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Damian Clara wuchs über sich hinaus. © ANSA / CYRIL ZINGARO

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Damian Clara wuchs über sich hinaus. © ANSA / CYRIL ZINGARO

Heiliger Damian: Clara macht das Unmögliche (fast) möglich

Das Toreschießen klappt für Italien bei der Eishockey-WM in Fribourg noch gar nicht. Angesichts dessen bleibt den Azzurri keine andere Alternative, als hinten dichtzumachen. Angeführt von einem überragenden Damian Clara ging diese Strategie am Mittwoch gegen Tschechien beinahe auf.

Tschechien hat in der WM-Historie gegen Italien alle Duelle für sich entschieden. Diese Serie drohte am Mittwoch in Fribourg zu reißen – und das, obwohl die Osteuropäer haushoch überlegen waren. Die Schussstatistik von 58:15 zeichnet ein eindeutiges Bild. Dass der Weltmeister von 2024 nichtsdestotrotz bis zur letzten Minute um den Sieg zittern musste, war der Verdienst von Damian Clara, der wie schon bei den Olympischen Spielen in Mailand einen heroischen Auftritt hinlegte. Zu seinem Leidwesen gewann Tschechien mit 3:1.


Trainer Jukka Jalonen setzte wieder auf Tommy Purdeller, nachdem er ihm tags zuvor noch eine Verschnaufpause gegönnt hatte. Bozens Cristiano DiGiacinto kehrte ebenfalls ins Lineup zurück, Alessandro Segafredo und Nicolò Mansueto nahmen auf der Tribüne Platz. Die wichtigste Änderung betraf jedoch das Tor der Azzurri. Fünf Tage nach seiner Ankunft in Fribourg feierte Clara sein Debüt bei einer WM der Top-Division.

Clara hält, hält und hält

Den Jetlag hat der von Kalifornien angereiste Torhüter offensichtlich längst verdaut. Wie er sich gegen die aus allen Lagen schießenden Tschechen zur Wehr setzte, war unmenschlich. Egal, ob der Gegner allein vor dem Reischacher auftauchte, aus dem dichten Verkehr abzog oder gefährlich abfälschte – Clara fand in jeder Situation die richtige Antwort. Die tschechischen Superstars um Routinier Roman Cervenka – sie hinterließen einen ratlosen Eindruck.

Der Bann brach erst in der 46. Minute. Dem 1:1-Ausgleich ging eine ähnliche Torbehinderung voraus, die Italien im Eröffnungsspiel gegen Kanada den Ehrentreffer gekostet hatte. Das Trainerteam der Azzurri verzichtete jedoch auf eine Überprüfung des Treffers.

Kurz darauf hätte die Partie noch mal auf Seiten der Azzurri kippen können, da Kapitän Alex Trivellato nur die Latte traf. Stattdessen gelang den Tschechen aber der Lucky Punch, der schlussendlich Italiens vierte Niederlage im vierten Spiel besiegelte. An Claras unglaublichen Auftritt wird man sich jedoch noch lange erinnern. Jetzt haben der 21-Jährige und die Azzurri einen Tag Pause, um sich von den Strapazen zu erholen, ehe am Freitag das nächste Spiel gegen Schweden auf dem Programm stehen wird (20.20 Uhr).

Die Höhepunkte

Clara gegen alle15 Schüsse aufs Tor feuern die Tschechen im ersten Drittel ab, doch Clara hält alle. Der Höhepunkt: eine Reflexparade mit der Fanghand gegen Kubalik.
Das Duell geht weiterFlek hat zu Beginn des zweiten Drittels einen Alleingang, den Clara mit dem Schläger vereitelt. Gegen Beranek ist er hingegen mit dem Schoner zur Stelle.
Tor? Tor!Als es Saracino mit einem Bauerntrick versucht, klirrt der Pfosten. Nach Ansicht der Bilder sieht das Schiedsrichtergespann jedoch, dass der Puck die Linie schon vor Pavlats Rettungsversuch passiert hatte.
Dubiose EntscheidungClara wird von Vozenilek im Torraum behindert, daraufhin hat Alscher das leere Tor vor sich. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen nimmt Italien jedoch keine Coaches' Challenge.
Bitteres EndeNach Traumpass von De Luca zieht Trivellato im Slot direkt ab, Pavlat ist dran und lenkt den Puck an die Latte. Kurz darauf ist Flek mit einem One-Timer erfolgreich. Am Ende trifft Kubalik noch ins verwaiste Tor der Azzurri.

Italien – Tschechien 1:3

ITA: Clara (Smith); Zanatta-Pietroniro, Trivellato-DiPerna, Spornberger-Gios, Buono-Nitz; De Luca-Bradley-Mantinger, Saracino-Frycklund-Zanetti; Frigo-Mantenuto-Purdeller, DiGiacinto-Misley-Deluca.
Trainer: Jalonen

CZE: Pavlat (Korenar); Galvas-Hronek, Kemny-Cibulka, Tichacek-Alscher, Hajek-Scotka; Cervenka-Sedlak-Blumel, Vozenilek-Tomasek-Filek, Kubalik-Melovsky-Kaut, Beranek-Cernoch-Chmelar.
Trainer: Rulik

Tore: 1:0 Saracino (29.20), 1:1 Alscher (45.14), 1:2 Flek (51.05), 1:3 Kubalik (59.05)

Zuschauer: 4517

Die Tabelle
Pos.LandSpielePunkte
1.Tschechien410
2.Kanada39
3.Slowakei38
4.Norwegen36
5.Schweden46
6.Slowenien43
7.Dänemark30
8.Italien40

Eishockey-WM, Gruppe B:

Österreich – Schweiz 0:9
Tore: 0:1 Rochette (5.11), 0:2 Meier (9.20), 0:3 Hischier (11.28), 0:4 Riat (13.21), 0:5 Hischier (29.42), 0:6 Thürkauf (30.03), 0:7 Rochette (32.19), 0:8 Riat (50.29), 0:9 Bertschy (56.02)

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