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Im Spiel zwischen die New York Rangers und den Washington Capitals ging es heiß her. © APA/getty / BRUCE BENNETT

Alles wegen 5.000 US-Dollar: NHL-Spiel gerät außer Kontrolle

5.000 US-Dollar haben in der NHL einen handfesten Skandal ausgelöst und eines der emotionsgeladensten Duelle der jüngeren Liga-Geschichte provoziert. In der Hauptrolle: Tom Wilson.

Die NHL hat sich im letzten Jahrzehnt eigentlich vom Rüpel-Eishockey distanziert und das schöne Spiel forciert. In dieser Saison droht sich das Blatt jedoch zu wenden: Immer öfters schreibt die beste Liga der Welt durch brutale Fouls, schwere Verletzungen und lächerliche Sperren Schlagzeilen. Das letzte Kapitel in dieser unschönen Saga gehört den New York Rangers und den Washington Capitals.


Am Montag waren die Capitals im Madison Square Garden in New York zu Gast. Alles nahm seinen gewohnten Lauf, bis Capitals-Stürmer Tom Wilson den am Boden liegenden Pavel Buchnevich einen Faustschlag in den Hinterkopf verpasste. Rangers-Topscorer Artemi Panarin eilte daraufhin seinem russischen Landsmann zur Hilfe, wurde jedoch von Wilson so brutal zu Boden niedergestreckt, dass die Saison für den 29-Jährigen beendet ist. Eine lange Sperre gegen Wiederholungstäter Wilson, der für sein schmutziges Spiel berühmt-berüchtigt ist, wurde erwartet. Stattdessen verhängte das Department of Player Safety lediglich eine 5.000 US-Dollar-Strafe.

Die Wilson-Panarin-Szene:


Dies wurde in der NHL mit Empörung aufgenommen. Selbst zurückgetretene „Enforcer“ wie John Scott und Sean Avery meldeten sich zu Wort und sagten, dass das Verhalten von Wilson ein No-Go sei und hart bestraft werden müsse. Ansonsten müsse man zur Selbstjustiz greifen – und etwa, so Avery, den gegnerischen Torhüter beim klassischen Stoppen der Scheibe hinter dem Tor attackieren. Die Rangers reagierten auf das Urteil ebenfalls verdutzt und erließen eine Stellungnahme, in der der Rücktritt von George Paros, dem Chef des DOPS, gefordert wird. Dass Tags drauf der Sportdirektor und der Präsident der Rangers entlassen wurden, soll nichts mit dieser Forderung gemeinsam haben.

Sei’s drum: Am Mittwoch trafen die beiden Teams erneut aufeinander. Und es wurde ein Duell, das es in der NHL so lange nicht mehr gab. Schon beim ersten Bully flogen die Fäuste – und das gleich dreifach. Doch damit nicht genug: In den nächsten vier Minuten lieferten sich die Teams, u.a. auch mit Wilson, drei weitere Fights, wobei sich auch Starspieler wie Ryan Strome nicht zurückhielten. Das hatte zur Folge, dass irgendwann sechs (!) Capitals-Spieler gleichzeitig auf der Strafbank saßen. Wilson selbst schied mit einer „Oberkörperverletzung“ aus.


Allerdings steht nicht fest, ob Capitals-Coach Peter Laviolette dahinter steckt und einfach eine lange Sperre seines Schützlings verhindern wollte. Überschattet wurde das Spiel, das TJ Oshie & Co. mit 4:2 gewannen, außerdem von einem üblen Cross-Check von Buchnevich, der sich am Montag noch selbst in der Opferrolle befunden hatte.
Kaprizov entgeht Verletzung
Auch im Parallel-Spiel zwischen den Vegas Golden Knights und Minnesota Wild gingen die Wogen hoch. Wild-Superstar Kiril Kaprizov wurde von Nic Hague von hinten gegen die Bande gecheckt und wenige Augenblicke später von Zach Whitecloud – im gleichen Stile wie Panarin – zu Boden gezerrt. Glücklicherweise blieb der Russe unverletzt. Nach dem Spiel wurden Stimmen laut, die besagen, dass all diese Vorfälle verhindert worden wären, hätte das DOPS um George Paros Wilson eine angemessene Strafe erteilt. Die nächsten Tagen und Wochen werden zeigen, wie diese Entwicklung voranschreitet.

Schlagwörter: Eishockey

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