
Matthew Mayich kämpft um sein Leben. © GETTY IMAGES NORTH AMERICA / TERRY WYATT
Tragödie an der Uni: Brutales Training ruinierte sein Leben
Unmenschliche Trainingsmethoden haben in den USA dazu geführt, dass ein in der NHL gedrafteter Spieler auf lebenserhaltende Maßnahmen angewiesen ist. Die mangelhafte Aufarbeitung dieses Vorfalls führt in Nordamerika nun zu großen Unruhen.
29. September 2026
Von:
Leo Holzknecht
Matthew Mayich verfolgte wie Tausende andere Jugendliche in Nordamerika seinen großen Traum von der NHL. Er arbeitete sich in den Hierarchien des kanadischen Jugendeishockeys nach oben, wurde 2023 im NHL-Draft an 170. Stelle gezogen und wollte sich über das College einen Platz in der besten Liga der Welt verschaffen. Dieser Traum wurde vor einem Monat jedoch zu einem Albtraum, denn seither kämpft der 21-Jährige um sein Leben.
Was ist passiert? Mayich, der die Universität von Arizona State (ASU) besuchte, absolvierte am 20. August dieses Jahres mit seinen Mannschaftskollegen ein Konditionstraining, als er plötzlich kollabierte. Die Details dieser brutalen Einheit kamen erst in den letzten Tagen ans Licht.
Spieler stehen hinter ihrem Teamkollegen
Demnach habe der Headcoach der Mannschaft, Greg Powers, einen ehemaligen Elitesoldaten namens Tim Ziesel als Konditionstrainer engagiert. Bei rund 33 Grad Celsius soll Mayich dann einen Hitzeschlag erlitten haben, der einen Sauerstoffmangel in seinem Gehirn auslöste. Powers erkannte den Ernst der Situation zunächst nicht und sagte offenbar, dass er Gleiches schon „eine Million Mal gesehen“ habe. Das geht aus einem offenen Brief von sieben anonymen Spielern hervor, der an die ASU gerichtet ist. Darin fordern sie die Entlassung des Trainerteams, das an jenem Tag beim Training anwesend war.Die Spieler berichten davon, dass es kaum Abkühlungsmöglichkeiten gab und die erste Trinkpause frühestens nach 35 Minuten gewährt wurde. Als Mayich mit dem Krankenwagen auf dem Weg ins Spital war, sagte Powers: „Ihr seid dem Einzug ins Frozen Four (das Finalturnier in der College-Liga) nähergekommen, weil ihr hart trainiert habt und Matthew bis an seine Grenzen gegangen ist.“ Tags darauf meinte Powers, dass es Mayich gutgehe. Das Eistraining fand deshalb wie geplant statt.
Keine Aussicht auf Genesung
Aussagen, wonach Mayich vor dem Hitzeschlag keine Schwächezeichen abgegeben habe, widersprachen die Spieler ebenfalls. Er habe zusehends desorientiert gewirkt und es nicht mehr geschafft, mit seinen Teamkollegen Schritt zu halten. Nach dem Kollaps beim Staffellauf mit Medizinbällen habe er mehrere Minuten lang in der Sonne gelegen. Seine Temperatur wurde nicht gemessen. „Es scheint nicht so, als seien die Mitarbeiter in der Erkennung oder Behandlung von Hitzeschlägen angemessen geschult worden“, so die Spieler.Matthew Mayich ist auf lebenserhaltende Maßnahmen angewiesen. © GETTY IMAGES NORTH AMERICA / BRUCE BENNETT
Mayich, der keine Vorerkrankungen hatte, hat laut dem Anwalt der Familie, Rob Carey, keine Aussicht auf eine nennenswerte Genesung. Die neue Saison in der NCAA beginnt am kommenden Freitag. Bis zu diesem Zeitpunkt hoffen seine Mitspieler auf die Entlassung des Trainerteams und die vollkommene Aufarbeitung dieses tragischen Vorfalls.
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