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Peter Spornberger spricht über sein neues Abenteuer. © HHOF-IIHF

„Hätte ich mir nie erträumt“: Spornbergers DEL-Aufstieg

Er ist ab der nächsten Saison Südtirols einziger DEL-Spieler und trotz seines jungen Alters schon fester Bestandteil der Nationalmannschaft: Über den Rittner Peter Spornberger und dessen rasanten Aufstieg.

In der Talentschmiede der Rittner Buam ausgebildet, wagte Peter Spornberger vergleichsweise spät den Sprung ins Ausland. Mit 16 Jahren wechselte der Verteidiger zum EV Landshut, für den er drei Saisonen spielte. Daraufhin folgte eine Spielzeit in den Farben der Kölner Junghaie und schließlich der Schritt zum EHC Freiburg in die DEL2. Dort avancierte der Rittner schnell zum Leistungsträger – und weckte so die Begierde der Schwenninger Wild Wings. In Baden-Württemberg schnuppert Spornberger in der nächsten Saison erstmals DEL-Luft.


Wenn man den 22-Jährigen fragt, wie er sich diesen rasanten Aufstieg erklärt, sagt er ganz bescheiden: „Ich glaube, dass einfach viel Glück im Spiel gewesen ist. Entscheidend war, dass ich nach Deutschland gegangen bin.“ Dass er sofort Landshut erwischt habe, „war ein Glück, weil der Trainer mich von Beginn an gefördert hat.“ Gleiches gelte für Freiburg, erzählt der Verteidiger: „Nach der Saison in Köln hatte ich nur ein Angebot – nämlich jenes der Wölfe. In Freiburg habe ich sofort großes Vertrauen genossen, viel spielen dürfen“. Das sei für einen jungen Spieler das wichtigste. „Ich hätte mir nie erträumen können, dass es so gut klappt“, sagt Spornberger rückblickend.

Schattensein des Sportlerdaseins
So schön das Leben als Eishockeyprofi auch sei, hat Spornberger in seiner jungen Karriere bereits dessen Schattenseiten kennengelernt. „Natürlich bin ich extrem dankbar, dass ich das Hobby zum Beruf gemacht habe. Gleichzeitig hat eine solche Karriere aber auch Nebenwirkungen“, erklärt er: „Ich bin in den letzten fünf Jahren vier Mal umgezogen, wodurch ich eine sehr wichtige Person verloren habe. Das Sportlerleben ist schön, solche Dinge gehören aber auch dazu.“

Doch zurück zur sportlichen Laufbahn: Wer in seinen ersten zwei DEL2-Saisonen 36 Scorerpunkte sammelt und darüber hinaus mit einer Plus-Minus-Statistik von +42 glänzt, ist nicht nur von Glück gesegnet, sondern hat Klasse – und steht verdient in einer der besten Ligen Europas unter Vertrag. Wie es zu diesem Engagement gekommen ist? „Als ich in Köln spielte, habe ich ein Probetraining bei Bad Nauheim absolviert. Christof Kreutzer, der jetzt ist in Schwenningen Sportdirektor ist, war dort Cheftrainer. Dadurch ist der Kontakt entstanden“, schafft er Klarheit. Dass Schwenningen und Freiburg ligaübergreifend eine Kooperation bilden und sich die Vereine vor allem über junge Spieler mit Potenzial austauschen, hätte ebenfalls eine Rolle gespielt, meint Spornberger.

Südtirols einziger DEL-Spieler: Peter Spornberger © Achim Keller


Der Südtiroler ist jedenfalls für das DEL-Abenteuer gewappnet bzw. weiß, was auf ihn zukommt: „Was ich im Sommertraining gesehen habe, sind die Spieler noch fitter, zudem erfahrener und einfach abgeklärter, besser. Ich erwarte, dass das Spiel insgesamt schneller ist, dass man weniger Zeit hat – im Grunde wie bei der Weltmeisterschaft“, blickt der 22-Jährige voraus. An dieser teilzunehmen, sei „auf jeden Fall eine super Erfahrung gewesen“. Dass so viele Spieler gefehlt haben, „war einerseits schade, für die jungen Spieler andererseits aber auch ein Glücksfall. Wer weiß, ob man sonst dabei gewesen wäre“, betont Spornberger. So hätten die Jungen viel spielen dürfen, sehen können, wie sich die weltbesten Akteure auf dem Eis verhalten und etwas unvergessliches erlebt. „Nur schade, dass keine Zuschauer dabei waren.“
Kurzurlaub in der Heimat
Das dürfte sich schon bei der nächstjährigen Weltmeisterschaft in Finnland ändern, wenn Italien sich erneut in der Top-Division mit den besten Nationen der Welt misst. So weit will Spornberger noch nicht denken. Zunächst richtet sich sein Fokus voll auf die Saison mit den Wild Wings. Ziel sei es, sich einen Platz in den Top-6-Verteidigern zu erkämpfen. Zuvor legt der Sport-Student in Köln aber noch eine Prüfung ab und einen kurzen Heimaturlaub ein, ehe am kommenden Montag die Vorbereitung in Schwenningen endgültig in die heiße Phase übergeht.




Schlagwörter: Eishockey

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