
Damian Clara im Interview. © Vanna Antonello
Damian Clara: Vom anderen Ende der Welt zur WM
Italiens Eishockey-Nationalmannschaft hatte am Samstag ihr erstes Spiel bei der Eishockey-WM in Fribourg soeben beendet, als der Eissportverband FISG die Bombe platzen ließ: Damian Clara rückt in den WM-Kader nach. Der Reischacher sprach mit SportNews über turbulente Tage.
18. Mai 2026
Aus Fribourg
Von:
Leo Holzknecht
Als sein schwedischer Verein Brynäs Anfang April aus den Playoffs ausschied, wurde Damian Clara von den Anaheim Ducks nach Nordamerika berufen. Rechnete der 21-Jährige zunächst nur mit einem kurzen Aufenthalt, so verbrachte er unter dem Strich über anderthalb Monate in Kalifornien. Zuerst hütete er bei fünf AHL-Partien das Tor der San Diego Gulls, später bekleidete er bei den Ducks die Rolle des dritten Torhüters. „Meine Idee war es immer, anschließend nach Fribourg zu kommen, da ich noch nie bei einer A-WM gespielt habe“, erzählte der Südtiroler auf der Medientribüne nach dem 1:4 gegen die Slowakei.
Da die Ducks jedoch die zweite Runde erreichten, musste sich Clara gedulden. Erst nach dem Ausscheiden am letzten Donnerstag erteilten ihm die Kalifornier die Freigabe. Die abschließenden Gespräche mit dem Klub sowie die medizinischen Tests, die der Torhüter absolvieren musste, verliefen unterdessen durchweg positiv. Und so traf Clara am Samstag während des dritten Abschnittes des Kanada-Spiels in der Schweiz ein. Tags darauf wäre er gegen die Slowakei schon einsatzfähig gewesen, nach der langen Anreise aus Kalifornien stand das für Clara jedoch nicht zur Debatte.
Damian Clara und Tormanntrainer Thomas Tragust. © Vanna Antonello
„Ich habe schon länger nicht mehr trainiert“, erklärte der Südtiroler. Der Grund: Bei NHL-Trainings stehen immer nur zwei Goalies auf dem Eis. Clara spulte zwar vereinzelte Einheiten mit den Ducks ab, inzwischen ist aber beinahe ein Monat seit seinem letzten Spiel mit den Gulls verstrichen. „Ich muss erst wieder auf die Beine kommen, in den Rhythmus finden, denn auch in den Trainings habe ich nicht viele Spielsituationen gesehen.“
Melatonintabletten zur Not
Mit Tormanntrainer Thomas Tragust sowie Ivan Deluca und Nicolò Mansueto, die in den ersten zwei Spielen auf der Tribüne Platz nehmen mussten, stand Clara am Sonntagabend erstmals auf dem Eis. Noch ist aber völlig unklar, wer am Dienstag im dritten Gruppenspiel gegen Norwegen zwischen den Pfosten stehen wird – zumal Davide Fadani und Jacob Smith in den ersten zwei Partien einen bärenstarken Eindruck hinterlassen haben. „Zuallererst bin ich sehr dankbar, dass ich vom Trainerteam nachnominiert wurde. Wenn ich spielen kann, wäre ich sehr glücklich“, so Clara, der sich zudem der größeren, europäischen Eisfläche anpassen muss. „Es ist natürlich eine Umstellung. Aber ich versuche, nicht zu viel nachzudenken und das Ding einfach zu machen.“„Das Problem ist das Einschlafen.“ Damian Clara
Der freie Tag am Montag kommt für Südtirols Aushängeschild gerade recht, schließlich liegt der Zeitunterschied zwischen Anaheim und Fribourg bei neun Stunden. „Bis jetzt geht es mit dem Jetlag recht gut. Die nächsten Tage werden aber sicher härter. Das Problem ist das Einschlafen, aber im Fall der Fälle kann man ja auf Melatonin-Tabletten zurückgreifen“, sagte der 21-Jährige abschließend mit einem Schmunzeln.
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