
Finnland und Kanada lieferten sich einen packenden Kampf. © APA/afp / JULIEN DE ROSA
„Was für ein Witz“: Polemiken nach Kanada-Sieg
Die kanadische Eishockey-Nationalmannschaft hat am Freitagabend erwartungsgemäß das Finale bei den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo erreicht. Nach dem Sieg gegen Finnland entbrannte wegen eines brisanten Details jedoch eine heftige Debatte.
20. Februar 2026
Von: leo
Als Fans und Journalisten am Freitagnachmittag aufs Spielblatt guckten, rieben sich viele die Augen. Der Grund: Mit Eric Furlatt und Dan O’Rourke leiteten zwei kanadische Head-Schiedsrichter das Spiel. Nach dem Spielende gerieten diese ins Kreuzfeuer der Kritik. Der Grund: Gleich zwei umstrittene Entscheidungen zu Ungunsten der Finnen, die letztlich die 2:3-Niederlage einleiteten.
Situation Nummer 1: Als Kanada durch Shea Theodore im dritten Abschnitt ausglich, reklamierte Torhüter Juuse Saros eine Torhüterbehinderung. Tatsächlich fuhr Brad Marchand den Goalie wenige Sekunden vor dem Tor über den Haufen. Weil die Schiedsrichter nicht eingriffen – und Finnland auf eine Coaches Challenge verzichtete – blieb es beim 2:2.
Brad Marchand behinderte vor diesem Tor Juuse Saros. © APA/afp / JULIEN DE ROSA
Situation Nummer 2: Zweieinhalb Minuten vor Schluss wurde gegen Niko Mikkola ein hoher Stock geahndet. Dabei hatte Nathan MacKinnon den Schläger seines Gegners angehoben und so ungewollt ins eigene Gesicht geschlagen. Im darauffolgenden Powerplay erzielte ausgerechnet MacKinnon das entscheidende 3:2. Dem Treffer ging sogar eine strittige Abseitsposition voraus, die die Unparteiischen jedoch als regulär erachteten.
Selänne schießt gegen Schiedsrichter
Anschließend meldeten sich zahlreiche Beobachter zu Wort – darunter die finnische Legende Teemu Selänne. „Die größte Eishockey-Nation und die kanadischen Schiedsrichter an einem Abend zu schlagen, ist unmöglich“, schrieb der ehemalige Spieler der Anaheim Ducks auf X. „Solch eine Strafe so kurz vor Spielende in einem olympischen Halbfinale zu pfeifen, ist peinlich. Was für ein Witz.“ Daraufhin konterte der frühere kanadische Weltklasse-Verteidiger Chris Pronger: „Ich verstehe dich, Teemu – aber du weißt genauso gut wie ich, dass man sich in so einem Turnier nicht über 30 Minuten zurücklehnen kann, ohne dass etwas schiefgeht.“Juuse Saros war bedient. © APA/afp / ALEXANDER NEMENOV
Saros kommentierte hingegen nach dem Spiel zur Aktion des 2:2: „Natürlich ist es eine Torhüterbehinderung. Er liegt auf mir, weshalb ich nicht aufstehen kann. Aber es ist, wie es ist.“
Eines steht jedenfalls fest: Der internationale Eishockey-Verband IIHF hat sich mit der Nominierung von zwei kanadischen Schiedsrichtern keinen Gefallen gemacht – egal, auf welcher Seite man steht.
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