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Nikita Kucherov während seiner, schon jetzt legendären Pressekonferenz.

Halbnackt und angetrunken: Stanley-Cup-Sieger teilt aus

Nikita Kucherov ist nicht nur auf dem Eis eine Granate, unmittelbar nach dem Stanley-Cup-Triumph seiner Lightning hat er auch in der Pressekonferenz zielsicher geschossen – und das sichtlich angeheitert und in schrägem Outfit.

Oberkörperfrei, mit lässig positioniertem Cap und biertrinkend: So präsentierte sich der Ausnahmekönner der Tampa Bay Lightning unmittelbar nach dem entscheidenden 5. Stanley-Cup-Finale gegen die Montreal Canadiens in der Online-Pressekonferenz. Dabei holte er zum verbalen Rundumschlag aus. Besonders Vegas-Goalie Marc-Andre Fleury und die Fans der Canadiens bekamen ihr Fett weg.


Kucherov ging auf die Fragen der via Zoom eingeblendeten Journalisten gar nicht ein und startete einen Monolog, in dem er zunächst die Wahl des wertvollsten NHL-Goalies mit scharfen Tönen kritisierte. „Ich sage Vas (Tampa-Goalie Andrei Vasilevsiy, Anm.d.R.) jeden Tag wieder: Du bist der MVP. Und dann geben sie die Trophäe dem Typ aus Vegas, wie heißt er nochmal?“, so Kucherov in Anspielung auf die Vezina Trophy, mit der die NHL-Manager Marc-Andre Fleury als besten Torhüter der Liga ausgezeichnet haben. Die Wahl hatte in Nordamerika in den vergangenen Tagen für viel Diskussionsstoff gesorgt.

Während Kucherovs Verbalattacke mussten vulgäre Ausdrücke immer wieder per Ton überlagert werden, auch als er gegen die Fans in Montreal austeilte. Dem russischen Ausnahmekönner stießen nämlich die Jubelszenen im Centre Bell nach dem Canadiens-Sieg in Spiel 4 auf. „Die haben gefeiert, als hätten sie den Cup geholt. Wollt ihr mich veräppeln? Deren Endspiel war eigentlich ja schon die Halbfinalserie.“



Wie die Aussagen im eishockeyverrückten Montreal aufgenommen werden, wird sich zeigen. Fakt ist, dass Kucherov selbst in den vergangenen Wochen äußerst umstritten war bzw. dessen Einsatz in den Playoffs, in denen er mit sagenhaften 32 Punkten in 22 Spielen zum besten Spieler avancierte. Viele Fans – und nicht nur die von Finalgegner Montreal – sind verstimmt und sehen in der Causa Kucherov ein Salary-Cup-Vergehen auf Seiten der Lightning.

Der Stürmerstar unterzog sich wenige Wochen vor Beginn der NHL-Saison einer Hüft-Operation, fiel die ganze Regular Season aus, zum ersten Playoff-Spiel war er aber wieder topfit. Die Nebenfolgen für Tampa Bay: Da Kucherov als Langzeitverletzter gemeldet war, fiel seine stattliche Gage nicht unter die Gehaltsobergrenze, mit Ende der Regular Season konnte er wieder normal tesseriert werden. Ohne Kucherovs Verletzung wäre der Kader der Bolts in dieser Form nicht finanzierbar gewesen. Allerdings: Die NHL hat die gesamte Krankenakte geprüft und für regulär befunden. Offenbar haben die vielen Debatten der jüngsten Vergangenheit bei Kucherov aber doch Spuren hinterlassen.


Schlagwörter: Eishockey

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