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Andrea Gios veröffentlichte einen Brief. © FISG

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Andrea Gios veröffentlichte einen Brief. © FISG

Mit einem Seitenhieb: Andrea Gios tritt endgültig ab

Die Ära von Andrea Gios als Präsident des italienischen Eissportverbandes FISG endet an diesem Samstag, wenn in Bozen die 48. Wahlversammlung stattfindet. Vorab meldete sich der 63-Jährige in einem offenen Brief zu Wort – und ließ sich einen Seitenhieb nicht verkneifen.

Andrea Gios muss an diesem Sonntag nach zwölf Jahren an der Spitze der FISG seinen Hut ziehen. Hatte er bis vor wenigen Tagen noch die Absicht, für das Amt des Vizepräsidenten zu kandidieren, so machte er am Mittwoch – wenige Tage vor den Wahlen – einen Rückzieher. Die Gründe erklärte er in einem offenen Brief.


„Diese Entscheidung geht auf den Wunsch zurück, diesen Abschnitt meiner Arbeit in den Verbandsgremien abzuschließen“, betont Gios. Thomas Rottensteiner, der zuletzt das Amt des Vizepräsidenten innehatte und Gios nun beerben will, hatte vor wenigen Tagen im Interview mit s+ auf eine mögliche Zusammenarbeit mit dem scheidenden Präsidenten gesagt: „Da würde ich mich schwertun. Schließlich würden wir die Rollen tauschen: Ich wäre plötzlich sein Chef, nachdem ich vier Jahre lang sein Vize war.“ Diese Möglichkeit ist nun endgültig vom Tisch.

Taten, keine Versprechungen

In seiner Abschiedsbotschaft spricht Gios über seine Errungenschaften als Präsident, die elf gewonnenen Medaillen bei den Olympischen Spielen 2026, die Verbesserungen in zahlreichen Disziplinen sowie die Fortschritte im organisatorischen und wirtschaftlichen Bereich. Auch die Arbeit des nächsten Vorstandes müsse sich auf vier Prinzipien beruhen: Einheit, Professionalität, Klarheit und Kenntnis der Disziplinen. „Wer in den Vorstand eintritt, muss über den eigenen Bereich hinausblicken können. Es gilt, die Auswirkungen von Entscheidungen auf die gesamte Bewegung abzuwägen“, ist Gios überzeugt.

Andrea Gios verlässt das Schiff. © Leo Holzknecht / FISG

Andrea Gios verlässt das Schiff. © Leo Holzknecht / FISG


Der Mann aus Asiago spart in einem weiteren Punkt seines Abschiedsbriefs nicht mit Kritik, verzichtet jedoch darauf, Namen zu nennen. „Veränderung zeigt sich nicht nur durch Äußerungen, sondern auch durch die getroffenen Entscheidungen und die erzielten Ergebnisse, wenn man die Gelegenheit hatte, Verantwortung zu übernehmen“, sagt er. „Ich denke insbesondere an denjenigen, der sich heute als Vertreter des Neuanfangs präsentiert, nachdem er acht Jahre lang eine verantwortungsvolle Position im Verband innehatte. Meine Beurteilung dieser Erfahrung fällt nicht positiv aus. Es geht hierbei nicht um Persönliches. Heutige Versprechungen können die Bilanz vergangener Taten nicht ungeschehen machen.“
„Unsere Sportarten haben noch großes Wachstumspotenzial und verdienen einen Verband, der weitsichtig handelt.“ Andrea Gios

Für die Zukunft steckt Gios hohe Ziele. Er meint, 15 Medaillen bei den nächsten Winterspielen seien eine konkrete Möglichkeit. Sollte die nächste Führung der FISG die letzten Ergebnisse bestätigen und – wenn möglich – verbessern, würde sich Gios „als Erster darüber freuen“.

„Unsere Sportarten haben noch großes Wachstumspotenzial und verdienen einen Verband, der weitsichtig handelt. Einen Verband, der das Erreichte wertschätzt, ohne dabei darauf zu verzichten, das zu verbessern, was verbessert werden kann und muss. Es geht darum, den Verband in die Lage zu versetzen, noch bessere Arbeit zu leisten – im Interesse der Athleten, der Sportvereine und der Zukunft all unserer Sportarten“, lautet sein Schlusswort.

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