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Dieter Knoll (Foto: Pattis)

Knoll: „Die Verträge mit den McCutcheons werden nicht verlängert“

Zwei Tage nach dem Aus im Playoff-Viertelfinale gegen Asiago spricht der Geschäftsführer des HC Bozen, Dieter Knoll, mit SportNews über die Gründe des Scheiterns. „Das Arbeitsverhältnis mit Brian und Mark McCutcheon ist beendet. Ich bin enttäuscht, wie die Mannschaft geführt wurde. Wir haben unsere Haut teuer verkauft, aber Asiago war einfach besser. Die einheimischen Spieler werden wir bestätigen. Ich würde mich freuen, wenn wir auch Sharp und Flynn halten könnten.“

Das Scheitern im Playoff-Viertelfinale hat der Moral von Dieter Knoll nichts anhaben können. Die Saison ist für den Rekordmeister zu Ende, die Mission den zweiten Stern für den 20. Titel zu holen auf das nächste Jahr verschoben. „Ich bin nicht gebrochen, mir geht es gut und ich bin sehr ruhig und gelassen. Asiago hat es sich verdient ins Halbfinale vorzustoßen. Sie waren einfach besser und hatten mehr Kraft als wir.“ Ja, die Kraft, die hat Bozen in der wichtigsten Phase der Saison gefehlt. Die Mannschaft wirkte zuletzt müde, versprühte keine Spielfreude mehr. Für Knoll hat der Grund für das Scheitern einen Namen: Brian McCutcheon.


Die Trennung

Bozen hätte – so Knoll – genügend starke Spieler in den Reihen gehabt. „In meinen Augen wurden die Spieler falsch eingesetzt. In der Verteidigung wurden die erfahrenen Spieler wie Zitronen ausgepresst. Das haben wir teuer bezahlt. Ich werde mir nun eine Pause vom Eishockey nehmen, aber für die Zukunft habe ich schon einen klaren Leitfaden im Kopf“, so der Geschäftsführer der Weiß-Roten weiter.

Obwohl die Verträge mit den beiden McCutcheons nicht mehr verlängert wurden, bleibt das große Köpferollen bei den Talferstädtern aus. „Gander und Bernard gehören uns, sie sind unsere Zukunft. Borgatello und Egger stehen nicht zur Diskussion, das würde ja noch fehlen. Ich hoffe, dass Marco Insam bei uns bleibt. Auch Ambrosi, Wunderer und Oberdörfer spielen in meinen Plänen eine Rolle. Ich bin sehr zufrieden mit ihrer Arbeit.“


Das Kapitel Ausländer

Das Knoll mit den Leistungen der Transferkartenspieler zufrieden war, das kann man hingegen absolut nicht behaupten: „Sexsmith, Ladanyi und Delmore haben auf der ganzen Linie enttäuscht. Sie waren überhaupt nicht auf der Höhe. Wir haben Fehler gemacht, aber der Winter-Transfermarkt hat uns gestraft. Die Zeitfenster waren zu kurz, es standen nur wenige gute Spieler zur Auswahl“, so der „Macher“ der Foxes. „Wenn wir mehr Zeit gehabt hätten, dann wären vielleicht andere Spieler zu uns gekommen und wir hätten unsere Ziele auch erreicht. Sharp und Flynn, die haben mir gefallen. Ersterer hat aber bereits mitgeteilt, dass er in eine andere europäische Liga wechseln möchte. Mit Flynn wird es noch Gespräche geben. Wenn es nach mir ginge, dann würde ich aber beide behalten.“


Die Zukunft

Knoll werde seine Hände nicht in die Hosentaschen stecken. Es gibt schließlich viel zu tun. „Ich werde mit der Seab sprechen, um die neue Saison zu planen. Im Vorjahr haben wir zu lange zugewartet, nun wollen wir vorzeitig alles unter Dach und Fach bringen. Auf dem Transfermarkt werden wir sicher nichts Verrücktes tun. Unser Ziel ist es junge Spieler weiterzubringen. Deshalb werden wir uns auf dem Markt umschauen. Ich habe auch nicht vergessen, dass einige unsere Talente bei anderen Mannschaften im Einsatz sind (Franza, Accarino, Widmann, Da Ponte, Anm. d. Red..). Wir werden nun schauen, ob sich beim einen oder anderen eine Möglichkeit ergeben wird, zum HCB zurückzukehren. Sie haben sich eine Chance verdient.“


Kein Angebot für den HC Bozen

„Es ist eine Sache, wenn jemand den HC Bozen übernehmen oder einsteigen möchte. Aber den Verein mit meiner Geldbörse führen, das geht nicht und ist auch keine vernünftige Lösung. Interessenten in den Klub einzusteigen habe ich keine bisher gehört.“ Verheerend sei die soeben zu Ende gegangene Saison für den Geschäftsführer ebenfalls nicht. Wir haben den Supercup gewonnen, sind im Continental Cup ins Super Final vorgestoßen. Alles sei nicht zum Wegschmeißen.


Die Fans

„Ich denke, dass wir unsere Abos zu vernünftigen Preisen verkauft haben. Was hätten wir mehr tun können?“ Trotzdem seien in der Eiswelle die Fans häufig ausgeblieben. Knoll verspricht Neuerungen: „Wir werden noch mehr im Marketing arbeiten. Es ist sehr wichtig auf diesen Faktor zu bauen.“


Die Meisterschaft erweitern? Nein, danke!

Den Plänen, wonach die Serie A mit einigen Teams aus der Serie A2 aufgestockt werden könnte, kann Knoll nichts abgewinnen. „Diese Lösung überzeugt mich nicht. Aber man müsste ohnehin abwarten, wie sich das genau abspielen sollte. Es ist wichtig auf die Jugend und auf die einheimischen Spieler zu setzen. Bozen wird diese Politik weiter verfolgen. Die Leute müssen sich mit ihnen identifizieren können. Bei uns werden keine eingebürgerten Spieler auflaufen, die interessieren uns nicht.“


Der Kampf um den Meistertitel

Und wen favorisiert der Geschäftsführer der Weiß-Roten im Titelrennen? „Der Beste soll gewinnen. Ich hätte auf Ritten getippt, aber dieses Team muss sich erst noch für das Halbfinale qualifizieren. Ob der Titel an ein Team außerhalb Südtirols geht? Warum nicht, schaut euch an, was Valpellice macht. Es kann alles passieren. Ich werde mir die Playoffs im Stadion aber in Deutschland und Österreich anschauen“, so Knoll abschließend.

Daraufhin verabschiedet sich Dieter Knoll und kehrt zu seiner Arbeit zurück. Die Enttäuschung ist verflogen, der 20. Meistertitel bereits im Visier. Das Ziel für 2013/14 ist bereits vorgegeben. In Bozen zählt eben nur der Sieg.

Autor: sportnews

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