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Enrico Dorigatti beendete 2016 beim HC Neumarkt seine Laufbahn. © M. Pattis

Mein All-Star-Team | Enrico Dorigatti

Im Laufe seiner Karriere kommt so mancher Spieler weit herum, steht mit Cracks von verschiedenen Kontinenten am Eis. Andere bleiben ihrem Heimatverein treu und teilen sich dort mit Akteuren aus nah und fern die Umkleidekabine. Viele von ihnen dürften aufgrund ihrer spielerischen Klasse, ihrer Härte oder ihrer Ausstrahlung in der Erinnerung haften geblieben sein. SportNews hat Südtiroler Spieler nach ihrer persönlichen Top Six befragt. Heute an der Reihe: Enrico Dorigatti.

Der langjährige Nationalstürmer spielte in der Serie A für Valpellice und Ritten, im Spätherbst seiner Karriere gewann er mit Neumarkt den INL-Titel, vor allem aber war er über ein Jahrzehnt hinweg eines der ganz großen Aushängeschilder des HC Bozen. Mit dem Klub aus seiner Heimatstadt gewann er sieben Trophäen und spielte an der Seite unzähliger namhafter Spieler. „Die NHL-Spieler Niklas Hjalmarsson, Peter Schaefer, Deron Quint und Eric Belanger waren herausragend“, erinnert sich Dorigatti, der aber hinzufügt: „Bei anderen Namen bekomme ich aber heute noch Gänsehaut. Es sind in erster Linie meine Kindheitsidole, mit denen ich später am Eis stehen durfte: Mike Rosati, Bruno Zarillo, Martin Pavlu sowie Igor Maslennikov und Sergej Vostrikov.“


Für sein persönliches All-Star-Team hat der heute 40-Jährige allerdings Spieler herausgesucht, mit denen er über Jahre hinweg auf und abseits des Eises tolle Momente erlebt hat. „Dazu breche ich die Regeln mit einem siebten Feldspieler, den ich einfach wegen seines Charakters im Team haben möchte“, so Dorigatti.

Tor
Günther Hell (Karriere beendet): „Von der ersten Jugendmannschaft an bis zur Nationalmannschaft haben wir immer zusammengespielt. Wir sind bei einem so großen Verein wie dem HC Bozen gemeinsam groß geworden, das schweißt enorm zusammen. Seine Leistungen sind nicht hoch genug einzuschätzen.“
Verteidigung
Christian Borgatello (HC Meran | rechter Verteidiger): „Wenn du beim Bully mit ihm am Eis gestanden bist, dann wusstest du: Ich brauche mir keine Sorgen machen. Er hat eine ungeheure Sicherheit ausgestrahlt. Er ist zwar nicht der Größte, dennoch war er immer und überall präsent. Binnen Sekunden flitzte er von einem Eck ins anderen, klebte Gegenspielern immer auf den Fersen. Ich kennen keinen anderen Spieler, der den Sommer über so hart an sich gearbeitet hat. Ein Vorbild.“

Alexander Egger (Karriere beendet | rechter Verteidiger): „Wir standen uns jahrelang auf und abseits des Eises in schwierigen Momenten zur Seite. Kein anderer meiner ehemaligen Mitspieler hat so eine Entwicklung hingelegt, er ist zu einer Ikone des Bozner Eishockeys aufgestiegen – auch dank seiner technischen Fähigkeiten. Er hatte ein goldenes Händchen und eine Spielübersicht wie kaum ein anderer.“

Enrico Dorigatti (l.) fungierte lange als Assistenzkapitän von Alexander Egger (r.) © HCBfans.net

Sturm
Tony Tuzzolino (Karriere beendet | rechter Flügel): „Auf dem Eis war er ein begnadeter Spieler, der in etwa nur die Hälfte seines Potenzials abgerufen hat. Abgesehen davon, hat er mich und meine Karriere entscheidend geprägt. Ich würde sogar sagen, als Mensch hat er in meinem Leben einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Dafür bin ich ihm sehr dankbar. Während seiner Zeit in Südtirol war er wie ein großer Bruder für mich.“

Stefan Zisser (Karriere beendet | Center): „Ich hatte das Glück, über Jahre mit ihm in einer Linie spielen zu dürfen. Besseres kann dir eigentlich nicht passieren. Kein Weg war ihm zu weit, er ging dahin wo es weh tat und riss dich zudem mit seinem unbändigen Willen automatisch mit. Er war ein geborener Leader, der obendrein taktisch brillant war und unzählige Bullys gewann.“

Christian Walcher (Karriere beendet | linker Flügel): „In den 20 Jahren, in denen wir zusammengespielt haben, lief zwischen uns nicht immer alles reibungslos – und dennoch gab es viele Parallelen. Wir haben neben dem Eishockey beide studiert, dann zeitgleich angefangen zu arbeiten. Hatten also die selben Schwierigkeiten, alles unter einen Hut zu bekommen. Da entstand automatisch eine enge Bindung. Wenn ich an ihn zurückdenke, fällt mir immer wieder die Halbfinalserie gegen Cortina 2012 ein. Da haben wir groß aufgespielt, das war unser gemeinsamer Höhepunkt.“
Joker
Andrea Ambrosi (Pergine | Verteidiger): „Ich hoffe, mir ist der Regelbruch gestattet, doch für ihn erweitere ich mein All-Star-Team um einen siebten Spieler. Du kannst die beste Mannschaft der Welt haben, doch ohne eine ganz besondere Sorte Spieler, gewinnst du keinen Titel. Es sind jene Cracks, die immer mit einem Lächeln in der Kabine stehen, auch wenn es für sie persönlich nicht nach Wunsch verläuft. Mit ihrer Ausstrahlung, ihrer Spontanität und menschlichen Qualität einen sie eine ganze Mannschaft. Ein solcher Spieler ist Andrea.“
Trainer
Ron Kennedy (Karriere beendet): „Während einer Karriere lernst du verschiedenste Trainer kennen, die menschlich und fachlich unterschiedlicher kaum sein könnten. Mit manchen bist du auf einer Wellenlänge, mit anderen gar nicht. Doch von jedem kann man etwas lernen. Bei Ron war einfach jedes Wort von großem Gewicht, bei ihm habe ich alles aufgesaugt wie ein Schwamm. Er hat mich als Spieler und Mensch reifen lassen wie kein anderer.“

Autor: fop

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