
Die Santagiulia Ice Hockey Arena hat ihre Feuertaufe überstanden. © FISG
Drei Erkenntnisse aus den Milano Hockey Finals
Die viel kritisierte Santagiulia Ice Hockey Arena in Mailand, Schauplatz der Olympischen Spiele 2026, hat ihre Feuertaufe hinter sich. Was sind die Erkenntnisse aus dem langen Eishockey-Wochenende in der norditalienischen Modemetropole?
12. Januar 2026
Von: cst
Eines vorneweg: Mailand ist eine Eishockey-Stadt, das hat das Wochenende gezeigt. Selbst wenn es aktuell keinen professionellen Club in der Stadt gibt, hat der schnellste Mannschaftssport der Welt in Mailand einen hohen Stellenwert. Das zeigten nicht nur die lombardischen Ultras, die auch ohne Vereine erhalten geblieben sind, mit ihrem Fanmarsch. Sportlich haben sich Asiago (Scudetto) und Kaltern (Coppa Italia) die Titel geholt.
1. Zuschauer strömten in das Stadion
Rund 30.000 Zuschauer kamen am Wochenende in die Santagiulia Ice Arena. Dabei hatte es im Vorfeld ergiebige Zweifel daran gegeben, dass das Stadion tauglich für ein Großereignis wie die IHL Finals und die Coppa Italia ist. Am Montag zog der italienische Eissportverband FISG zufrieden Bilanz. 22.500 Tickets seien verkauft worden, dazu kämen rund 8.000 Freikarten, Akkreditierungen und andere Besuche dazu. Das IHL-Finale und das Endspiel der Coppa Italia am Sonntag waren ausverkauft. Die Arena mag noch nicht ganz fertig sein (eine Kurve blieb geschlossen), den ersten Härtetest hat sie dennoch mit Bravour überstanden.2. Italiens Eishockey lebt
Im Fußballland Italien haben es alle anderen Mannschaftssportarten schwer. Mit Ausnahme von Volleyball, das sich in den letzten Jahren neben Fußball etabliert hat, besteht oftmals wenig Interesse von Seiten der Zuschauer. Das Eishockey-Wochenende in Mailand hat allerdings Gegenteiliges bewiesen. Die Fans ließen sich die Spiele nicht entgehen, außerdem haben Italiens größte TV-Stationen die Duelle live übertragen. Die offiziellen Social-Media-Accounts haben Rekord-Aufrufe verbucht.Historische Mailänder Ultra-Gruppierungen schlossen sich am Wochenende zur "CdM" (Curva di Milano) zusammen.
„Diese drei Tage haben gezeigt, wie viel Leidenschaft in Italien für den Eishockey-Sport vorhanden ist“, frohlockte FISG-Präsident Andrea Gios und kündigte zugleich an: „Wir werden mit Hochdruck daran arbeiten, das Problem zu lösen, dass es in der lombardischen Hauptstadt keinen adäquaten Verein gibt.“ Bereits zuletzt gab es Gerüchte, wonach Mailand einen Einstieg in die ICE Hockey League anstrebt.3. Für Olympia gewappnet
Es war nicht alles perfekt in Mailand. Gleich im ersten Match gab es ein Loch im Eis, was Wasser auf die Mühlen aller Kritiker war. Danach aber gingen die Partien reibungslos über die Bühne. Das Eis (ebenfalls ein Kritikpunkt, vor allem aus Nordamerika) gab eine gute Figur ab. „Es gibt noch einige Details fertigzustellen, aber der gute Ablauf während der Milan Hockey Finals war der beste Appetitanreger für die Olympischen Spiele“, resümierte Gios zufrieden.Profil bearbeiten
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