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Eishockey-Crack- und Trainer Tobias Raich Nach einem Unfall... ... war seine Kniescheibe ein einziger Scherbenhaufen

„Knie war in 9 Teilen“: Die bewegende Steh-Auf-Story von Tobias Raich

Bei einem Motorradunfall im September hat sich der 22-jährige Tobias Raich einen Totalschaden im Knie zugezogen. Für den eishockeybegeisterten Jungen, der eine Karriere als professioneller Trainer anstrebt, brach da eine kleine Welt zusammen. Jetzt sieht er aber wieder Licht am Ende des Tunnels. Seine Steh-Auf-Geschichte.

Wenn Tobias Raich vom 28. September 2017 spricht, ist in seiner Stimme immer noch ein schwaches Zittern herauszuhören. „Es war eigentlich ein Tag wie jeder andere. Ich bin mit meinem Scooter durch die Stadt gefahren, habe dann ein Auto überholt, war danach kurz unaufmerksam – und schon ist’s passiert“, schildert der 22-Jährige die fatale Szene. Bei jenem unaufmerksamen Moment verlor Raich etwas die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte schließlich mit seinem rechten Knie voll auf die Stange einer Straßenbeleuchtung. „Die Kniescheibe war in neun Teilen. Das war kein Bruch mehr, das war ein Totalschaden.“


„Die Kniescheibe war ein Trümmerhaufen“

Ein Totalschaden, der eigentlich irreparabel ist. „Wie ich später erfahren habe, wird die Kniescheibe bei einer derartigen Zertrümmerung normalerweise herausgenommen, was die Ärzte auch bei mir vorhatten. Das hätte bedeutete, dass ich mein Leben lang gehinkt hätte – also kein Eishockey, kein Sport mehr. Diese Nachricht zog mir den Boden unter den Füßen weg“, so Raich, der aber Glück im Unglück hatte. Ein Freund und Arzt bekam nämlich Wind von seiner Verletzung und nahm sich auf dem letzten Drücker der Operation an. „Dr. Schmidt wusste, wie wichtig mir Eishockey ist – deshalb hat er alles daran gesetzt, die Kniescheibe zu retten und wieder zusammenzuflicken. Eine sehr komplizierte Operation, doch es ist alles gut gegangen.“

Nichtsdestotrotz ein harter Schlag für den jungen Sportler, der in seinem Leben schon zahlreiche Rückschläge einstecken musste. Vor Jahren hatte er mit Panikattacken und gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, vor zwei Jahren kam auch noch eine Knieverletzung hinzu, weshalb er seine vielversprechende Eishockey-Karriere beim EV Bozen früh beenden musste. Für den sportbegeisterten Raich eine Hiobsbotschaft, doch schon bald hatte er eine neue Passion gefunden: Als Jugend-Trainer des HC Meranblieb er dem Eishockey erhalten, zudem ließen Knie und Gesundheit auch ein Engagement bei derFreizeitmannschaft zu. „Ich möchte professioneller Eishockeytrainer werden, wollte in Kürze eigentlich die Ausbildung dafür beginnen. Doch das muss ich jetzt warten.“


Ein weiteres Mal aufgestanden

In den Wochen nach dem Unfall und der OP war Raich nämlich ans Bett gefesselt. Mehr als das Knie bereitete ihm aber eine Ungewissheit Schmerzen: „Wird mein Fuß wieder gesund? Werde ich wieder normal laufen können? Diese Angst war erdrückend. Mein Leben besteht quasi nur aus Sport - und jetzt stand hinter all dem ein dickes Fragezeichen. Das war der Horror undbereitete mir viele schlaflose Nächte.“ Jetzt haben sich die täglichen Doktorbesuche und zahlreichen Physiotherapien aber ausgezahlt: Seit vier Wochen ist Raich wieder ohne Krücken unterwegs. Im Jänner wartet noch eine Operation, bei der die Drähte und die Zugurtung im Knie entfernt werden. „Die Ärzte sagen, dass alles gut verheilt ist. Dass ich schon bald wieder meiner Leidenschaft, dem Eishockeyspielen- und Unterrichten, nachgehen darf.“

Tobias Raich ist also ein weiteres Mal aufgestanden. So wie bereits beim verfrühten Karriereende. Oder auch schon vorher, als er mit anderen schweren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte. Passend deshalb auch sein Wunsch ans Christkind: „Eigentlich will ich nur eines: Gesund sein, damit ich Sport machen kann.“



SN/td

Autor: sportnews

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