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Auf Damian Clara wird es ankommen. © APA/afp / JULIEN DE ROSA

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Auf Damian Clara wird es ankommen. © APA/afp / JULIEN DE ROSA

Das wichtigste Spiel soll nicht das letzte sein

Für Italiens Eishockey-Nationalmannschaft der Männer steht am Dienstag zur Mittagszeit das bisher wichtigste Spiel bei den Olympischen Spielen in Mailand auf dem Programm. Der Gastgeber trifft um 12.10 Uhr im Achtelfinale auf die Schweiz und ist krasser Außenseiter. Der Sieger steht im Viertelfinale und trifft am Mittwoch um 18.10 Uhr auf die Slowakei.

Aus Mailand

Kurt Platter

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Kurt Platter

7.301 Tage sind seit dem letzten Olympia-Duell zwischen Italien und der Schweiz vergangen. Am 21. Februar 2006 standen sich die beiden Kontrahenten im letzten Vorrundenspiel der Gruppe A in Turin gegenüber. Damals gab es keinen Sieger; das Spiel endete 3:3, wobei die drei Italos Joe Busillo, Carter Trevisani und Anthony Iob die Tore des Blue Teams erzielten. Am Dienstag muss es in der „Milano Rho Ice Hockey Arena“ in jedem Fall einen Sieger geben: Sollte es nach 60 Minuten unentschieden stehen, dann gibt es eine zehnminütige Verlängerung und anschließend eventuell ein Penaltyschießen mit fünf Schützen je Team.


Im Kader von Italiens Nationaltrainer Jukka Jalonen stehen mit Diego Kostner (verletzt), Tommaso De Luca (beide HC Ambri-Piotta), Davide Fadani (Kloten), Stefano Segafredo (GC Küsnacht), Giovanni Morini und Marco Zanetti (beide Lugano) gleich sechs Schweiz-Legionäre. Und auch Italiens Videocoach Diego Scandella arbeitet seit mehr als 20 Jahren in der Schweiz.

Die Schweiz will ins Viertelfinale. © APA/afp / ALEXANDER NEMENOV

Die Schweiz will ins Viertelfinale. © APA/afp / ALEXANDER NEMENOV


Der Italokanadier ist derzeit Assistenztrainer bei Bellinzona in der Swiss League und freut sich auf das heutige Spiel: „Natürlich kenne ich einige Spieler. Michael Fora beispielsweise, den ich aus unserer gemeinsamen Zeit bei Ambri in bester Erinnerung habe. Mit Nino Niederreiter war ich 2010 bei der WM in Deutschland, als ich Videocoach bei der Schweiz war.“

Schweiz ist der haushohe Favorit

Scandella zollt dem heutigen Gegner großen Respekt. „Wir brauchen nicht lange um den heißen Brei herumzureden: Die Schweiz ist Favorit. In einem Spiel kann aber alles passieren. Wir müssen gut starten, Fehler vermeiden, den Preis zahlen und an den Sieg glauben“, fordert der 61-Jährige und fügt hinzu: „Ich hoffe, unsere Spieler können an die Leistung von den Spielen gegen Schweden und die Slowakei anknüpfen. Dazu benötigen wir in erster Linie einen starken Torhüter.“ Beim Abschlusstraining deutete sehr vieles darauf hin, dass heute Damian Clara zwischen den Pfosten stehen wird.

Italien will überraschen. © APA/afp / ALEXANDER NEMENOV

Italien will überraschen. © APA/afp / ALEXANDER NEMENOV


Die Schweiz hat die Gruppe A hinter Topfavorit Kanada auf Platz zwei abgeschlossen. Die Mannschaft von Trainer Patrick Fischer, der nach der WM im Mai im eigenen Land abtreten wird, hat Frankreich mit 4:0 und Tschechien mit 4:3 n.V. besiegt und musste sich Kanada mit 1:5 geschlagen geben.

„Die Schweiz verfügt über eine starke Mannschaft, aus der nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Kevin Fiala die neun verbliebenen NHL-Spieler herausragen. Wenn man aber auf die teaminterne Scorerwertung der Schweiz schaut, fällt auf, dass mit Janis Moser (4 Punkte), Roman Josi und Dean Kukan (je 3) gleich drei Verteidiger unter den Top 4 liegen. Diese drei schalten sich immer wieder in den Angriff ein und sind brandgefährlich“, weiß Scandella.
„Der Druck liegt beim Gegner. Er muss, wir können gewinnen.“ Diego Scandella

Und trotzdem will der Assistent von Jalonen die Flinte nicht schon vorab ins Korn werfen: „Der Druck liegt beim Gegner. Er muss, wir können gewinnen.“ Das wäre dann wohl das zweite „Miracle on Ice“ nach dem 22. Februar 1980, als die USA in Lake Placid den haushohen Favoriten Russland auf dem Weg zum Olympiasieg mit 4:3 besiegten.

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