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Der Kalterer Matthias Mantinger war einer der Aktivposten bei Italien. © ANSA / ALESSANDRO DELLA VALLE

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Der Kalterer Matthias Mantinger war einer der Aktivposten bei Italien. © ANSA / ALESSANDRO DELLA VALLE

Schon wieder WM-Pech! Italien punktet, siegt aber nicht

Die Azzurri waren so nah dran am ersten Sieg bei der Eishockey-Weltmeisterschaft in der Schweiz – am Ende aber jubelte wieder der Gegner. Jetzt kommt es am Pfingstmontag zum großen Abstiegskracher.

Aus der WM-Arena in Fribourg

Alexander Foppa

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Alexander Foppa

Italien hat bei der WM angeschrieben, das ist die gute Nachricht. Allerdings ist der eine Punkt von überschaubarem Wert. Das Blue Team machte im Kellerduell mit Dänemark einen 0:2-Rückstand wett, verlor dann aber im Penaltyschießen mit 2:3. Es war zum Haareraufen – zumindest für die mehreren Hundert Italien-Fans unter den 5.200 Zuschauern in der WM-Arena. Die Dänen bejubelten dagegen den Klassenerhalt.


Italien bezog im sechsten WM-Spiel seine sechste Niederlage. Das heißt: Zum Abschluss der Gruppenphase muss am Montag ein Sieg her! Drei Punkte benötigen die Azzurri nämlich gegen Slowenien, um den östlichen Nachbarn noch abzufangen. Diesem reicht dagegen schon ein Zähler. Zur Erinnerung: Nur der Gruppenletzte muss die Top-Division verlassen.

Tommy Purdeller trifft doppelt

Im Duell mit Dänemark hat Italien neuerlich bewiesen, dass man mit Teilen der WM-Gegner mithalten kann. Mehr noch: In diesem mitreißenden Spiel hatten Alex Trivellato & Co. mehr Spielanteile, mehr Schüsse, mehr Chancen – und auch wieder mehr Pech an der Kelle kleben. Nach einem völlig verschlafenen Beginn (Dänemark führte nach drei Minuten mit 2:0) spielten die Azzurri munter drauflos, jedoch stellte sich immer wieder der NHL-erfahrene Goalie der Dänen, Mads Sogaard, ein gegnerischer Schläger oder ein Schlittschuh in den Weg. Es scheint wie verhext bei dieser WM.

Allerdings langte ein Spieler bei den Azzurri dieses Mal richtig zu: Tommy Purdeller! Der 22 Jahre junge Montaler, der in der Schweiz bislang blass geblieben war, zeigte seine wohl beste Leistung im Nationalteamdress, er wirbelte und er traf – gleich zweifach. Beide Male leistete Mikael Frycklund in einer Pusterer Koproduktion die Vorarbeit. Ein anderer Pusterer, der Reischacher Goalie Damian Clara, kam gegen Dänemark nicht zum Einsatz. Er bekam vor dem abschließenden Showdown eine Verschnaufpause.

Die Höhepunkte des Spiels

Worst-Case-SzenarioSchon nach zweieinhalb Minuten führt Dänemark mit 2:0. Zunächst schließt Wejse einen schnellen 3-auf-2-Konter mustergültig ab, nur 16 Sekunden später schiebt der alleingelassene Aagaard im Slot problemlos ein. Italien hat den Beginn komplett verschlafen!
Das gibt's doch nicht!Sobald die Azzurri zu spielen beginnen, hagelt es Topchancen. Mantinger läuft alleine auf NHL-Goalie Sogaard zu, scheitert aber an der Fanghand des Torhüters. Beim Nachschuss hat Misley das leere Tor vor sich, doch gleich zwei dänische Verteidiger werfen sich in die Flugbahn. Im Anschluss haben auch noch De Luca und Bradley exzellente Möglichkeiten.
Jetzt aber!Purdeller bricht den Bann – und erstmals trifft Italien bei dieser WM im Powerplay. Frycklund umkurvt das Tor, wartet geduldig und spielt den Puck dann zu seinem Pusterer Teamkollegen, der den am Boden liegenden Sogaard bezwingt (22.).
Schon wieder PurdellerZunächst vergibt Pietroniro den nächsten Hochkaräter, als sein Schuss aufs leere Tor von einem dänischen Schlittschuh gerade noch geblockt wird, doch dann ist wieder Purdeller zur Stelle! Der Montaler nimmt aus verdeckter Position Maß und versenkt die Scheibe in den Maschen – 2:2 (36.). Neuerlich leistete Frycklund die Vorarbeit.
Abgebrühte DänenDänemark rettet den Punktgewinn, der den Skandinaviern zum Klassenerhalt reicht, über die Zeit. Im Penaltyschießen fällt Misley & Co. gegen Soogard nichts mehr ein, auf der Gegenseite verlädt Russell Fadani zum 3:2.

Nach dieser Nervenschlacht, dem sechsten Spielen in neun Tagen neigen sich die Reserven in den Akkus der Azzurri dem Ende zu. Deshalb heißt es jetzt, ein letztes Mal durchschnaufen, Kräfte sammeln und dann nochmal alles in die Waagschale werfen. Am Montag (ab 20.20 Uhr im SportNews-Ticker) geht es gegen Slowenien um den Verbleib in der Top-Division.


Italien – Dänemark 2:3 n.P.

ITA: Fadani (Smith); Zanatta-Pietroniro, Trivellato-DiPerna, Spornberger-Nitz, Buono-Gios; De Luca-Misley-Bradley, Saracino-Frycklund-Zanetti, DiGiacinto-Mantenuto-Purdeller, Segafredo-Mantinger-Deluca.
Coach: Jukka Jalonen

DEN: Sogaard (Henriksen); Jensen Aabo-Bruggisser, Larsen-Koch, Setkov-Lauridsen, Baastrup; Aagard-Russell-Olesen, True-Poulsen-Blichfeld, Kjaer-Storm-From, Schmidt Svejstrup-Weijse-Madsen, Scheel.
Coach: Mikael Gath

Tore: 0:1 Christian Wejse (2.33), 0:2 Mikkel Aagaard (2.49), 1:2 Tommy Purdeller (21.17), 2:2 Tommy Purdeller (35.34)

Zuschauer: 5.157

Die Tabelle

Pos.LandSpielePunkte
1.Kanada514
2.Tschechien513
3.Slowakei511
4.Norwegen510
5.Schweden59
6.Dänemark65
7.Slowenien63
8.Italien61

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