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Kanada fordert die USA im Showdown um Gold. © APA/afp / ALEXANDER NEMENOV

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Kanada fordert die USA im Showdown um Gold. © APA/afp / ALEXANDER NEMENOV

Traumfinale mit NHL-Flair: Es geht um mehr als Gold

Wie bei den Frauen matchen sich auch bei den Männern Kanada und die USA am Sonntag (14.10 Uhr) um Gold im Finale des olympischen Eishockey-Turniers von Mailand.

Für die mit NHL-Stars versehenen Erzrivalen geht es dabei nicht nur um den Olympiasieg, sondern auch um Prestige, Ehre und die Eishockey-Vorherrschaft. Während die Kanadier ihren zehnten olympischen Titel anpeilen, greifen die US-Amerikaner nach ihrem dritten – dem ersten seit 46 Jahren.


Die National Hockey League (NHL) hätte wohl kaum ein besseres Drehbuch schreiben können, als sich die stärkste Liga der Welt bereit erklärte, ihre Spieler zum ersten Mal seit zwölf Jahren wieder zu den Winterspielen zu schicken. Für Kanada geht es um den Ausbau des Vermächtnisses, hat Eishockey hier doch seinen Ursprung und gilt als nationale Religion. Für die Vereinigten Staaten bietet es eine Chance auf Revanche, 16 Jahre nachdem die Kanadier ihnen in einer dramatischen Verlängerung in Vancouver Gold weggeschnappt haben. Der letzte olympische Titelgewinn gelang 1980 beim „Miracle on Ice“ gegen die Sowjetunion.

Die Erzrivalen im Gold-Finale

„Die Rivalität mit Kanada hat eine lange Geschichte“, sagte US-Stürmer Brock Nelson, dessen Großvater 1960 Olympia-Gold gewann und dessen Onkel 1980 zum Kader der berühmten Siegertruppe gehörte. „Es wird nicht ein einziges Fernsehgerät in den USA und Kanada geben, auf dem nicht das Spiel läuft“, sagte US-Crack Matthew Tkachuk, bekennender Fan von Donald Trump. Vor einigen Tagen hatten italienische Medien für den Fall des US-Finaleinzugs berichtet, dass sich die Polizei auf einen Besuch des US-Präsidenten vorbereite.

Nathan MacKinnon und Co. träumen von Gold. © APA/afp / ALEXANDER NEMENOV

Nathan MacKinnon und Co. träumen von Gold. © APA/afp / ALEXANDER NEMENOV


Kanada will sich jedenfalls in Mailand krönen. „Es ist eine riesige Gelegenheit. Wir müssen bereit sein“, sagte Nathan MacKinnon. Fraglich ist die Finalteilnahme des verletzten Sidney Crosby. Nicht nur die größte Eishockey-Nation der Welt fiebert mit, ob ihr Kapitän und Superstar am Sonntag wieder mitspielen kann. „Das wäre unglaublich“, sagte Kanadas Flügelstürmer Seth Jarvis. „Sein Einfluss auf die Kabine ist nicht zu unterschätzen. Einen Typen wie ihn am Sonntag dabei zu haben, hätte einen massiven Einfluss für uns.“

Kuriose Ausnahmeregelungen in Kanada

Kanada hatte sich in den K.o.-Spielen alles andere als sattelfest präsentiert, sowohl gegen Tschechien (4:3 n.V.) als auch Finnland (3:2) standen die „Ahornblätter“ kurz vor dem Aus. Deutlich weniger Mühe hatte Weltmeister USA beim 6:2 im Halbfinale mit der Slowakei. Beide Finalisten sind bei den Winterspielen bisher ungeschlagen. „Das sind die beiden wirklich besten Mannschaften bei diesem Turnier. Wir haben die Chance, wirklich etwas Großes zu erreichen“, sagte US-Stürmer Jack Eichel. Vorbild sind die US-Frauen, die am Donnerstag die Kanadierinnen im Finale 2:1 n.V. besiegt haben.

Die US-Damen sind schon Olympiasiegerinnen – folgen nun die Herren? © APA/afp / ALEXANDER NEMENOV

Die US-Damen sind schon Olympiasiegerinnen – folgen nun die Herren? © APA/afp / ALEXANDER NEMENOV


In Kanada führt das Finale unterdessen am Sonntag zu teilweise kuriosen Lockerungen der Alkoholgesetze. In der Provinz Ontario dürfen Bars und Restaurants bereits anders als sonst schon ab 6.00 Uhr in der Früh Alkohol ausschenken, Spielbeginn ist dort um 8.10 Uhr Ortszeit. Auch in anderen kanadischen Provinzen sind Ausnahmeregelungen geplant.

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