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Italiens Leader Daniel Frank hatte klare Worte parat. © Valentina Gallina

„Ich habe die Schnauze voll“: Italien im Tal der Tränen

Riesengroß war die Vorfreude auf die Heim-Weltmeisterschaft in Bozen, genausogroß waren die Ziele, die sich die Azzurri gesteckt hatten. Doch am Ende gab es für sie am Samstag eine ganz bittere Pille: Der Aufstieg in die Weltgruppe wurde verpasst. Die Stimmung war entsprechend.

Von:
Thomas Debelyak

Während die ungarischen und slowenischen Cracks die Eisfläche der Sparkasse Arena in eine Party-Bühne verwandelten und so den Aufstieg in die Weltgruppe feierten, gab es bei Italien am späten Samstagabend reihenweise hängende Köpfe. Das Blue Team hat den angepeilten Sprung in die Top Division auf dramatische Weise verpasst. Entsprechend waren auch die Reaktionen der Azzurri.


„Ich habe die Schnauze voll, zu Hause so zu verlieren“, sagte Daniel Frank in der Mixed Zone und spielte dabei auch auf das verlorene Finalspiel 7 mit dem HC Bozen vor einem Jahr an. „Es ist ein grausiges Gefühl“, so der Führungsspieler der Azzurri.

„Es war zu wenig von mir, zu wenig von uns.“ Daniel Frank

Italien hat am Samstag eine Achterbahn der Gefühle erlebt. Zunächst gab es den 8:1-Sieg über Südkorea, der die Aufstiegshoffnungen am Leben hielt. Doch dann bekamen die Azzurri im Abendspiel nicht die nötige Schützenhilfe von Slowenien, das sich in einem packenden Match mit 1:2 gegen Ungarn geschlagen geben musste. „Ich habe mir das halbe Spiel gar nicht erst angesehen. Man kann so etwas eh nicht beeinflussen. Waren die Ungarn insgesamt besser als wir? Nein. Haben sie Gold gewonnen? Ja, und dafür muss man gratulieren. Platz 3 ist zu wenig für uns“

Suche nach dem Warum

Woran es gelegen hat, dass Italien den Aufstieg verpasste? Da nimmt Frank auf das Ungarn-Spiel vom Freitag Bezug, in dem die Azzurri zwar groß aufspielten, ihre Chancen aber zu fahrlässig liegen ließen und am Ende nach Overtime verloren haben. „Wir haben die Dinger nicht reingemacht. Ich bin da aber auch selbstkritisch: Wenn ich zwei Minuten vor Schluss bei meiner Chance das Tor schieße, gewinnen wir und sind weiter. Es war zu wenig von mir, zu wenig von uns.“

Italien durfte bei der WM einige Male jubeln, allerdings nicht am Ende. © Vanna Antonello/IIHF


Trotzdem will Frank nicht alles schlechtreden. „Wir hatten heuer so eine geile Kabine, auch das mit dem Trainerteam hat meiner Meinung nach richtig gut gepasst. Ich war mir fast sicher, dass wir das Ding heuer reißen. Ich bin stolz auf die Jungs, die alles reingehauen haben. Am Ende war es aber zu wenig – und das tut jetzt richtig weh.“

In dieselbe Kerbe schlägt Thomas Larkin, Kapitän der Azzurri. „Vor dieser Kulisse, mit diesen Fans am Ende mit leeren Händen dazustehen, ist schmerzhaft. Der Sport macht einen manchmal sprachlos.“ Es sind also tiefe Wunden, die sich ins azurblaue Eishockey-Herz gebohrt haben. Doch auch Frank und Larkin wissen: „Es muss und wird weitergehen.“

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