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So erzielte Ivar Stenberg das 3:0. © ANSA / SALVATORE DI NOLFI

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So erzielte Ivar Stenberg das 3:0. © ANSA / SALVATORE DI NOLFI

Azurblaue Ladehemmungen: Italien erneut torlos

Einen Sieg durfte man sich von Italien am Freitag bei der Eishockey-WM gegen Medaillenanwärter Schweden nicht erwarten. Der Umstand, dass die Azzurri einmal mehr ohne eigenen Torerfolg blieben, gibt jedoch zu bedenken.

Das wahrscheinlichste Szenario vor der WM ist eingetroffen: nämlich jenes, dass Italien vor den abschließenden zwei Gruppenspielen gegen Dänemark und Slowenien punktlos dasteht. Am Freitagabend bezog das Team um Kapitän Alex Trivellato die fünfte Niederlage in der fünften Partie. Schweden behielt dank seiner Jungstars Ivar Stenberg und Viggo Bjorck mit 3:0 die Oberhand.


Die 18-Jährigen, die im diesjährigen NHL-Draft beide in den Top 5 gezogen werden dürften, versprühten in der mit knapp 5.100 Fans gefüllten BCF Arena all das, was den Azzurri in Fribourg bisher fehlt: Spielwitz, Fantasie und Konsequenz. Warum Trainer Sam Hallam sie in der ersten Reihe an der Seite des gestandenen NHL-Stars Lucas Raymond aufbot und internationale Scouts ihnen eine glorreiche Zukunft vorhersagen, wurde nicht nur bei ihren Toren zum 2:0 und 3:0 ersichtlich. Es hatte fast den Anschein, als ob sie auf Knopfdruck das Tempo erhöhen könnten. Wann immer das geschah, war die sonst kompakt auftretende Abwehr der Azzurri maßlos überfordert.

Clara allein reicht nicht

Als ob der Fokus schon auf die nächsten Herausforderungen gerichtet war, verschlief Italien den Start komplett. Dass der Rückstand zur Spielmitte nicht höher ausfiel, war wieder Damian Clara zu verdanken. Gegen viele frühere Mitspieler strahlte der 21-Jährige erneut große Ruhe aus, vereitelte Hochkaräter und behielt auch im dichten Verkehr den Durchblick. Letztendlich standen dem Südtiroler 31 Paraden zu Buche, was erneut einer Fangquote von über 90 Prozent entsprach. Schon gegen Tschechien hatte Clara seine Vorderleute mit 55 Paraden aus der Patsche geholfen.

Der Torhüter allein wird den Abstieg aber nicht abwenden können. Dafür bedarf es einer Leistungssteigerung aller Mitspieler. Auch in den Special Teams muss Italien eine Schippe drauflegen. Mittlerweile hatte Italien bei der WM zwölf Powerplays – ein Tor entstand aus diesen Gelegenheiten aber noch nicht. Auch gegen die Schweden, die insgesamt nur zwölf Torschüsse zuließen, blieben Phil Pietroniro & Co. in Überzahl vieles schuldig.

Das Gute: Trotz der fünf Niederlagen bleiben die Chancen auf den Klassenerhalt intakt. Das erste der zwei Schicksalsspiele geht am Sonntag gegen das bisher ebenfalls punktlose Dänemark (16.20 Uhr) über die Bühne. SportNews begleitet die Partie wie gewohnt mit einem Liveticker.

Die Höhepunkte

Jetzt zählt’sNachdem ein Tor von Ekman-Larsson nicht anerkannt wird, trifft Grundström per Drehschuss. Trivellato kommt bei seinem Störungsversuch einen Hauch zu spät, Clara ist machtlos.
Plötzliche TorgefahrAus dem Nichts findet Italien einen Hochkaräter vor: Purdeller spielt einen Zauberpass auf Mantenuto, der plötzlich völlig allein vor Hellberg steht, bei seinem Versuch jedoch die nötige Präzision vermissen lässt.
Eiskaltes PowerplayWenige Sekunden vor Drittelende wehrt Clara einen Bjorck-Ablenker ab, den Rebound leitet der Jungstar weiter zum gleichaltrigen Stenberg, der den Puck nur noch ins leere Tor versenken muss.
Wieder das Teenie-DuoWenn die Turbo-Youngsters Bjorck und Stenberg ernst machen, geht den Azzurri alles zu schnell. Im zweiten Abschnitt fungiert der Erste wieder als Vorlagengeber, wieder hat Stenberg nach dessen Assist das leere Tor vor sich.
Beinahe das 1:3Kurz vor Schluss legt Frycklund nach einem schnellen Zoneneintritt zurück auf Trivellato, der im Slot ungestört abziehen kann. Hellberg ist beim flachen Schuss aber mit dem Beinschoner noch entscheidend dran.

Italien – Schweden 0:3

ITA: Clara (Fadani); Zanatta-Pietroniro, Trivellato-DiPerna, Spornberger-Gios, Buono-Nitz; De Luca-Bradley-Mantinger, Saracino-Frycklund-Zanetti, Frigo-Mantenuto-Purdeller, Segafredo-Misley-Deluca.
Coach: Jalonen

SWE: Hellberg (Soderblom); Larsson-Ekholm, Johansson-Ekman Larsson, Hägg-Persson, Brannstrom; Stenberg-Bjorck-Raymond, Heineman-de la Rose-Karlsson, Frondell-Sundqvist-Holmstrom, Grundström-Berglund-Silfverberg, Asplund.
Coach: Hallam

Tore: 0:1 Grundström (9.09), 0:2 Stenberg (19.27), 0:3 Stenberg (28.04)

Zuschauer: 5089

Gruppe B, die Tabelle:
Pos.LandSpielePunkte
1.Kanada514
2.Slowakei411
3.Tschechien410
4.Schweden59
5.Norwegen47
6.Slowenien53
7.Dänemark40
8.Italien50

Eishockey-WM, Gruppe A:

Finnland – Großbritannien 4:0
Tore: 1:0 Heinola (00.58), 2:0 Heinola (28.30), 3:0 Lehtonen (31.51), 4:0 Jokiharju (58.50)

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