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Italiens Eishockey-Chefs bei der PK in Trient, von links Thomas Rottensteiner, Andrea Gios und Marcello Cobelli. © det

Nach Italiens WM-Pleite: Jetzt sprechen die Eishockey-Bosse

Bei Italiens Spielern hat der verpasste Aufstieg bei der Heim-Weltmeisterschaft in Bozen tiefe Wunden hinterlassen. Wie sieht es bei den Bossen aus? Am Freitag hielten sie in Trient eine Pressekonferenz ab. Eines wurde dabei schon klar: Ein großes Köpferollen wird es vorerst nicht geben.

Aus Trient

Von:
Thomas Debelyak

Im Haus des Sports in Trient zogen am Freitagvormittag die Eishockey-Chefs Italiens eine Bilanz zur Heim-Weltmeisterschaft. Andrea Gios (Präsident des Eissportverbandes FISG), sein Vize Thomas Rottensteiner und der FISG-Eishockey-Verantwortliche Marcello Cobelli haben gemischte Gefühle, wenn sie auf die vergangene WM-Woche in Bozen zurückblicken. Einerseits sei das Event an sich ein voller Erfolg gewesen, mit Zuschauerzahlen, die die Verantwortlichen teilweise selbst überrascht haben. Andererseits, und dieser Punkt überwiegt, hat der verpasste Aufstieg tiefe Wunden hinterlassen.


„Die WM war enttäuschend, weil wir aufsteigen wollten“, brachte es Präsident Andrea Gios kurz und knapp auf den Punkt. Was Italiens Eishockey-Boss besonders wurmt: „Wir haben in den vergangenen beiden Jahren bei der WM alle vier entscheidenden Spiele verloren.“ Bedeutet: Vor zwei Jahren gab es in Nottingham gegen die direkten Aufstiegsgegner Großbritannien und Polen Niederlagen, heuer war es gegen Slowenien und Ungarn so.


Woran hakt es?

Gleichzeitig betont Gios aber auch: „Die Leistung der Mannschaft war heuer viel besser als noch in England. Ich will unterstreichen, dass hier die beste Truppe gespielt hat, die das heimische Eishockey hat.“ In seinen Ausführungen erklärt Gios auch, warum es seiner Meinung nach hakt.

Italiens Eissport-Präsident Andrea Gios. © det


„Bei der Heim-Weltmeisterschaft 1994 gab es in Italien elf professionelle Teams in der Serie A. Wir hatten da die Auswahl aus 130 italienischen Spielern. Heute gibt es drei Top-Teams, die in der ICE spielen (HC Bozen, HC Pustertal, Asiago, Anm. d. Red.) und dabei nur rund zehn Italiener, die pro Match durchschnittlich zehn Minuten oder mehr Eiszeit bekommen. Auch bei den Strukturen hinken wir hinterher: Seit 1994 wurden nur ein, zwei neue Strukturen errichtet.“

Das Sesselrücken bleibt vorerst aus

Für Verwunderung sorgte am Freitag, dass mit Stefan Zisser der sportliche Leiter der Azzurri nicht bei der Pressekonferenz war. Das sorgte im Vorfeld für Spekulationen, denen schob Gios aber einen Riegel vor. „Wir wollten, dass heute mal nur die Verbandsspitze spricht“, so der Präsident.

Ein Sesselrücken oder Köpferollen in der sportlichen Führung bzw. im Trainerstab bleibt also vorerst aus. Allerdings wird es in den nächsten Tagen und Wochen noch viele Diskussionen und Analysen geben, wie Vize-Präsident Thomas Rottensteiner in unserem Video-Interview bekräftigt.

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Fakt ist: Zwei Jahre vor den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina bleibt die Eishockey-Nationalmannschaft ein Sorgenkind. Einen konkreten Lösungsvorschlag für die Zukunft legten Andrea Gios & Co. am Freitag nicht auf den Tisch.

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