
Thomas Rottensteiner und Federica Manzoni Pesenti treten gegeneinander an. © Social Media
Rottensteiner oder Manzoni Pesenti? FISG-Wahl steht bevor
Nach zwölf Jahren an der Spitze des italienischen Eissportverbandes (FISG) hat Andrea Gios seinen Posten räumen müssen. Ein neuer Präsident oder eine neue Präsidentin wird am Samstag in Bozen gewählt. Thomas Rottensteiner und Federica Manzoni Pesenti kämpfen um das Amt.
23. Oktober 2026
Von: leo
Andrea Gios hatte im Juli für ein viertes Mandat kandidiert, scheiterte jedoch an der Zweidrittelmehrheit. Ursprünglich wollte er für das Amt des Vizepräsidenten kandidieren, zog seine Bewerbung jedoch vor wenigen Tagen zurück. Um das höchste Amt kämpfen nun Thomas Rottensteiner sowie die Bergamaskin Federica Manzoni Pesenti.
Der 63-jährige Rottensteiner ist hierzulande ein bekanntes Gesicht: Er nahm im Bob an den Olympischen Winterspielen 1988 in Calgary und 1992 in Albertville teil. Von 2004 bis 2021 war er 17 Jahre lang der Präsident der Rittner Buam. Zuletzt fungierte er unter Gios als Vize-Präsident des Verbandes. Rottensteiner könnte nach Paul Seeber (1992 bis 1997) und Giancarlo Bolognini (1997 bis 2014) der dritte Südtiroler werden, der das höchste FISG-Amt bekleidet.
Thomas Rottensteiner will die Nachfolge von Andrea Gios antreten. © Max Pattis
„Meine Kandidatur steht für die Fortsetzung des erfolgreichen Kurses, verbunden mit einer Weiterentwicklung insbesondere im Führungsverständnis und in der Zusammenarbeit. Ich möchte Präsident aller Regionen, aller Vereine und sämtlicher Disziplinen des italienischen Eissports sein. Im Mittelpunkt stehen für mich die Athleten und vor allem der Nachwuchs. Ich werde auch großen Wert auf die Zusammenarbeit mit den Vereinen und Sportgruppen legen, auf deren Wünsche eingehen und diese auch umsetzen“, sagte Rottensteiner vor der Wahl im Interview mit s+.
Dafür stehen die Kandidaten
Einen anderen Hintergrund, andere Ziele und Ansätze hat Manzoni Pesenti. Vom Eiskunstlauf kommend, will die 59-Jährige erst die zweite Frau werden, die an der Spitze eines Verbandes mit olympischen Disziplinen steht. Priorität haben für sie vor allem drei Themen: Der Mangel an Eisbahnen in Mittel- und Süditalien soll behoben, die einzelnen Disziplinen in finanzieller Hinsicht gerechter aufgestellt und die Basis durch eine gezielte Breitensportförderung nachhaltig vergrößert werden.Federica Manzoni Pesenti will für frischen Wind sorgen. © Social Media
Um einen Platz im Vorstand kämpfen mit Marcello Cobelli (Eishockey) und Martin Wenter (Stocksport) zwei Südtiroler. Walter Andriolo will hingegen Vizepräsident werden. Der frühere Eishockey-Torhüter Andreas Bernard hat seine Kandidatur für das Amt des Athletenvertreters deponiert. Hugo Perathoner liebäugelt mit dem Präsidentenamt der Rechnungsrevisoren.
Die 79 Südtiroler Eissportvereine verfügen über 1.037 Stimmen, was 33,7 Prozent aller Stimmrechte entspricht. Der Regionalverband der Lombardei kommt hingegen nur auf 15,1 Prozent. Rottensteiner geht also mit einem leichten Vorteil in die Wahl. Dennoch geht man im Bozner Sheraton von einer engen Entscheidung aus.
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