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Andrea Gios steht Rede und Antwort. © FISG

Eishockey-Boss stellt klar: „Keine 15 Italos im Olympia-Team“

Ein Interview von Andrea Gios hatte vergangene Woche in Italiens Eishockey-Szene ein wahres Erdbeben ausgelöst. Jetzt stellt der Präsident des italienischen Eissportverbandes FISG seine Position gegenüber SportNews klar.

Von:
Leo Holzknecht

Ein Interview hatte vergangene Woche den Stein ins Rollen gebracht. Darin verkündete der FISG-Boss, dass Italien bei den Olympischen Spielen 2026 mit 15 Italo-Kanadiern antreten würde. Und „dass nicht viele Plätze für einheimische Akteure übrig sein werden“. SportNews hat bei Gios direkt nachgehakt – und deutliche Antworten erhalten.



Im Interview sagen Sie, dass 15 Italos die Nationalmannschaft bei Olympia fluten sollen…

„Leider wurden meine Aussagen nicht richtig wiedergegeben. Ich habe nie gesagt, dass 15 Italos bei den Spielen für Italien auflaufen sollen. Nicht zuletzt, weil die FISG seit Jahren eine interne Regel hat, die besagt, dass maximal sieben in anderen Ländern ausgebildete Akteure (Torhüter eingenommen, Anm. d. Red.) in der Nationalmannschaft spielen dürfen. Das ist so in der 'Agenda 2022' verankert und wurde während meiner Amtszeit stets so eingehalten. Es besteht also weiterhin eine Grenze. Wir wollen nicht die gleiche Situation wie vor etlichen Jahren.“


Was hat es mit den 15 Italos also auf sich?

„Dieses Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem CONI und dem Sportministerium ausgearbeitet. Demnach sollen 15 Spieler aus Nordamerika den Vereinen hierzulande angeboten werden, damit sie nach zwei Saisonen für das Nationalteam spielberechtigt sind. Von den 15 Akteuren werden aber maximal sieben bei Olympia dabei sein. Das muss unterstrichen werden. Unser Ziel ist es, sehr gute Spieler zu holen, keine Mittelmäßigen, die den Unterschied ausmachen und unsere Qualität deutlich anheben. Ohne aber unsere Struktur zu verändern, die nach wie vor auf Spielern aus Italien basiert.“


Wie soll das konkret funktionieren?

„Wir wollen Spieler einer gewissen Lohnklasse nach Italien lotsen, die im Normalfall nicht hierher kommen würden. Damit das funktioniert, greifen wir den Vereinen finanziell unter die Arme. Dieses Geld schütten aber nicht direkt wir von der FISG aus, sondern es stammt aus dem Sportministerium. Anstatt nach Deutschland oder Österreich zu gehen, kommen die Spieler dann für zwei Saisonen zu uns.“


Wie ist diese Idee entstanden?

„Als Gastgeberland ist es einerseits unsere Pflicht, eine starke Mannschaft an den Start zu bringen. Andererseits besteht das Risiko, dass uns die Teilnahme verweigert wird, wenn unser Team nicht konkurrenzfähig ist. Gleiches drohte auch heuer in China zu passieren. Erst nachdem eine spezielle Kommission Spiele der Chinesen ansehen war, wurde für eine Teilnahme bei den Olympischen Spielen in Peking entschieden.“


Abschließend: Wie will der Verband verhindern, dass die Spieler zwar als Italos gelten, sich letzten Endes aber nicht das azurblaue Trikot überstreifen? Wie etwa Dustin Gazley, Angelo Miceli oder Anthony Bardaro?

„Das ist ein enormes Problem. Ich weiß leider nicht, wie es zu lösen ist. Es ergibt nämlich keinen Sinn, einen Profi zum Spielen zu zwingen, wenn er nicht hinter der Sache steht. Wir müssen immer 110 Prozent geben und mit dem Herz spielen, sonst funktioniert es nicht. Die angesprochenen Spieler sind zwar gut, allerdings nicht außergewöhnlich – also müssen auch sie mit vollstem Einsatz dabei sein. Leider besteht das Problem der Absagen nicht nur bei den Italos, sondern auch bei den Einheimischen. Wir wollen nur motivierte Spieler.“

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