
Damian Clara bot erneut eine starke Vorstellung. © APA/afp / PIERO CRUCIATTI
Trotz heldenhaftem Clara: Olympia-Aus für Italien
Die Olympischen Spiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo sind für Italiens Eishockey-Nationalmannschaft am Dienstag zu Ende gegangen. Gegen die Schweiz sorgten die Azzurri um den überragenden Damian Clara für einen versöhnlichen Abschluss.
17. Februar 2026
Von:
Leo Holzknecht
Italien hatte bei diesen Olympischen Spielen mit den Auftritten gegen Schweden (2:5) und die Slowakei (2:3) nicht für möglich gehaltene Leistungen geboten, zugleich aber von einer Eishockey-Großmacht wie Finnland die Grenzen aufgezeigt bekommen (0:11). Ein solches Szenario sollte sich im Achtelfinale gegen die Schweiz tunlichst nicht wiederholen. Zwar waren die Azzurri unter dem Strich chancenlos, sie hielten das Spiel – dank des überragenden Damian Clara – aber lange offen. Der Reischacher Torhüter war der Hauptgrund, warum es letztlich „nur“ 0:3 hieß.
Jalonen entschied sich vor dem Spiel, Tommy Purdeller auf die Tribüne zu verbannen, und erneut mit zwölf Stürmern und acht Verteidigern zu spielen. Schon nach wenigen Sekunden wurden diese Pläne jedoch über den Haufen geworfen, weil Matt Bradley mit dem Kopf in die Bande krachte und in der Folge nicht mehr einsatzfähig war. Das Fehlen des bisher torgefährlichsten Stürmers schlug sich unweigerlich negativ auf das Spiel der Azzurri nieder, die große Mühe hatten, gefährlich vors Tor von Leonardo Genoni zu kommen. Einzig im zweiten Drittel gab es für die Jalonen-Truppe vereinzelte Chancen, aus denen jedoch kein Kapital geschlagen wurde.
Sonst war die Partie fest in eidgenössischer Hand. Nico Hischier & Co. belagerten förmlich Italiens Gehäuse, spielten ihre eisläuferische und technische Überlegenheit aus, hatten mit dem Toreschießen aber ihre liebe Mühe. Das war der Verdienst von Clara, der erneut einen Sahnetag erwischte und die NHL-Stars um Nino Niederreiter ein ums andere Mal verzweifeln ließ.
Was sich Italien an diesem Tag vorwerfen lassen muss: Die Azzurri kassierten (zu) viele, völlig unnötige Strafen, die schlussendlich die Partie entschieden. Zwei von drei Toren fielen nämlich im Schweizer Powerplay. Angesichts der offensiven Harmlosigkeit hätte es aber wohl selbst ohne diese Strafen nicht zum Viertelfinaleinzug gereicht. Die Schweiz bekommt es nun mit Finnland zu tun, während die Azzurri auf ein gelungenes Olympia-Turnier zurückblicken können.
Die Höhepunkte
| Bitterer Start | Clara pariert einen von Hischier abgelenkten Meier-Schuss mit dem Schoner, der Puck prallt daraufhin zur Seite, wo Kurashev goldrichtig steht. |
| Der Superstar trifft | In Überzahl sieht Josi aus halbrechter Position die Lücke und zieht halbhoch ab. Der Puck schlägt im rechten Winkel ein. Nichts zu machen für Clara. |
| Auch Genoni gefordert | Italien wird im zweiten Drittel besser – und schrammt mehrmals am 1:2 vorbei. DiTomaso und Zanetti vergeben frei vor Genoni die besten Chancen. Auf der anderen Seite wächst Clara unter anderem gegen Schmid über sich hinaus. |
| Die Parade des Turniers | Hischier erzielt nach einer schön herausgespielten Kombination das 0:3, ehe Clara die Parade des Turniers zeigt. Marti hat das leere Tor vor sich, doch irgendwie bringt der Südtiroler noch die Kelle dazwischen. |
Italien – Schweiz 0:3
ITA: Clara (Fadani); Pietroniro-Zanatta, Larkin-Trivellato, Glira-DiTomaso, Seed-DiPerna; Gazley-Bradley-DiGiacinto, Saracino-Frycklund-De Luca, Mantenuto-Petan-Frigo, Segafredo-Zanetti-Morini.Coach: Jalonen
SUI: Genoni (Berra); Moser-Josi, Kukan-Siegenthaler, Fora-Marti, Glauser-Berni; Hischier-Kurashev-Meier, Niederreiter-Suter-Andrighetto, Schmid-Thürkauf-Bertschy, Knak-Riat-Jäger.
Coach: Fischer
Tore: 0:1 Kurashev (1.19), 0:2 Josi (10.25), 0:3 Hischier (45.53)
Zuschauer: 3827
Olympia, Achtelfinale:
Deutschland – Frankreich 5:1Tore: 1:0 Draisaitl (3.40), 2:0 Tiffels (10.54), 3:0 Peterka (18.13), 3:1 Bellemare (24.02), 4:1 Samanski (47.01), 5:1 Sturm (59.04)
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