einer Ära. Christian Walcher war dem HCB 15 Jahre lang treu – mit Ausnahme der Saison 2001/2002, als der 33-Jährige für Ritten auflief. Doch nun ist die Liaison zu Ende. Die ehemalige Nummer „3“ der Füchse hat seinen Spind schon ausgeräumt. Nach Enrico Dorigatti verlässt somit das nächste Urgestein die Weiß-Roten. Und genau wie Dorigatti wird auch Walcher „Opfer“ des EBEL-Punktesystems, bei dem das Alter eine entscheidende Rolle über die Höhe der Punkte spielt.

Walcher ist einer der erfolgreichsten Spieler der jüngeren Bozner Vereinsgeschichte, der fünf Meistertitel (1998, 2000, 2008, 2009 e 2012), drei Mal den Italienpokal (2004, 2007 e 2009) und vier Supercups (2005, 2008, 2009, 2013) einheimsen konnte. In 562 Partien sammelte der Angreifer 232 Zähler.


SportNews: Christian Walcher, ein Zyklus ist zu Ende. Sind sie enttäuscht, erzürnt oder tragen Sie die Entscheidung des HC Bozen mit Fassung?

Christian Walcher: Ich muss das alles erst noch verdauen. Es ist sicher nicht leicht. Ich akzeptiere die Entscheidung des Vereins, aber vielleicht hätte man uns ein bisschen früher mitteilen können, dass wir nicht mehr in die Pläne des Klubs passen. Es geht einzig und alleine um den Zeitpunkt, aber ich will keine Polemik machen. Wenn man sich trennt, dann sollte man das unbeschwert tun.


Wenn man Ihnen eine Vertragsverlängerung vorgeschlagen hätte, dann wären Sie in der EBEL aufgelaufen?

Natürlich. Ich habe den ganzen Sommer über trainiert. Ich weiss, dass die EBEL ein ganz anderes Niveau hat. Weil ich berufstätig bin, hätte ich mich organisieren müssen. Aber mit ein paar Opfern, hätte ich diese Bürde auf mich genommen. Schade, es wäre eine tolle Möglichkeit gewesen.


Was wird Ihnen am meisten fehlen?

Alles ein bisschen, am meisten aber der „Geruch“ der Umkleidekabine. Natürlich auch die Auswärtsfahrten, mein Spind- und Reisenachbar Stefan Zisser, die Niederlagen, die Siege, einfach viele Dinge. Das mit Bozen war eine lange und große Geschichte.


Ihre schönste Erinnerung?

Der Sieg im Finale gegen Ritten in der Saison 2007/08. Wir haben den Titel sieben Jahre nicht gewonnen. Dann standen sich zum ersten Mal in der Geschichte diese beiden Klubs gegenüber. Die Eiswelle war rammelvoll. Was für ein Spektakel…


Apropos Zuschauer: Wird die Eiswelle wieder voller, jetzt wo der HCB in der EBEL spielt?

Ich wünsche es mir. Es ist eine sehr professionelle Meisterschaft auf einem sehr hohen Niveau. Aber um die Leute ins Stadion zu bringen muss man auch in diese Richtung arbeiten – es genügt nicht auf die Fans zu warten und zu hoffen, dass sie von alleine kommen.


Der HC Bozen in der EBEL: eine mutige Entscheidung oder ein riskantes Wagnis?

Es wird für die Mannschaft eine intensive Saison, von Beginn an sehr schwierig. Man wird sehen. Wichtig ist hart zu arbeiten und an das zu glauben, was man macht. Ich hoffe, dass „meine“ Mannschaft sich so gut als möglich verkauft. Immer!


Wie geht es mit Ihnen weiter?

Ich habe eine Arbeit, zum Glück (lacht). Ob ich weiterspiele hängt von der Motivation ab. Es zählt nur wenn du mit vollem Einsatz dabei bist – vor allem das habe ich beim HC Bozen gelernt.


Werden sie in die Eiswelle kommen?

Am Anfang vielleicht nicht, aber ich denke, dass ich nicht lange von der Tribüne fernbleiben kann.


Sie haben in den vergangenen Tagen sicherlich viele Mitteilungen bekommen. Welche war die schönste?

Mir haben viele Menschen geschrieben. Am schönsten waren sicherlich jene, in denen ich mich als Mensch wichtig gefühlt habe. Ich bin stolz auf das was ich geleistet habe und unbeschwert: das Leben muss weitergehen.

Autor: sportnews

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