
Italien um Tommy Purdeller (Mitte) gewann sein erstes Spiel unter Pat Cortina.
Jung & wild: Die neuen Azzurri feiern Auftaktsieg
Italiens Eishockey-Nationalmannschaft hat das erste Spiel unter dem neuen Coach Pat Cortina gewonnen. Zwar hätte der Sieg gegen Großbritannien beim European Cup of Nations in Sosnowiec (Polen) höher ausfallen müssen, die gebotene Leistung stimmt jedoch positiv.
05. November 2026
Von:
Leo Holzknecht
Der European Cup of Nations markiert einen Neuanfang in Italiens Eishockey-Szene. Einerseits ist es das erste Turnier seit der Ernennung von Thomas Rottensteiner zum Präsidenten des italienischen Eissportverbandes FISG. Andererseits feierte Pat Cortina sein Debüt als Headcoach. Dieses überstieg die eigenen Erwartungen, denn die neu formierten Azzurri boten einen starken Auftritt und schlugen schwache Briten mit 3:0.
Der neue Kurs der Verbandsspitze zeigte sich vor allem in einer Zahl: Unter den 22 Spielern auf dem Spielbericht standen lediglich drei Doppelstaatsbürger – Phil Pietroniro, Carmine Buono und Adam Capannelli, der sich zum ersten Mal das azurblaue Dress überstreifte. Zudem hatten Pietroniro und Luca Zanatta als einzige zwei Akteure die 30-Jahre-Marke schon geknackt.
Die erste Reihe wirbelt
Als Anführer traten Tommaso De Luca, Tommy Purdeller und Alan Lobis auf, die allesamt dem 2004er-Jahrgang entstammen und in der ersten Linie ordentlich wirbelten. Zunächst traten sie jedoch zu verspielt auf, suchten den einen Pass zu viel, wenn der Schuss die bessere Alternative gewesen wäre. Und so ließ das dominierende Blue Team im ersten Abschnitt zahlreiche Hochkaräter ungenutzt. Erst in der 17. Minute belohnte sich die Cortina-Truppe für die optische Überlegenheit, als Pietroniro auf Zanatta-Zuspiel einen Direktschuss ins Kreuzeck knallte.Alan Lobis & Co. gewannen problemlos. © Polski Hokej
Das Bild änderte sich auch im zweiten Abschnitt nicht. Die Briten, die ohne ihre namhaftesten Spieler um Liam Kirk und mit zahlreichen Akteuren aus der zweiten heimischen Liga antraten, fanden gegen das Tempo der Azzurri keine Mittel. Sie waren stets einen Schritt zu spät, traten offensiv so gut wie nie in Erscheinung und mussten sich bei Torhüter Luca Brine bedanken, dass es nach 40 Minuten nur 0:1 stand. Unter anderem vergaben der omnipräsente Pietroniro und Luciano Zandegiacomo aus aussichtsreicher Position.
Das Einzige, was man dem Blue Team an diesem Abend ankreiden konnte, war die Chancenverwertung. So vermasselte Nicolò Remolato zum Start des Drittels einen Alleingang, während der frei vor dem Tor stehende Lobis an Brine hängen blieb. In der 46. Minute wurde dann ein Tor von Marco Sanna annulliert, weil Davide Schiavone Brine im Torraum behindert hatte. Das 2:0 war jedoch nur aufgeschoben: Ein Passversuch von Lobis zu De Luca landete in der 53. Minute im Tor, weil Brine den Puck selbst ins Tor ablenkte. Kurz darauf stand der Ambrì-Piotta-Kapitän bei einem herrlichen verwerteten Alleingang in Unterzahl erneut im Mittelpunkt – es blieb beim 3:0. Das Shutout geriet für Davide Fadani zu keinem Zeitpunkt in Gefahr.
Am Freitag gegen Polen
Weiter geht es für die Azzurri bereits in 24 Stunden mit dem Duell gegen Gastgeber Polen in Sosnowiec. Dann dürfte Teamchef Cortina auch Matteo Luisetti, Alberto Colli, Tommaso Madaschi und Rudy Rigoni Einsatzzeit gewähren, nachdem das Quartett am Donnerstag noch auf der Tribüne sitzen musste.Italien – Großbritannien 3:0
ITA: Fadani (Berti); Pietroniro-Buono, Zanatta-Nitz, Rigoni-Spornberger, Albis-Larcher; De Luca-Lobis-Purdeller, Capannelli-Rigoni-Mansueto, Zandegiacomo-Deluca-Remolato; Ramoser-Schiavone-Sanna.Coach: Cortina
GBR: Brine (Clarke-Leach); Inglis-Beattie, Jenion-Hazeldine, Hayward-Kelly, Rimko-Kaariainen; Harewood-Vengis-Björkly Nordström, Hamill-McBean-Betteridge, Watson-Capps-Neilson, Misins-Lee-Sacratini.
Coach: Russell
Tore: 1:0 Pietroniro (16.46), 2:0 Lobis (52.38), 3:0 De Luca (55.26)
Zuschauer: 132
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