
Cristano DiGiacinto, Giovanni Morini, Dustin Gazley und Matt Bradley (v.l.) freuen sich über einen Treffer. © APA/afp / JULIEN DE ROSA
In einem Krimi machen sich die Azzurri beinahe unsterblich
Am Freitag zur Mittagszeit erfolgte der zweite Auftritt der italienischen Eishockey-Nationalmannschaft beim diesjährigen Olympia-Turnier. Mit der Slowakei wartete auf Italien der vermeintlich schwächte Gegner in der Gruppenphase. Die Azzurri ließen sich davon nicht beirren, spielten groß auf und waren nur sehr knapp von der großen Sensation entfernt.
13. Februar 2026
Von: mv
In der mit knapp 4.000 Zuschauern gefüllten Milano Rho Ice Hockey Arena traf Italien am Freitag auf die Slowakei. Erneut gingen die Azzurri als Außenseiter in die Partie, doch über weite Strecken des Spiels waren die Gastgeber die bessere und attraktivere Mannschaft. Nichtsdestotrotz zählen im Eishockey am Ende die Tore, und davon erzielte die Slowakei beim 3:2-Sieg schließlich eines mehr als Italien.
Die Osteuropäer waren mit einem überraschenden 4:1-Sieg gegen Finnland ins Turnier gestartet. Das lag vor allem am physischen Spiel der Slowaken, dieses setzten sie gegen Italien zunächst jedoch nicht ein. Stattdessen waren die Azzurri – bei denen Pustertals Nick Saracino und Marco Zanetti ihr Debüt gaben – die bessere Mannschaft im ersten Drittel und erspielten sich auch zwei bis drei Top-Möglichkeiten. In Tore ummünzen konnten sie diese allerdings nichts – das sollte sich mit Fortdauer der Partie rächen.
Slowakei legt vor, Italien steckt nicht auf
Im zweiten Drittel tat sich Italien deutlich schwerer im Spiel nach vorne. Der erste Torschuss erfolgte in der 34. Minute – bis dahin erzielten die Slowaken bereits zwei Treffer. Die Azzurri gaben den Kampf jedoch so schnell nicht auf und machten dem slowakischen Team weiter das Leben schwer. Mit Erfolg: Durch Matt Bradleys zweitem Turniertreffer im Powerplay machten die Gastgeber das Spiel wieder spannend. Im Schlussabschnitt stellte die Slowakei den Zwei-Tore-Vorsprung zwar wieder her, das erste Olympia-Tor von Dustin Gazley hielt die Partie aber lange offen. Am Ende sollte es aber nicht sein mit dem ersten Erfolg der Azzurri beim diesjährigen Turnier.Wie erwartet bot Coach Jukka Jalonen Davide Fadani im Kasten auf. Der 25-Jährige steht beim EHC Kloten in der Schweiz unter Vertrag und zeigte auch gegen die Slowakei sein ganzes Können. Der einzige Wermutstropfen: Nach 49.50 Minuten musste Fadani verletzt vom Eis. Bis dahin konnte er eine Fangquote von bärenstarken 93,33 Prozent vorweisen. Bleibt zu hoffen, dass der Lombarde sich nichts Gravierendes zugezogen hat. Die gute Nachricht ist aber, dass Damian Clara bereits am Freitag wieder einsatzbereit war und für Fadani ins Spiel kam.
Die wichtigsten Szenen
| Torloses Startdrittel | In den ersten 20 Minuten fallen keine Treffer. Die bessere Mannschaft sind aber die Gastgeber: Tommaso De Luca bleibt am slowakischen Goalie Stanislav Skorvánek hängen (8.). |
| Slowakischer Doppelschlag | Im zweiten Abschnitt spielen die Osteuropäer deutlich körperbetonter und erzielen zwei Tore: Zuerst springt der Puck nach einem Pass von Libor Hudácek auf Alex Trivellatos Schlittschuh und ins Tor (24.). Dann beschert eine Unachtsamkeit in Italiens Defensive den Slowaken das 2:0, der völlig freistehende Matus Sukel muss nur noch einschieben (34.). |
| Italien lebt! | Doch die Azzurri stecken nicht auf: Im Powerplay gelingt Matt Bradley mit seinem zweiten Turniertreffer das 1:2. Dem Treffer vorausgegangen war ein Onetimer von Phil Pietroniro, der nur an die Stange klatschte (38.). Kurz vor der zweiten Drittelpause packt Skorvánek bei einem Schlagschuss von Bradley einen Monster-Save aus und verhindert den Ausgleich (40.). |
| Pech für die Azzurri | Riesenmöglichkeit für Italien! Mikael Frycklund trifft mit einem Hammer nur die Latte, der Puck springt zu Tommy Purdeller, doch erneut zeigt Skorvánek mit der Fanghand einen Big Save. Einige Anhänger auf der Tribüne sind bereits aufgesprungen (44.). |
| Fadani out, Clara geschlagen | Bitter! Nachdem Damian Clara gegen Schweden verletzt vom Eis musste, trifft es diesmal Davide Fadani (50.). Für die letzten zehn Minuten kommt der 21-jährige Reischacher ins Spiel. Dieser muss nur zwei Zeigerumdrehungen später hinter sich greifen: Die Strafe gegen Dylan Di Perna ist eigentlich schon abgelaufen, als es vor dem italienischen Kasten zu einer unübersichtlichen Situation kommt. Adam Ruzicka nutzt diese zum 3:1 (52.). |
| Ein kurzer Hoffnungsschimmer | Es sind bereits sechs Azzurri auf dem Eis, als Dustin Gazley den Puck aus seitlicher Position mit dem Schlittschuh und etwas Glück ins gegnerische Tor befördert (57.). Geht da noch was? Die Antwort lautet: Nein. Spätestens als Kapitän Dylan Larkin eine halbe Minute vor dem Ende eine Zwei-Minuten-Strafe wegen Spielverzögerung aufgebrummt bekommt, ist das Spiel gelaufen. |
Weiter geht es für die Azzurri bereits am Samstag: Um 16.40 Uhr steht in der Santa Giulia Arena das letzte Gruppenspiel gegen Finnland an. SportNews wird die Partie erneut mit einem Liveticker begleiten.
Italien – Slowakei 2:3
ITA: Fadani (Clara); Larkin-Trivellato, Pietroniro-Zanatta, Di Tomaso-Glira, Seed-Di Perna; Gazley-Bradley-DiGiacinto, De Luca-Frycklund-Saracino, Purdeller-Mantenuto-Frigo, Zanetti-Kostner-MoriniCoach: Jalonen
SVK: Skorvánek (Hlavaj); Nemec-Fehérváry, Cernák-Gernát, Ceresnák-Marincin, Koch; Slafkovský-Ruzicka-Tatar, Kelemen-Pospísil-Regenda, Liska-Dvorsky-Hudácek, Takac-Sukel-Okuliar, Cingel
Coach: Országh
Tore: 0:1 Libor Hudácek (23.51/PP), 0:2 Matus Sukel (33.45), 1:2 Matt Bradley (37.06/PP), 1:3 Adam Ruzicka (51.54), 2:3 Dustin Gazley (56.25)
Zuschauer: 3.986
Olympische Spiele, Gruppe B
Finnland – Schweden 4:1Tore: 1:0 Matinpalo (7.44), 2:0 Lundell (15.26), 2:1 Dahlin (24.39/PP), 3:1 Armia (32.47/SH), 4:1 Rantanen (59.25/EN)
| Pos. | Land | Spiele | Tore | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| 1. | Slowakei | 2 | 7:3 | 6 |
| 2. | Finnland | 2 | 5:5 | 3 |
| 3. | Schweden | 2 | 6:6 | 3 |
| 4. | Italien | 2 | 4:8 | 0 |
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