S+
Davide Schiavone (links) will zur WM.

h Nationalteams

Davide Schiavone (links) will zur WM.

Gröden-Held Schiavone: Von der Imbissbude ins Nationalteam

Zuerst verhalf er dem HC Gherdëina zum Meistertitel in der Alps Hockey League (AlpsHL), jetzt träumt er von der Teilnahme an der Weltmeisterschaft: Die Rede ist von Davide Schiavone, der in der Nationalmannschaft aufgrund eines außergewöhnlichen Berufs ein Unikat ist.

Von:
Leo Holzknecht

Pommes frittieren, Würste braten, Soßen zubereiten – wenn Davide Schiavone mal nicht dem Puck hinterherjagt, besteht sein Alltag unter anderem aus diesen Aktivitäten. Seit fast zehn Jahren steht der 27-Jährige hinter der Theke des Würstelstandes Pippotto im Herzen von Canazei. Es sei eine kräftezehrende, aber erfüllende Arbeit, erzählt der Fassaner. „Der Kontakt mit den Menschen ist der Teil, der mir besonders gefällt. In den Playoffs hielten viele Leute bei uns an, um zu fragen, wie es gelaufen ist, oder um Komplimente auszurichten.“ Kein Wunder also, dass zuletzt immer mehr seiner Landsleute aus dem Fassatal übers Sellajoch nach Wolkenstein fuhren, um den Nachbarklub anzufeuern. „Das freut mich ungemein“, so Schiavone.


Der Mittelstürmer nimmt die rund halbstündige Autofahrt von Canazei ins Pranives fast täglich auf sich. „Ich muss mich bei meinem Arbeitgeber bedanken, der hinter mir steht und es mir ermöglicht, kein einziges Spiel oder Training zu verpassen“, betont der Fassaner.

Ein neuer italienischer Rekord

All die Entbehrungen, die Schiavone in der laufenden Saison auf sich genommen hat, wurden durch den Titel in der AlpsHL mehr als nur entschädigt. Den sensationellen Erfolgslauf der Furie erklärt sich der Mann aus Canazei wie folgt: „Unser Selbstvertrauen ist nach der Verpflichtung von unserem Trainer Marcel Skokan und dem Torhüter Claes Endre kontinuierlich gestiegen. Für mich persönlich waren es die ersten Playoffs in meiner Karriere. Auch deshalb bin ich hoch motiviert und mit viel Energie in diese Spiele gestartet“, berichtet Schiavone.

Davide Schiavone (links) feiert den Titelgewinn mit Hannes Kasslatter. © Matthäus Kostner

Davide Schiavone (links) feiert den Titelgewinn mit Hannes Kasslatter. © Matthäus Kostner


Dies hatte einen wahre Leistungsexplosion zur Folge, denn der Mittelstürmer sammelte in der fünften Jahreszeit stolze 20 Punkte – zehn davon im Finale gegen den HC Meran. Noch nie zuvor hatte ein in Italien geborener Stürmer in den AlpsHL-Playoffs so fleißig gescort. Darüber hinaus war er mit einer ±-Statistik von +18 (!) ligaweit einsame Spitze. „Ich hätte nie gedacht, diese Rekorde aufzustellen. Aber ich bin glücklich, der Mannschaft damit geholfen zu haben“, meint Schiavone, der in den Playoffs an der Seite von Vlastimil Dostalek das gefährlichste Sturmduo der Liga bildete. „Wir sind zwei unterschiedliche Spieler, haben uns jedoch exzellent verstanden. Er steht immer am richtigen Ort und verfügt über einen herausragenden Torinstinkt.“
„Ich habe von der Einberufung erfahren, als ich unter der Dusche stand.“ Davide Schiavone

Seine Leistungen blieben auch im Kreis der Nationalmannschaft nicht unbemerkt. Coach Jukka Jalonen berief den 27-Jährigen so nach drei Jahren wieder ins Blue Team. „Damit habe ich nicht gerechnet, zumal ich unter der Saison nicht mit dem Trainerteam in Kontakt stand. Ich habe von der Einberufung erfahren, als ich nach dem Titelgewinn unter der Dusche stand. Präsident Walter Ploner kam zu mir und meinte, dass ich nicht zu stark feiern sollte. Tags darauf kam dann der Anruf“, erzählt er. Italien zu vertreten, sei immer eine Ehre. „Ich bin sehr froh, hier zu sein. Und es spricht auch für den HCG, dass zwei Spieler des Vereins nominiert wurden (Carmine Buono, Anm. d. Red.).“

Geht's zur WM?

Nur wenige Tage nach dem großen Coup mit den Furie absolvierte Schiavone in Angers seine ersten zwei Testspiele gegen Frankreich. Nach den vielen Feierlichkeiten und nur sehr wenig Erholung sei es hart gewesen, berichtet Schiavone. Glücklicherweise könne er aber drei Tage pausieren, ehe am Donnerstag in Milton Keynes das nächste Testspiel gegen Großbritannien anstehe. Dort will er sich bestmöglich präsentieren, um sich einen Platz für die anstehende Weltmeisterschaft der Top-Division in Fribourg zu ergattern.

Davide Schiavone will hoch hinaus. © Matthäus Kostner

Davide Schiavone will hoch hinaus. © Matthäus Kostner


„Ich weiß, dass das eine schwierige Aufgabe ist, weil sich im Team sehr starke Spieler aus europäischen Ligen befinden. Aber ich denke, dass ich meine Qualitäten unter Beweis gestellt habe. Sicher ist: Ich werde hundertprozentigen Einsatz zeigen, um diesen Traum zu verwirklichen“, betont Schiavone abschließend.

Kommentare (0)

Bestätigen Sie den Aktivierungslink in unserer E-Mail, um Ihr Konto zu verifizieren und Kommentare zu schreiben. Aktivierungslink erneut senden
Vervollständigen sie Ihre Profil-Angaben, um Kommentare zu schreiben.
Profil bearbeiten

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.

© 2026 First Avenue GmbH