
Franz Reindl war früher DEB-Präsident. © dpa / Tobias Hase
Ein Deutscher wird wichtigster Eishockey-Funktionär der Welt
Kurz vor seinem 72. Geburtstag – und damit auf den allerletzten Drücker – ist Franz Reindl im zweiten Anlauf doch noch an sein großes Ziel gekommen: Er wird Präsident des Eishockey-Weltverbandes IIHF.
02. Oktober 2026
Von: dpa
Auf dem IIHF-Kongress auf Teneriffa setzte sich der Olympia-Bronzegewinner von 1976 im zweiten Wahlgang knapp mit 60:57 Stimmen vor Petr Briza aus Tschechien durch.
Reindl folgt auf den Franzosen Luc Tardif (73), gegen den Reindl vor fünf Jahren bei der damaligen Wahl noch gescheitert war. Damals wurde die Wahl begleitet von Vorwürfen wegen Untreue gegen Reindl. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wurden später eingestellt. „Es hat natürlich die Wahl beeinflusst“, sagte Reindl zuletzt im Interview der Süddeutschen Zeitung.
Tardif nur vier Jahre im Amt
Tardif trat zur Wahl diesmal nicht mehr an. Für Reindl war es die letzte Chance. Laut Statuten darf ein Kandidat höchstens 72 Jahre alt sein, Reindl wird im November 72. Er kann damit bei der nächsten Wahl 2030 nicht mehr antreten.Das Olympia-FInale 2026 war gespickt mit NHL-Stars, das soll in Zukunft immer so sein. © ANSA / FAZRY ISMAIL
„Man verhält sich anders, wenn man wiedergewählt werden muss“, sagte Reindl, der als größte Herausforderung die Kommunikation mit der NHL verbessern will, um nicht „vor jeden Olympischen Spielen das gleiche Theater“ zu haben. Damit spielt er auf die regelmäßige Herausforderung an, die NHL-Profis bei Olympia dabei zu haben. Im Februar in Mailand hatten die besten Spieler der Welt nach schwierigen Verhandlungen erstmals seit 2014 in Sotschi wieder teilgenommen.
WM-Reform möglich
Denkbar ist auch, dass Reindl eine Neuordnung der WM-Turniere anstrebt. Dies wäre ab 2033 möglich. Die Voraussetzungen dafür müssten aber in Reindls Amtszeit geschaffen werden. Die Weltmeisterschaften finden insbesondere aus finanziellen Gründen jährlich im Mai statt. Zu der Zeit laufen noch die NHL-Playoffs, so dass immer nur ein Teil der NHL-Profis teilnehmen kann. „Ob jedes Jahr, alle zwei, oder drei oder vier Jahre – es gibt viele Ideen dazu“, sagte Reindl.Problematisch für die IIHF war zuletzt auch, dass die NHL den zuvor unregelmäßig ausschließlich von ihr veranstalteten World Cup Of Hockey wieder fest etablieren will. Dies Turnier mit den größten NHL-Stars stünde dann in ständiger Konkurrenz zur IIHF-WM. „Es ist wichtig, dass die Kalender aufeinander abgestimmt sind. Ich denke, dass wir das schaffen können“, sagte Reindl.
Der Garmisch-Partenkirchener gewann als Spieler dreimal die deutsche Meisterschaft mit dem SC Riessersee und dem Sportbund Rosenheim. Beim Deutschen Eishockey-Bund war er Sportdirektor, Generalsekretär, Geschäftsführer und von 2014 bis 2022 Präsident. Zudem half er 2004 interimsweise als Bundestrainer aus.
Profil bearbeiten
Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.

Kommentare (0)